Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Übergewicht oder Adipositas, wie die Erkrankung medizinisch bezeichnet wird, ist in den reichen Industrieländern schon seit geraumer Zeit für viele ein Problem geworden. Während geringes Übergewicht meist keine wesentlichen nachteilige Folgen für unsere Gesundheit hat, für stärkes Übergewicht nicht nur zu einer mehr oder weniger vorhandenen Einschränkung unserer Lebensqualität, sondern es schädigt vor allem unsere Gesundheit.

Bin ich überhaupt übergewichtig? Bevor wir uns eingehender mit dieser Frage beschäftigen, ist es erforderlich, daß wir uns mit der objektiven Beantwortung der Frage „Was ist Übergewicht", beschäftigen; denn dies ist genaugenommen manchmal gar nicht so leicht zu beantworten.

Bisher hat man für die Unterteilung normalgewichtig - übergewichtig die Definition des Broca-Index benutzt: Körpergröße [in cm] minus 100 ergibt ihr Normalgewicht. Wer mehr als 10 % über dem Normalgewicht lag, war übergewichtig.

Auch heute hat dies noch seine Gültigkeit, wenngleich man heute den sog. Body Mass Index (BMI) gerne benutzt.
Unter BMI versteht man das Körpergewicht (KG) in kg dividiert durch die Körpergröße in qm.
Der Normalgewichtige hat einen BMI zwischen 18,5 - 24,9, wobei man eigentlich noch zwischen Männern und Frauen differenzieren müßte.

Body Mass Index (BMI)

Schweregrad

Gewichtsklasse

unter 20

untergewichtig

20 - 25

0

Normalgewichtig

25 - 30

I

Leichtes Übergewicht

30 - 40

II

Mäßiges Übergewicht

Über 40

III

Extremes Übergewicht

Da aber der BMI nur bedingt mit der Körperfettmasse im Zusammenhang steht und gerade beim mäßigen Übergewicht die Fettverteilung eine große Rolle spielt, sollte auch immer zur Beurteilung der Adipositas die Bestimmung der Körperfettverteilung anhand des WHR (Waist Hip Ratio - zu deutsch Taillenumfang / Hüftumfang durchgeführt werden.

Wer einen dicken Bauch vor sich her trägt -also einen sogenannten "Apfeltyp" der Fettverteilung zeigt, weist ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko auf als der mit einem   Po-Oberschenkel-Fettverteilungsmuster, der als "Birnentyp" bezeichnet wird.

 

 

 

 


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Die Gewichtszunahme ist in erster Linie bedingt durch eine Vermehrung des Körperfettes, wobei man typische Fettverteilungsmuster unterscheiden muß: zum einen die hüftbetonte, weibliche Fettverteilung in einer sog. Birnenform (Gesäß und Oberschenkel), zum anderen, die bauchbetonte, männliche Form der Fettverteilung mit einer sogenannten Apfelform (Körpermitte).

Das Gesundheitsrisiko ist um so größer, je mehr Bauchfett vorhanden ist; daher kommt auch der Messung des Bauumfangs große Bedeutung zu. Je größer der Bauchumfang ist, um so größer ist auch das Risiko an Stoffwechsel- bzw. Herz-/Kreislauferkrankungen zu erkranken. Ein Bauchumfang bei Frauen von mehr als 88 cm und bei Männern von mehr als 102 cm ist schon mit einem stark erhöhten Risiko behaftet.

Was soll Ihr Ziel Ihrer Gewichtsreduktion sein?

Zu allererst einmal eine realistische sinnvolle Senkung des erhöhten Körpergewichts um wenigstens 5 bis 10 % des Ausgangsgewichtes (Beispiel: Sollten Sie 98 kg wiegen, so sollten Sie Ihr Gewicht um mindestens 4,9 kg - 9,8 kg reduzieren); je nach Alter muß dies über etliche Monate bis hin zu einem Jahr (bei älteren Menschen) geschehen, jüngere können bei Bedarf in kürzerer Zeit mehr an Gewicht abnehmen.

Sie sollen sich bei geringerem Gewicht wohler fühlen, Sie sollten sich freuen, „es geschafft zu haben" und es sollte Ihnen gut bekommen (weniger Schmerzen an der Wirbelsäule und an den Gelenken bessere Belastbarkeit). Sie sollten stolz auf sich sein, es erreicht zu haben.

 

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Die Ursachen für die Entstehung des Übergewichtes sind vielfältig:

Zu gute und ein zuviel an Nahrung, wenig Bewegung, Veranlagung, ungeregeltes, falsches Essen (zuviel am Abend, Süßigkeiten zwischendurch....), nicht adäquater Umgang mit Stress und Frustration (Kummerspeck) sind Gründe für die Entstehung des Übergewichtes.

Bei älter werdenden Menschen, bei denen bei geringer werdenden Muskelmasse und damit folgebedingtem geringeren Kalorienverbrauch das Gewicht oft ansteigt und bei genetisch bedingtem Übergewicht (das nach Angaben verschiedener Autoren ca. 30 % beträgt) sollte man besonders auf das Übergewicht achten.

Gefährdet Übergewicht meine Gesundheit?

die folgende alphabetische Aufstellung (alphabetisch deshalb, um keine Wertung vorzunehmen) gibt Ihnen einen Überblick, welche Erkrankungen einen direkten Zusammenhang mit dem Übergewicht haben können - entweder sind sie direkt durch sie ausgelöst oder sie werden durch sie verschlimmert.

