Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Pilzerkrankungen der Haut – Leben mit "Schweißfüssen"?

Eine Pilzinfektion der Haut (Dermatomykose) ist eine Erkrankung, über die Betroffene nicht gerne sprechen. Vielen Patienten ist es peinlich, da sie der Auffassung sind, daß die Ursachen in mangelnder Hygiene und Ungepflegtheit zu suchen seien. Dies ist jedoch nur in seltenen Fällen Grund für die Erkrankung.

Pilze kommen genauso wie Bakterien und Viren überall vor. Zu ihnen zählen nicht nur die allgemein bekannten Pilze wie Champignon und Steinpilz, sondern auch die auf verdorbenen Lebensmitteln vorkommenden Schimmelpilze. Eine Vielzahl der in der Natur vorkommenden Pilzarten sind sogar nützlich; man denke nur an die bei der Käseherstellung zum Einsatz kommenden Arten wie z.B. der Blauschimmel.
Pilze besiedeln die Luft, den Boden, unsere Nahrungsmittel, und natürlich auch unsere Haut. Obwohl die normale, gesunde Hautflora von Tausenden von Pilzen besiedelt ist, lösen nur ganz wenige Arten beim Menschen Infektionen der Haut aus.

Betrachtet man aber alle Infektionen, die sich an der Haut manifestieren, so stellt man fest, daß die überwiegende Zahl durch Pilze hervorgerufen ist. Alle Körperstellen können von derartigen Infektionen betroffen sein, der behaarte Kopf, die Genital- und Analregion, Hautfalten in den Achselhöhlen oder unterhalb der weiblichen Brust, sowie die Finger- und Fußnägel. Die mit Abstand am häufigsten vorkommende Lokalisation ist der Pilzbefall am Fuß. Etwa jeder dritte ist davon betroffen. Diese Menschen leiden unter juckenden, brennenden und teilweise unangenehm riechenden Füßen.

 

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Pilzinfektionen werden durch drei unterschiedliche Gruppen von Pilzen hervorgerufen.

Dies sind:

  • Hefepilze

  • Schimmelpilze und

  • Fadenpilze auch Dermatophyten genannt.

Wie kommt es aber zur Pilzinfektion?

Der Infektionsweg kann auf zwei unterschiedliche Arten ablaufen. Von einer sogenannten primären Infektion spricht man, wenn die krankmachenden Pilze auf gesunde Haut treffen und das Abwehrsystem des Patienten nicht ausreicht um diese Erreger unschädlich zu machen.

Die sekundäre Pilzinfektion entsteht durch das Eindringen von Pilzen in vorgeschädigte Haut oder durch ein verändertes Gleichgewicht im Hautmilieu. Diese Änderung des natürlichen Schutzmantels der Haut kann durch die Bildung sogenannter feuchter Kammern verursacht sein. Sie treten insbesondere dann auf wenn Körperschweiß nicht von der Bekleidung aufgenommen werden kann und sich somit an der Hautoberfläche staut. Auch durch Kontakt mit Chemikalien kann es zu einer Zerstörung dieses Schutzmantels kommen.

So beeinträchtigt z.B. übertriebenes Waschen das Hautmilieu und kann somit Ursache für eine Pilzinfektion werden. Weiterhin wird im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen insbesondere beim Diabetes mellitus, die Funktion der Haut beeinträchtigt, so daß die Gefahr für sekundär Infektionen deutlich erhöht ist. Auch Durchblutungsstörungen, Tumorerkrankungen oder manche Medikamente haben einen negativen Einfluß auf das Gleichgewicht der Haut.


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Patienten, die an einer Pilzerkrankung der Haut leiden, suchen Ihren Arzt wegen des quälenden Juckreizes und Brennens an den betroffenen Hautarealen auf. Durch zusätzliches Kratzen, das häufig nicht zu unterdrücken ist, wird die Haut weiter geschädigt. Sie erscheint stark gerötet, brennt und trockene, schuppende, weißliche Beläge sind zu erkennen. Kleine Blutungen, die aufgrund der Kratzeffekte entstehen, kommen häufig vor. Regelrechte Risse können sich besonders in Hautfalten oder in den Zehenzwischenräumen ausbilden. Diese Einrisse der Haut stellen eine ideale Eintrittspforte für andere Keime wie z.B. Bakterien dar. Nicht selten kommt es daher neben der Pilzinfektion zur zusätzlichen bakteriellen Besiedelung mit nachfolgender Entzündung.

