Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Nun ist es wieder soweit.

Sonne, Sand und Meer, vielleicht auch das Solarium, und das alles nur, um unsere blasse Haut scheinbar attraktiver und gesunder zu machen. Viele glauben das immer noch. Doch es gibt sie -trotz all unserem Wissen, trotz vieler Warnungen und Informationen, jährlich mehr. Die Schäden durch zu lange und zu intensive Sonnenbestrahlung.

Schäden durch Sonnen- oder UV-Strahlen

Der sogenannte Sonnenbrand (Medizinisch: dermatitis solaris, was soviel heißt: wie Hautentzündung durch die Sonne) entsteht hauptsächlich durch die übermäßige UV-B-Einwirkung (Wellenlängen 280 und 315 nm) bei intakten Schutzmechanismen der Haut.

Meist tritt der Sonnenbrand bei der ersten stärkeren Sonnenexposition des Jahres auf, klingt nach kurzer Zeit wieder ab und bleibt für den Rest des Jahres weg.

Grundsätzlich muß man zwischen akuten Folgen zu langer und zu intensiver Sonnenbestrahlung und zwischen chronischen Strahlenfolgen, die sich erst nach vielen Jahren negativ auswirken können, unterscheiden:

Die leichtere Form der der lichtbedingten Entzündung besteht in einer flächigen Rötung mit Schwellungen, die mit einem Brennen und verstärkter Hautspannung verbunden zumeist verbunden sein wird, aber auch mit Juckreiz einhergeht.

Bei stärkerem Sonnenbrand wird es zu einer weiteren stärkeren Entzündung kommen (mit Ödembildung), die Folge kann -wie viele von uns schon erfahren haben- bis hin zu einer Blasenbildung sein.

 

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Akut- chronisch

Nach jahrelanger übermäßiger Sonnenbestrahlung tritt an den lichtexponierten Hautbereichen eine Degeneration des Bindegewebes auf, speziell die collagenen Fasern sind dabei betroffen: die Haut wird faltig, sie verliert ihre Elastizität und weißt zum Teil gelblich-weiße Einlagerungen auf.

Erste Anzeichen sind häufig Vergröberungen der Hautfalten und besondere Trockenheit der Haut. Eine sehr ausgeprägte Form nennt man „Landmannshaut". Auf dem Boden solcher Veränderungen können sogenannte Präkanzerosen (Krebsvorstufen) der Haut sich entwickeln.

DD: solche Reaktionen sind jedoch noch abzugrenzen von Reaktionen anderer Ursache: insbesondere bei den Porphyrien und beim Lupus erythematodes oder den chronisch-polymorphen Lichtdermatosen: man muß danach forschen, ob der Patient einen Lichtsensibilisator als Medikament oder in anderer Form einnimmt–etwa Sulfonamide oder von den Sulfonamiden abgeleitete Stoffe wie z.B. Antidiabetika oder Diuretika.

Auch Abführmittel und Seifen können sogenannte Lichtsensibilisatoren enthalten. Östrogen ist bei der häufigen Einnahme oraler Kontrazeptiva heute ebenfalls keine seltene Ursache einer Strahlenüberempfindlichkeit.

 

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Akute Strahlenfolgen:

Akute Belastungen der haut durch übermäßige Sonnenbestrahlung können in einem gewöhnlichen Sonnenbrand, in einer übersteigerten Empfindlichkeit auf Sonnenstrahlen (dies nennt man Photosensibilisierung) oder im Auftreten strahlenbedingter Hauterkrankungen bestehen.

UV-Strahlen beeinträchtigen die zelluläre Immunabwehr. Bei allen Photodermatosen sind vornehmlich die Regionen betroffen, die der Sonnenbestrahlung (oder einer anderen Strahlung) ausgesetzt sind.

Man unterscheidet 4 Gruppen der Photodermatosen:

A. durch Medikamente, Chemikalien und ähnliches indiziert: solche Stoffe sind: Sulfonamide und davon abgeleitete Substanzen (Antibiotika, Diabetes-Medikamente, Diuretika (Entwässerungsmedikamente)

  • Verwandte des Tetracyclins

  • Antiseptika und bakterizide Substanzen (in Seifen und Pilzmitteln)

  • Parfums (Moschus ....)

