Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
AZU-VENENERKRANKUNGEN.jpg (5929 Byte)

für

AZU-FE17.jpg (2276 Byte)

Venenerkrankungen – etwa jeder zweite ist betroffen!

Venenerkrankungen sind ein sehr häufiges Krankheitsbild. Etwa 50% unserer Bevölkerung ist davon betroffen. Es wurde auch festgestellt, daß nur etwa 8 Millionen Bundesbürger keinerlei Venenveränderungen hatten. Etwas 6 Millionen unserer Bevölkerung haben eine ausgeprägte Krampfaderbildung (Varicosis).

Unter dem Oberbegriff Venenerkrankungen werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefaßt:

  • Thrombophlebitis = Entzündung der oberflächlichen Venen
  • Phlebothrombose = tiefe Beinvenenthrombose
  • Varikosis (Krampfaderbildung)
  • Chronische venöse Insuffizienz = Ulcus cruris oder offenes Bein.

Die Thrombophlebitis ist eine Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen, die in 90% der Fälle an den Beinen auftritt, aber auch die Arme betreffen kann.

Bei der Thrombose kommt es infolge eines Blutgerinnsels zum Verschluß einer tiefen Beinvene, wodurch der Blutfluß durch die tiefen Venen blockiert ist.

Von Varikosis den sog. Krampfadern spricht der Mediziner, wenn die oberflächlichen Venen "sackartig" erweitert sind, so daß derbe, dicke Stränge von geschlängelten Venen unter der Hautoberfläche zu sehen sind. In der Mehrzahl der Fälle kommen Krampfadern an den Beinen vor, können aber auch an anderen Körperstellen auftreten.

Diese Erkrankung tritt gehäuft bei Frauen auf, betrifft aber auch Männer. Als Betroffener sollte man wissen, daß es sich hierbei nicht nur um ein rein kosmetisches Problem handelt, sondern um eine Gefäß- und Bindegewebserkrankung mit entsprechenden Folgen und Schäden für den Körper.

Gemeinsames Merkmal aller Venenerkrankungen ist, daß das verbrauchte venöse Blut nur verzögert zum Herzen zurück transportiert wird und so die Abfallstoffe zu lange im Gewebe bleiben.
Es kommt zu Hautveränderungen, die sich zunächst als braune Flecken an den Unterschenkeln und Knöcheln zeigen. Im weiteren Verlauf ist die Schädigung von Haut und Gewebe so groß, daß es zu Wunden (offenen Unterschenkeln) sogenannten Ulcera cruris kommt. Diese Wunden bilden eine ideale Eintrittspforte für Krankheitserreger.

 


AZU-FE18.jpg (2128 Byte)

Das Blut gelangt über die Arterien zu den Geweben, von dort aus wird es in den Venen gesammelt und fließt zurück zum Herzen. Für den Weg zum Herz stehen dem Blut zwei unterschiedliche Wege zur Verfügung. Zum einen ein in der Tiefe (Muskulatur und Knochen) gelegenes Venensystem, zum anderen ein an der Oberfläche gelegenes Venensystem (Haut, Binde- und Fettgewebe).

Die beiden Systeme stehen über Verbindungsvenen am Unterschenkel miteinander in Verbindung bzw. gehen ineinander über (Kniekehle und Leiste). Der größte Anteil des Blutes (ca. 90%), das von dem Gewebe zum Herzen zurückfließt, nimmt das tiefe Venensystem in Anspruch. Der restliche Anteil fließt über das oberflächliche System.
Vergleicht man den Aufbau von Venen und Arterien, so stellt man fest daß der prinzipielle Aufbau sehr ähnlich ist. Die Venen haben jedoch eine viel dünnere Wand und besitzen zusätzlich sogenannte Venenklappen. Der dünnere Wandaufbau ist möglich, weil der Blutdruck in den Venen wesentlich geringer ist als in den Arterien. Dies hat aber auch zur Folge, daß die Kraft, die das Blut weitertransportiert, viel geringer ist. Um dennoch ein Zurückfließen des Blutes zu verhindern sind im Innern der Venen die Venenklappen.
Bei jeder Anspannung der Muskulatur -z.B. beim Laufen- werden die Venen zusammengedrückt und das Blut wird zur nächsten Klappe weitertransportiert. Bei der Thrombophlebitis kommt es zur Entzündung der Gefäßwand einer oberflächlichen Vene. Diese Venen erscheinen durch die Haut als schmerzhafter, geröteter, derber Strang. Ursache für diese Entzündung können Verletzungen sein, viel häufiger aber sind Krampfadern dafür verantwortlich. Eine Thrombophlebitis am Arm ist oft Folge von Infusionen, die die Venenwand reizen können oder aber zu lange liegende und sich infizierende venöse Zugänge.