  • Arteriosklerose

  • Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)

  • Fettleber

  • Fettstoffwechselstörungen

  • Gallensteine

  • Gelenkerkrankungen

  • Gicht (Hyperurikämie)

  • Herzinfarkt

  • Herzinsuffizienz

  • Schlaganfall

 

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Adipositas ist in der Regel eine Blickdiagnose. Dennoch ist es erforderlich, den sog. Body Mass Index (BMI) -also das Verhältnis Körpergewicht (KG) in kg dividiert durch die Körpergröße in qm und auch das Verhältnis Taillen- zu Hüftumfang festzustellen, um das Ausmaß des Übergewichtes zu bestimmen.

Weitere Untersuchungen sollen klären, ob bereits Folgeschäden vorliegen und wie das Risikoprofil beschaffen ist. Dazu werden laborchemische Untersuchungen (Blutzucker, Blutfette, Harnsäure, Schilddrüsentests), Blutdruck, EKG- und Belastungs-EKG-Untersuchung nach einer ausführliche Erhebung der Vorgeschichte und einer eingehenden Untersuchung durchgeführt.


Übergewicht - wie kann ich abnehmen? Wie können Sie Ihr Ziel erreichen?

Zuerst einmal, daß Sie sich bewußt machen, daß ohne Geduld und andauernde Entschlossenheit kaum etwas dauerhaft zu erreichen sein wird. Es gibt auch kein Patentrezept zu Abnehmen.

Warum gibt es über 200 verschiedene Diätarten und eine Vielzahl von begleitenden Maßnahmen zur Gewichtsreduktion? Würde eine davon bei allen das Gewünschte bewirken, gebe es keine andere Diätform.

Aber die Realität ist -neutral und objektiv ausgedrückt- anders. Nur durch das Zusammenwirken von:

  • kalorienreduzierter Ernährung

  • dem Alter und der Situation angepaßtem Eßverhalten und

  • einem mehr an körperlicher Bewegung

läßt sich dauerhaft und gesundheitsschonend ein erhöhtes Körpergewicht reduzieren.

Um es noch einmal ganz klar zu sagen: bei jeder der angepriesenen Diätformen kann man abnehmen, das reduzierte Gewicht dauerhaft zu halten, kann aber nur gelingen, wenn die oben genannten Punkte -um sie noch einmal zu wiederholen- kalorienreduzierter Ernährung, dem Alter und der Situation angepaßtem Eßverhalten und einem mehr an körperlicher Bewegung auf Sie speziell ausgerichtet sind.

Neuerdings können Medikamente beim Abnehmen Sie unterstützen: diese Medikamente sind jedoch keine Wundermittel, sondern sie unterstützen Sie nur beim Abnehmen, etwas, indem ein schnelleres Gefühl der Sättigung erreicht wird und der Ernergieverbrauch erhöht wird.

 

 

 

 

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Wie kann so ein Programm aussehen?

Die althergebrachte Lehrmeinung „nur wer weniger Kalorien aufnimmt als er verbraucht" ist auch heute noch gültig. Doch wie kann man dies gesundheitlich unschädlich erreichen?

Dazu sollte man sich in Erinnerung rufen, daß der Brennwert des Fettes, von dem wir alle zumeist zu reichlich zu uns nehmen, mehr als doppelt so hoch ist wie von Kohlenhydraten bzw. Eiweiß.

  • essen Sie deutlich weniger Fett, indem Sie fettreduzierte Wurstwaren, mageres Fleisch und fettarme Fischsorten bevorzugen und außerdem von tierischen auf pflanzliche Fette wechseln, die besser verträglich sind (Machen Sie sich der Tatsache, daß „wenn man die Butter dünn streicht, sie länger hält", wieder bewußt, es wird nicht zu Ihrem Schaden sein).

  • Salate und Gemüse, die Sie fettarm zubereiten, können Sie in fast beliebiger Menge essen (man sollte es jedoch nicht übertreiben);

  • ebenso können Sie Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln essen, soviel Sie mögen (allerdings unter dem Grundsatz: nicht soviel als möglich, sondern so wenig wie erforderlich).

  • Trinken Sie reichlich, aber vorzugsweise nur kalorienfreie Getränke (Mineralwasser, ungesüßten Kaffee oder Tee (oder mit Zuckerersatzstoffen gesüßt) und nur wenige alkoholische Getränke.

  • Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Obst, da sie länger und dauerhafter ein Sättigungsgefühl vermitteln und zudem einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralien aufweisen.

 

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Warum ist Bewegung so wichtig? Ausdauersport hilft Ihnen bei Abbau der Fettdepots und bei der Erhaltung der Muskulatur. Auch ein Kräftigungstraining wirkt sich positiv aus, da die Muskelmasse aufgebaut wird. Ausdauer- und Krafttraining kombiniert stellen eine ideale Form eines Trainings dar.

Aberdings weiß jeder, daß sowohl bei der Ernährung als auch bei der körperlichen Aktivität ohne andauernde Motivation "man allzu leicht wieder schwach wird".

 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                   Ihr

 

 

 

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Stand: 13. Mai 1999