| Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit | |
für |
|
| Venenerkrankungen etwa
jeder zweite ist betroffen!
Venenerkrankungen sind ein sehr häufiges Krankheitsbild. Etwa 50% unserer Bevölkerung ist davon betroffen. Es wurde auch festgestellt, daß nur etwa 8 Millionen Bundesbürger keinerlei Venenveränderungen hatten. Etwas 6 Millionen unserer Bevölkerung haben eine ausgeprägte Krampfaderbildung (Varicosis). Unter dem Oberbegriff Venenerkrankungen werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefaßt:
Die Thrombophlebitis ist eine Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen, die in 90% der Fälle an den Beinen auftritt, aber auch die Arme betreffen kann. Bei der Thrombose kommt es infolge eines Blutgerinnsels zum Verschluß einer tiefen Beinvene, wodurch der Blutfluß durch die tiefen Venen blockiert ist. Von Varikosis den sog. Krampfadern spricht der Mediziner, wenn die oberflächlichen Venen "sackartig" erweitert sind, so daß derbe, dicke Stränge von geschlängelten Venen unter der Hautoberfläche zu sehen sind. In der Mehrzahl der Fälle kommen Krampfadern an den Beinen vor, können aber auch an anderen Körperstellen auftreten. Diese Erkrankung tritt gehäuft bei Frauen auf, betrifft aber auch Männer. Als Betroffener sollte man wissen, daß es sich hierbei nicht nur um ein rein kosmetisches Problem handelt, sondern um eine Gefäß- und Bindegewebserkrankung mit entsprechenden Folgen und Schäden für den Körper. Gemeinsames Merkmal aller
Venenerkrankungen ist, daß das verbrauchte venöse Blut nur verzögert zum Herzen zurück
transportiert wird und so die Abfallstoffe zu lange im Gewebe bleiben.
|
|
Das Blut gelangt über die Arterien zu den Geweben, von dort aus wird es in den Venen gesammelt und fließt zurück zum Herzen. Für den Weg zum Herz stehen dem Blut zwei unterschiedliche Wege zur Verfügung. Zum einen ein in der Tiefe (Muskulatur und Knochen) gelegenes Venensystem, zum anderen ein an der Oberfläche gelegenes Venensystem (Haut, Binde- und Fettgewebe). Die beiden Systeme stehen über
Verbindungsvenen am Unterschenkel miteinander in Verbindung bzw. gehen ineinander über
(Kniekehle und Leiste). Der größte Anteil des Blutes (ca. 90%), das von dem Gewebe zum
Herzen zurückfließt, nimmt das tiefe Venensystem in Anspruch. Der restliche Anteil
fließt über das oberflächliche System. Beim Krampfaderleiden ist auch das oberflächliche Venensystem betroffen. Durch eine allgemeine Bindegewebsschwäche kommt es zu einer Erweiterung der Venen. Dies führt dazu daß die Venenklappen nicht mehr dicht schließen, so daß Blut zurückströmen kann. Die Gefäße werden gedehnt, und es entstehen so die derben, dicken Gefäßstränge unter der Hautoberfläche. Es gibt mehrere Ursachen wie Krampfadern entstehen können. Zum einen handelt es sich um eine erbliche Bindegewebsschwäche der Gefäßwende, zum anderen können auch Alter, hormonelle Veränderungen z.B. Schwangerschaft oder berufliche Faktoren wie z.B. langes Stehen und Sitzen Ursache der Erkrankun sein. Am häufigsten spielen jedoch mehrere der oben genannten Faktoren zusammen.
|
|
Die Thrombophlebitis geht mit den typischen Entzündungszeichen wie Rötung, Schmerzen und Überwärmung einher. Der entzündete Gefäßabschnitt läßt sich durch die Haut als schmerzhafter Strang tasten. Im Gegensatz zur tiefen Venenthrombose kommt es bei der Phlebothrombose nicht zur ausgeprägten Schwellung, da über das oberflächliche Venensystem nur ca. 10% des Blutes abtransportiert werden. Im Anfangsstadium der Krampfadern besteht
nur eine leichte Aufdehnung der oberflächlichen Venen. Weitere Symptome treten
normalerweise nicht auf. Wird jedoch durch längeres Stehen oder Sitzen der venöse
Rückstrom weiterhin behindert, kommt es allmählich zur irreversiblen, sackartigen
Erweiterung der Venen. Durch den verminderten Abtransport treten Schmerzen,
Spannungs- und Müdigkeitsgefühl in den Beinen auf. Kommt es durch jahrelange Schädigung der
Venen -wie z.B. durch Krampfadern- zur permanenten Abflußbehinderung, treten Hautveränderungen
im Unterschenkelbereich auf mit starkem Juckreiz.