Beim Krampfaderleiden ist auch das oberflächliche Venensystem betroffen. Durch eine allgemeine Bindegewebsschwäche kommt es zu einer Erweiterung der Venen. Dies führt dazu daß die Venenklappen nicht mehr dicht schließen, so daß Blut zurückströmen kann. Die Gefäße werden gedehnt, und es entstehen so die derben, dicken Gefäßstränge unter der Hautoberfläche.

Es gibt mehrere Ursachen wie Krampfadern entstehen können. Zum einen handelt es sich um eine erbliche Bindegewebsschwäche der Gefäßwende, zum anderen können auch Alter, hormonelle Veränderungen z.B. Schwangerschaft oder berufliche Faktoren wie z.B. langes Stehen und Sitzen Ursache der Erkrankun sein. Am häufigsten spielen jedoch mehrere der oben genannten Faktoren zusammen.

 


AZU-FE14.jpg (4127 Byte)

Die Thrombophlebitis geht mit den typischen Entzündungszeichen wie Rötung, Schmerzen und Überwärmung einher. Der entzündete Gefäßabschnitt läßt sich durch die Haut als schmerzhafter Strang tasten. Im Gegensatz zur tiefen Venenthrombose kommt es bei der Phlebothrombose nicht zur ausgeprägten Schwellung, da über das oberflächliche Venensystem nur ca. 10% des Blutes abtransportiert werden.

Im Anfangsstadium der Krampfadern besteht nur eine leichte Aufdehnung der oberflächlichen Venen. Weitere Symptome treten normalerweise nicht auf. Wird jedoch durch längeres Stehen oder Sitzen der venöse Rückstrom weiterhin behindert, kommt es allmählich zur irreversiblen, sackartigen Erweiterung der Venen. Durch den verminderten Abtransport treten Schmerzen, Spannungs- und Müdigkeitsgefühl in den Beinen auf.
Die Beine sind oft schwer wie Blei und besonders am Abend fällt eine Schwellung der Unterschenkel und Füße auf. Nächtliche Waden- und Fußkrämpfe sowie Juckreiz treten ebenso auf. Wird der Blutfluß in den Venen erleichtert, z.B. durch Hochlegen der Beine, kommt es zur Besserung der Beschwerden. Nach einer erholsamen Nacht sind viele Patienten "beschwerdefrei".

Kommt es durch jahrelange Schädigung der Venen -wie z.B. durch Krampfadern- zur permanenten Abflußbehinderung, treten Hautveränderungen im Unterschenkelbereich auf mit starkem Juckreiz.
Dies ist das Spätstadium venöser Erkrankungen, man bezeichnet es auch als chronische venöse Insuffizienz. Kommt es dabei zu Hautdefekten z.B. durch Infektionen oder Verletzungen spricht man vom "offenen Bein" oder Ulcus cruris. Ein Abheilen des Hautdefektes ist infolge der schlechten Durchblutung sehr schwierig und vor allem langwierig.

 

AZU-FE22.jpg (8654 Byte)

Wie kann man eine solche Erkrankung genau feststellen?

Dem Arzt stehen neben der eingehenden körperlichen Untersuchung zum Erkennen von Venenerkrankungen, bei der zumeist die Diagnose schon gestellt werden kann, im wesentlichen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.
Zum einen kann durch eine Blutflußmessung (Ultraschall-Doppleruntersuchung [ggf. Farb-Duplex-Doppler]) mit Hilfe eines Ultraschallgerätes und durch entsprechende Beinlagerungstests die Durchflußrate, etwaige Engstellen und Erweiterungen im venösen Bereich und sogenannte Insuffizienzen (Undichtigkeiten) durch nicht schließende Venenklappen getestet werden. Diese Untersuchungen sind für den Patienten absolut schmerzlos und belasten ihn nicht.

Andererseits kann man mit Kontrastmittel, das in eine Vene gespritzt wird, das Venensystem auf einem Röntgenbild darstellen und so Veränderungen erkennen. Man nennt dies Untersuchung Phlebographie.


Die Therapie einer oberflächlichen Venenentzündung zielt darauf ab, ein Übergreifen der Entzündung auf das tiefe Venensystem zu verhindern. Deshalb sollte der Patient viel laufen und -im Gegensatz zur Thrombose- keine Bettruhe einhalten. Bei dieser ist eine Immobilisierung unumgänglich, will man die eine Lungenembolie vermeiden.