Erste Anzeichen für eine Pilzinfektion an den Nägeln sind Veränderungen der Konsistenz des Nagels. Spröde und brüchige Finger- oder Zehennägel sind die Folge. Das normalerweise gut durchblutete Nagelbett scheint nicht mehr rosig durch die Nagelplatte hindurch. Sie erscheint vielmehr weißlich trübe, da zwischen Nagel und Nagelbett der Pilz wuchert. Wird die Pilzinfektion nicht behandelt, kommt es zur allmählichen Zerstörung des Nagels mit späterem Ablösen und u.U. völligem Verlust des Nagels. Außerdem besteht die große Gefahr, daß der Pilzbefall auch auf andere Nägel oder Hautareale übertragen werden kann bzw. sich generell im Körper ausbreitet.

 

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Pilzerkrankungen sind infolge ihrer "typischen" und eindeutigen Symptome für den behandelnden Arzt meist eine Blickdiagnose, was bedeutet daß durch alleiniges Betrachten der betroffenen Hautareale eine Diagnose möglich ist.

Um aber den für die Hautveränderungen verantwortlichen Pilz, sowie die eventuell noch zusätzlich vorhandenen Bakterien genau zu identifizieren, wird ein Abstrich von den befallenen Arealen entnommen und im Labor genauer untersucht.

Mit Hilfe dieser Diagnostik kann geklärt werden um welche Erregerart es sich handelt und welche Medikamente dagegen eingesetzt werden können. Je gezielter ein Medikament eingesetzt werden kann, desto besser ist der zu erwartende Therapieerfolg.

Wie werde ich die Pilze wieder loss?

Substanzen, die gegen Pilze wirksam sind, sogenannte Antimykotika werden meist in Form von Salben, Pasten oder Lösungen verabreicht. Diese Medikamente müssen in regelmäßigen Abständen auf die betroffenen Hautareale aufgetragen werden. Einerseits gibt es Breitspektrumantimykotika, die gegen verschiedene Pilzarten wirken, andererseits stehen spezielle Antimykotika zur Verfügung, deren Wirkspektrum auf einen bestimmten Erregertyp ausgerichtet ist. Breitspektrumantimykotika sollten jedoch eher zurückhaltend angewendet werden, um einer möglichen Resistenzentwicklung der Erreger vorzubeugen. Bedingt durch ein häufig schlechteres Wirkungsprofil dieser Präparate kann es vorkommen, daß einzelne Pilze "lernen" mit diesem Medikament umzugehen, so daß bei erneutem Befall mit dem gleichen Erreger keine Wirkung mehr erzielt wird.


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Da Pilze im feucht – warmen Milieu ideale Wachstumsbedingungen vorfinden und sich daher stark vermehren, muß in Schwimmbädern, Saunen, und Gemeinschaftsduschen darauf geachtet werden, daß kein direkter Kontakt zwischen Infektionsquelle und Haut stattfindet. 

Durch das Tragen von Badeschuhen läßt sich das Infektionsrisiko deutlich reduzieren. Übertriebene Hygiene ist jedoch genauso wenig dienlich wie mangelnde Hygiene.

 

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Wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut zerstört, können die Erreger leichter in den Körper eindringen und die Haut schädigen. Entsprechende Vorsorgemaßnahmen wie die Verwendung von Hautschutzsalben und Lotionen sollten sowohl in der häuslichen Umgebung als auch am Arbeitsplatz regelmäßig angewendet werden. Sie bieten nicht nur einen kosmetischen Effekt, sondern helfen ihre Haut gesund zu halten. Auf jeden Fall sollten Sie schon beim Verdacht auf eine Pilzinfektion Ihren Arzt informieren.
 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                   Ihr

 

 

 

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Stand: 12. August 1999