  • Farbstoffe (z.B. Rivanol für die Entzündungsbehandlung)

  • zahlreiche weitere Medikamente, wobei seltener Östrogene, Progesteron und manche Nicht-steroidale Antiphlogistika zu nennen sind.

B. durch Strahlen, vor allem Sonnenstrahlen ausgelöst oder verschlechtert:

  • Herpes (solaris)

  • Waschmittelekzeme

  • manche Arzneimittelexantheme

C. akute oder chronische Strahlenurtikaria (polymorphe Lichtdermatosen)

D. als Folge von Störungen des Stoffwechsels (Porphyrien)


Chronische Strahlenschäden:

Besonders gefährdet sich Menschen mit einem hellen Hauttyp: rote oder blonde Haarfarbe, blasse haut, Sommersprossen, oder auch nur schlechte „Bräunungstendenz". Bei intensiver Sonnenbestrahlung bzw. nach langen Jahren der immer wieder auf den Körper einwirkenden „Sonnenbelastung" werden normalen elastischen und collagenen Fasern der Haut in andere umgewandelt, so daß die Haut an Elastizität immer mehr abnimmt. Die wird mit dem nicht gerade treffenden Namen „Elastose" (=strahlenbedingte Bindegewebsdegeneration) bezeichnet, gibt aber histologisch das Färbeverhalten des Materials wieder, das die Eigenschaften der Elastika annimmt.

Für die Haut-Tumorentstehung (malignes Melanom) die zentrale Bedeutung der übermäßigen UV-Bestrahlung längst bewiesen.

 

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Die bestmögliche Therapie ist auch hier die Prophylaxe:
Schnellstmögliche UV-Karenz, kühlende wässrige Umschläge (im Prinzip eine Behandlung wie bei einer Verbrennung), Antihistaminika (als Gel) und Tabletten und bei schweren Verlaufsformen sowie die lokale Applikation von cortisonhaltigen Lotionen.

Innere Therapie:
Systemischer Lichtschutz: Die Einnahme von Medikamenten (Beta-Carotin) scheint geeignet, die Entzündlungsempfindlichkeit etwas abzusenken; der Effekt ist jedoch abhängig von von der menge der eingenommenen Substanz und der Dauer der Einnahme. Empfohlen wird die tägliche Einnahme von 25 bis 50 Milligramm, beginnend etwa 4 Wochen vor dem geplanten Urlaub.

Den zu erzielenden Schutzeffekt beziffern Experten auf den Faktor 2 bis 4.
Die Wirkungsdauer schätz man etwa 4 Wochen.
Vitamine C oder/und E sind nach Expertenmeinung nicht in der Lage, zusätzlichen Sonnenschutzwirkung zu betreiben.

 

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Strahlenschutzmittel:

Die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln wird nach dem Lichtschutzfaktor von Schulze bestimmt: LF = Erythemschwellenzeit mit Lichtschutzmittel / Erythemschwellenzeit ohne Lichtschutzmittel. Seit neuestem werden die Sonnenschutzmittel nicht mehr nach dem alten „Din"-Norm gekennzeichnet, sondern nach der neu geschaffenen europäischen Norm (SPF = sun protection factor), die sich an die amerikanische Methode anlehnt: hierbei werden etwa 3 mal so hohe Werte angegeben wie die bisherige Norm ausgewiesen hat.

Die üblichen Lichtschutzmittel absorbieren meist nur UV-B-Strahlen, helfen also nicht bei der Überempfindlichkeit gegen UV-A.

Ein weiteres Problem ist die Haftung von Sonnenschutzmitteln auf der Haut und nach dem Baden. Trotz spezieller besser haftender Cremes empfiehlt es sich, vor allem nach dem Schwimmen im Meer. Sonnenschutzmittel erneut aufzutragen.

 

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  • Legen Sie sich nicht in die pralle Sonne, denn auch im Schatten wird man braun. Sie halten Ihre Haut länger jung und elastisch und tun ein übriges für Ihre Gesundheit.
  • Tragen von strahlenundurchlässiger Kleidung (achten Sie Sonnenschirme auf, die dennoch die Sonnenstrahlen durchlassen!!!). Entsprechend breiter Hut, Handschuhe oder Sonnenschirm....
Ein Patienten - Service von ratiopharm                                               Ihr  

 

 

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Stand: 05. Juni 1999