Zusätzlich werden entzündungshemmende Verbände und auch eventuell Schmerz- bzw. Entzündungsmittel angewendet. Eine ausreichende Kompressionstherapie ist außerdem notwendig. Mit Hilfe von Strümpfen oder Bandagen versucht man dabei Druck auf die Venen auszuüben um so den Blutfluß zu verbessern. Von größter Wichtigkeit ist es hierbei, daß die Kompression auf das gesamte Bein wirkt und nicht nur auf den Unterschenkel. Ihr Arzt wird Ihnen entsprechende Kompressionsstrümpfe verordnen. Dieser wird ganz nach Ihren individuellen Maßen und Erfordernissen in einem Sanitätshaus für Sie ausgesucht bzw. angefertigt. Die Industrie hat sich an den Wünschen der Patienten orientiert, so daß es sich bei derartigen Strümpfen nicht mehr um die "viel gefürchteten Gummistrümpfe" handelt. Auch bei der Therapie der Varikosis spielt die Kompressionstherapie eine entscheidende Rolle. Daneben kann eine Sklerosierungstherapie in Betracht gezogen werden. Dabei werden entsprechende Medikamente in die betroffenen Venen eingespritzt und dadurch verödet d.h. es kommt zu einem "Verkleben" des Gefäßes. Das Blut läuft durch die noch verbliebenen Venen zum Herzen zurück. Dieses Verfahren eignet sich jedoch nur bei noch nicht sehr weit fortgeschrittener Erkrankung.

Andererseits gibt es die Möglichkeit die Venen operativ zu entfernen (Venen ziehen). Im Gegensatz zur Sklerosierungstherapie bietet dies den Vorteil, daß es in jedem Stadium der Erkrankung angewendet werden kann, weiterhin ist ein Wiederauftreten der Krampfadern nahezu unmöglich.

Welche Methode in Ihrem Fall die beste ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

 

AZU-FE15.jpg (3380 Byte)

Es gibt einige Möglichkeiten sein Venensystem gesund und "fit" zu halten. Am wichtigsten ist so früh wie möglich damit zu beginnen sein, Venensystem zu trainieren, besonders wenn man familiär vorbelastet ist. Das beste Tainingsprogramm hierfür ist das Laufen. Durch die Aktivität der Beinmuskulatur wird der Rückstrom des Blutes aus den Beinen gefördert und somit eine Stauung verhindert. Beim Laufen kommt es nicht auf die Schnelligkeit an, sondern nur auf die Bewegung.

Fahradfahren oder Schwimmen bringen den gleichen Erfolg. Sie sollten jedoch beim Schwimmen darauf achten, daß das Wasser nicht zu warm ist.

Als Patient mit Krampfadern sollte man unbedingt warme Bäder oder Saunabesuche meiden. Die Wärme erweitert die Venen, die Beschwerden werden größer. Lieber eine kurze Dusche als ein ausgedehntes Bad. Weiterhin sollte langes Stehen oder Sitzen vermieden werden. Falls es jedoch unumgänglich ist, sollten Sie mit Fußgymnastik ihre Muskulatur aktivieren. So oft wie möglich die Füße hochlegen, ist nicht nur entspannend, sondern tut auch ihren Venen gut. Kalte Güsse und Wassertreten ist im Sommer nicht nur erfrischend und belebend, es verengt auch die Venen und sorgt so nicht nur für eine Abkühlung, sondern auch für eine bessere Blutzirkulation.

 

AZU-FE16.jpg (2269 Byte)
Wie zu Beginn der Erläuterungen schon dargestellt, gibt es einen großen Personenkreis, der unter den verschiedenen Formen der Venenerkrankungen leidet: die Varikosis ist eine chronische Erkrankung, die durch unsere zum Teil andersartige Tätigkeiten (viele sitzende oder stehende Tätigkeiten, wenig körperliche Belastung.....) ohne entsprechende Therapie ernsthafte und vor allem kostenintensive Erkrankungen hervorrufen kann - zu denken ist dabei immer an "offene Beine", Beinvenenentzündungen und Beinvenen-Thrombosen.

Für viele ist das Anfangsstadium einer solchen Erkrankung schon mit Beschwerden verbunden, und nicht mit Befindlichkeitsstörungen, die nach Aussagen der Kostenträger (Krankenkassen) keinen Leistungsanspruch auslösen. Traurig - aber wahr!

 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                               Ihr

 

 

 

© ddf8c.jpg (6740 Byte)
Stand: 05. Juni 1999