|
|
Wie kann man eine solche Erkrankung genau feststellen? Dem Arzt stehen neben der eingehenden
körperlichen Untersuchung zum Erkennen von Venenerkrankungen, bei der zumeist die
Diagnose schon gestellt werden kann, im wesentlichen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Andererseits kann man mit Kontrastmittel, das in eine Vene gespritzt wird, das Venensystem auf einem Röntgenbild darstellen und so Veränderungen erkennen. Man nennt dies Untersuchung Phlebographie. Die Therapie einer oberflächlichen Venenentzündung zielt darauf ab, ein Übergreifen der Entzündung auf das tiefe Venensystem zu verhindern. Deshalb sollte der Patient viel laufen und -im Gegensatz zur Thrombose- keine Bettruhe einhalten. Bei dieser ist eine Immobilisierung unumgänglich, will man die eine Lungenembolie vermeiden. Zusätzlich werden entzündungshemmende Verbände und auch eventuell Schmerz- bzw. Entzündungsmittel angewendet. Eine ausreichende Kompressionstherapie ist außerdem notwendig. Mit Hilfe von Strümpfen oder Bandagen versucht man dabei Druck auf die Venen auszuüben um so den Blutfluß zu verbessern. Von größter Wichtigkeit ist es hierbei, daß die Kompression auf das gesamte Bein wirkt und nicht nur auf den Unterschenkel. Ihr Arzt wird Ihnen entsprechende Kompressionsstrümpfe verordnen. Dieser wird ganz nach Ihren individuellen Maßen und Erfordernissen in einem Sanitätshaus für Sie ausgesucht bzw. angefertigt. Die Industrie hat sich an den Wünschen der Patienten orientiert, so daß es sich bei derartigen Strümpfen nicht mehr um die "viel gefürchteten Gummistrümpfe" handelt. Auch bei der Therapie der Varikosis spielt die Kompressionstherapie eine entscheidende Rolle. Daneben kann eine Sklerosierungstherapie in Betracht gezogen werden. Dabei werden entsprechende Medikamente in die betroffenen Venen eingespritzt und dadurch verödet d.h. es kommt zu einem "Verkleben" des Gefäßes. Das Blut läuft durch die noch verbliebenen Venen zum Herzen zurück. Dieses Verfahren eignet sich jedoch nur bei noch nicht sehr weit fortgeschrittener Erkrankung. Andererseits gibt es die Möglichkeit die Venen operativ zu entfernen (Venen ziehen). Im Gegensatz zur Sklerosierungstherapie bietet dies den Vorteil, daß es in jedem Stadium der Erkrankung angewendet werden kann, weiterhin ist ein Wiederauftreten der Krampfadern nahezu unmöglich. Welche Methode in Ihrem Fall die beste ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.
|
|
Es gibt einige Möglichkeiten sein Venensystem gesund und "fit" zu halten. Am wichtigsten ist so früh wie möglich damit zu beginnen sein, Venensystem zu trainieren, besonders wenn man familiär vorbelastet ist. Das beste Tainingsprogramm hierfür ist das Laufen. Durch die Aktivität der Beinmuskulatur wird der Rückstrom des Blutes aus den Beinen gefördert und somit eine Stauung verhindert. Beim Laufen kommt es nicht auf die Schnelligkeit an, sondern nur auf die Bewegung. Fahradfahren oder Schwimmen bringen den gleichen Erfolg. Sie sollten jedoch beim Schwimmen darauf achten, daß das Wasser nicht zu warm ist. Als Patient mit Krampfadern sollte man unbedingt warme Bäder oder Saunabesuche meiden. Die Wärme erweitert die Venen, die Beschwerden werden größer. Lieber eine kurze Dusche als ein ausgedehntes Bad. Weiterhin sollte langes Stehen oder Sitzen vermieden werden. Falls es jedoch unumgänglich ist, sollten Sie mit Fußgymnastik ihre Muskulatur aktivieren. So oft wie möglich die Füße hochlegen, ist nicht nur entspannend, sondern tut auch ihren Venen gut. Kalte Güsse und Wassertreten ist im Sommer nicht nur erfrischend und belebend, es verengt auch die Venen und sorgt so nicht nur für eine Abkühlung, sondern auch für eine bessere Blutzirkulation.
|
|
| Wie zu Beginn der
Erläuterungen schon dargestellt, gibt es einen großen Personenkreis, der unter den
verschiedenen Formen der Venenerkrankungen leidet: die
Varikosis ist eine chronische Erkrankung, die durch unsere zum Teil
andersartige Tätigkeiten (viele sitzende oder stehende Tätigkeiten, wenig körperliche
Belastung.....) ohne entsprechende Therapie ernsthafte und vor allem kostenintensive
Erkrankungen hervorrufen kann - zu denken ist dabei immer an "offene Beine",
Beinvenenentzündungen und Beinvenen-Thrombosen. Für viele ist das Anfangsstadium einer solchen Erkrankung schon mit Beschwerden verbunden, und nicht mit Befindlichkeitsstörungen, die nach Aussagen der Kostenträger (Krankenkassen) keinen Leistungsanspruch auslösen. Traurig - aber wahr! |
|
|
|
|
![]()
