Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit

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Für viele ist die immer wieder auftretende Bläschen-Erkrankung ein ständiger, aber äußerst lästiger Begleiter -nicht nur während der kalten Jahreszeit. Der Herpes, wie er medizinisch genannt wird, ist eine durch Herpes-Viren verursachte Infektionskrankheit. Sie äußert sich im Auftreten von schmerzhaften und zum Teil juckenden, einzelner oder gruppierter Bläschen auf der geröteten Haut vorwiegend der Lippen (deswegen der Begriff "Herpes labialis"), der Zunge oder der Schleimhaut des Mundes.

In den Bläschen befindet sich meist ein klare Flüssigkeit; im Verlauf der Erkrankung platzen die Bläschen rasch, trocknen ein, verkrusten und dann heilen dann langsam ab.

Oftmals kommt es jedoch zu einer zusätzlichen bakteriellen Superinfektion in Form von gelblich/eitriger Krusten, die die meist narbenlose Rückbildung der Bläschen jedoch verzögern können.

Weitere Herpes- Infektionen sind die zumeist im Kindesalter auftretenden Windpocken (Varizellen) und die Gürtelrose (Herpes zoster) des zumeist erwachsenen, älteren Menschen.

 


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Ursache der Erkrankung ist -wie schon erwähnt- das Herpes-simplex-Virus (HSV), von dem es zwei HSV-Stämme gibt:
  • Typ 1 des Herpes-simplex-Virus (HSV) führt meist zu Herpes labialis und zur Entzündung der Hornhaut des Auges (Keratitis);
  • der Typ 2 Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht die Herpes-Erkrankung im Geschlechtsbereich und wird durch direkten Kontakt mit den Läsionen, übertragen und ruft ebenfalls Hautläsionen hervor.

Die erste Infektion mit dem Herpes-Virus verläuft zumeist stumm und geschieht schon meist im Kindesalter. Diese Erstinfektion hinterläßt auch meist im Blut sogenannte Antikörper, die jedoch später auftretende Herpes-Manifestationen nicht in jedem Fall unterdrücken können. Lokale Infektionen kommen in der Kindheit häufiger vor, können sich aber bis ins Erwachsenenalter hinauszögern.

Warum kommt der Ausbruch der Erkrankung erst wesentlich später?

Sobald die Viren in die Haut- und Schleimhautzellen eingedrungen sind, erfolgt in diesem Bereich eine sehr rasche Vermehrung der Viren - es entstehen die bekannten Bläschen.

Da die Bläschenflüssigkeit wieder massenhaft neue Viren enthält, ist es sehr leicht zu verstehen, daß sich die Viren einerseits am selben Körper weiter ausdehnen können, zum anderen sehr leicht auf andere Personen (z.B. beim Küssen....) übertragen werden können.

Wahrscheinlich dringen einige der Viren in die Nervenfasern ein und wandern zum Ursprung der Nervenzelle; hier können sie dann viele Jahre inaktiv bleiben, bis exzessives Sonnenlicht, fiebrige Erkrankungen, körperlicher oder geistiger Streß oder bestimmte Speisen oder Medikamente zu erneuten Krankheits-Ausbrüchen führen.

Der eigentliche Auslöser bleibt meist unbekannt.

 

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Die Hautveränderungen (schmerzhafte und zum Teil juckende, einzelne oder gruppierte Bläschen auf der geröteten Haut) können überall auf der Haut oder den Schleimhäuten auftreten, sind aber um den Mund, auf den Lippen, auf der Bindehaut (Konjunktiva) und der Hornhaut des Auges (Kornea) und an den Genitalien am häufigsten anzutreffen.

Nach einer kurzen Anfangsphase mit Kribbeln und Jucken erscheinen kleine, dichte Bläschen auf einer entzündeten Haut. Einzelne Gruppen sind 0,5-1,5 cm groß, aber mehrere Gruppen können zusammenfließen

Die Bläschen bestehen zumeist über mehrere Tage und trocknen dann unter Bildung einer dünnen, gelblichen Kruste ein. Die Heilung beginnt 8-12 Tage nach Einsetzen der Erkrankung und ist in etwa 3 Wochen abgeschlossen. Bei sekundärer Entzündung in feuchten Hautgebieten (Leistenbereich, Genitalbereich) kann die Heilung verzögert sein.

Einzelne Herpes-Bläschen heilen in der Regel vollständig aus, Neuerkrankungen (Rezidive) an der gleichen Stelle können jedoch zu Hautveränderungen und Narben führen.

Die Herpes-Erkrankung ist vielgestaltig!

  • Der Herpes genitalis, die Herpes-simplex-Hornhautentzündung (Keratitis) und die Mundfäule sowie der Herpes labialis
  • Mundfäule und Entzündung des weiblichen äußeren Genitales (Vulvovaginitis) können als Folge von Herpes-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten. Symptome sind unter anderem Reizbarkeit, Gewichtsabnahme (Anorexie), Fieber, Zahnfleisch-Entzündungen und schmerzhafte Geschwüre des Mundes und manchmal des äußeren weiblichen Genitales (Vulva) und Scheide (Vagina).
  • Das herpesvirusbedingte Panaritium (Umlauf) ist eine schmerzhafte und gerötete Schwellung des Fingerendgliedes, die von einer Herpesvirus-Infektion durch eine Hautverletzung herrührt. Bei Säuglingen und manchmal bei größeren Kindern können primäre Ausbrüche eine ausgedehnte Organbeteiligung oder tödliche Überschwemmung des Blutes mit Viren (Virämie) hervorrufen.
  • Frauen mit Typ-2-HSV-Infektion in fortgeschrittener Schwangerschaft können die Infektion auf den Feten übertragen, der dann eine schwere Überschwemmung des Blutes mit Viren (Virämie) entwickelt.
  • Herpes simplex ist manchmal die Ursache einer schweren Gehirnentzündung (Enzephalitis).

Bei AIDS-Patienten können Herpesinfektionen besonders schwer verlaufen. Progressive und dauerhafte Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis), Dickdarmentzündung, Geschwüre im Afterbereich, Lungenentzündungen und neurologische Syndrome werden gesehen.

 

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Wie wird die Diagnose bestätigt?

Herpes simplex kann mit Herper zoster verwechselt werden; der Herpes zoster-Erkrankung wiederholt sich jedoch selten und erzeugt stärkere Schmerzen und größere Gruppen von Bläschen, die entlang eines sensorischen Nerven (Nerv, der die Gefühlsempfindung weiterleitet) angeordnet sind.

Die Differentialdiagnose umfaßt auch Windpocken, Geschwüre im Genitalbereich oder Entzündungen der Mundschleimhaut anderer Ursachen und bläschenbildende Hauterkrankungen, insbesondere die "Dermatitis herpetiformis" und Medikamentenexantheme.

Wenn Verdacht auf Herpes simplex besteht, bestätigen Viruskulturen, ein zunehmender Anstieg der Serumantikörper (bei Erstinfektion) sowie die Biopsie die Diagnose. Mit neueren Techniken wie z.B. der Liquoruntersuchung mit Hilfe der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) ist eine frühe, nicht invasive Diagnose der Herpes-simplex-Enzephalitis möglich.

Wie kann der Herpes geheilt werden?

Bei oberflächlichen Infektionen sind lokal anzuwendende Mittel, wie sogenannte Virostatika z.B. Aciclovir wirksam.
Eine schonende Reinigung mit Wasser und Seife wird empfohlen, jedoch kann Feuchtigkeit die Entzündung verschlimmern und eine Heilung verzögern.
Bei sekundären Infektionen sind lokale Antibiotika (z.B. Neomycin-Bacitracin-Salbe) oder, bei schwereren Erkrankungen, entsprechende allgemein wirkende Antibiotika indiziert.

Bei Herpes simplex mit systemischen Manifestationen kann eine intensive Therapie (Kontrolle der Elektrolyte, Flüssigkeitszufuhr mittels Infusionen, Bluttransfusionen und Antibiotika) nötig sein. Die Allgemeinbehandlung mit Aciclovir oder Vidarabin wurde bei schweren Herpes-Infektionen eingesetzt, wie bei der "disseminierten Neugeborenenerkrankung".

Aciclovir hat in Fällen von Herpes-simplex-Enzephalitis eine günstige Wirkung gezeigt.

Eine Impfung gegen eine Herpes-Simplex-Virus-Infektion ist noch nicht verfügbar; die Arbeiten an der Erforschung eines solchen Impfstoffes laufen jedoch auf Hochtouren. Gegen die Windpocken-Infektion (Varizellen) gibt es die Möglichkeit der Impfung.

 
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Wie kann ich mich vor einer Herpes - Infektion schützen?

Der beste Schutz, um eine Herpes - Virus Infektion zu verhindern, liegt in dem Vermeiden von Haut- und Schleimhautkontakten (Küssen....); abwehrgeschwächte Patienten -zum Beispiel chemotherapeutisch behandelte Patienten- sollten den Kontakt mit dem an Herpes-Infizierten meiden.

 

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Es gibt außerdem einige grundsätzliche Tips, die Ihnen hilfreich sein werden:
  • versuchen Sie die wunden, schmerzhaften Stellen möglichst nicht zu berühren
  • wenn Sie Salben auf die wunden Stellen auftragen, reinigen Sie danach umgehend Ihre Hände; den sonst können Sie die Erkrankung auf andere Körperstellen verschleppen
  • benutzen Sie Tassen, Gläser, Bestecke keinesfalls gemeinsam
  • tragen Sie ggf. Kontaktlinsen und haben einen Herpes labialis, sollten Sie keinesfalls diese mit Speichel reinigen, da Binde- und Hornhaut befallen werden können
  • beim Herpes genitalis sollten Sie bis zur Abheilung auf Geschlechtsverkehr verzichten oder Kondome benutzen, sich aber einer Partnerbehandlung unterziehen
 

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Stand: 12. August 1999