| Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit | |
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| Steinreich zu sein - nicht unbedingt ein Vorteil: Seit vor gut 20 Jahren durch die damals neu eingeführte Ultraschalluntersuchung des Bauches bei einer Vielzahl von Menschen festgestellt wurde, daß sie Gallensteine in sich tragen -ohne daß sie irgendwelche Beschwerden hatten- weiß man, daß Gallensteine nicht automatisch Gallenkoliken und Gallenwegsverschluß bedeuten, sondern die einen keine oder nur gelegentliche, die anderen jedoch hochakute Beschwerden durch die Gallensteine bekommen können. Was ist der Grund für die Entstehung der Gallensteine? Die meisten klinischen Störungen der extrahepatischen Gallenwege rühren von Gallensteinen her, die häufiger bei Frauen auftreten und mit dem Alter zunehmen. In den USA haben 20% der Menschen über 65 Jahre Gallensteine, und jedes Jahr unterziehen sich mehr als 500000 einer Cholezystektomie (Gallenblasenoperation). Weitere Faktoren, die die
Entstehung von Gallensteinen begünstigen, sind Übergewicht, falsche Ernährung und
Gallensteine in der Familienanamnese. |
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| Etwa 80 % der
Gallensteine sind sogenannte Cholesterinsteine, bestehen also auch
Cholesterin. Die Gallenflüssigkeit enthält das Cholesterin, das durch Gallensäuren in
Form von Molekül-Komplexen in Lösung gehalten wird (Cholesterin ist ansonsten
wasserunlöslich). Scheidet die Leber mehr Cholesterin oder weniger Gallensäure in die
Gallenblase aus -kommt es als zu einer relativen Übersättigung der Gallen mit
Cholesterin- bilden sich durch Kristallisation "Cholesterin"-Steine. Man sagt, die Galle sei lithogen (=konkrementbildend), wenn in der Galle
vorhanden sind. Bei der Galle in der Gallenblase, die steinbildend ist, besteht also eine Übersättigung mit Cholesterin und ebenso eine relativ rasche Kristallisation von Cholesterin. Normalerweise bilden sich alle Gallensteine in der Gallenblase. Unter seltenen Voraussetzungen bilden sich Steine jenseits der Sphinkteren des Gallengangssystems bei Stauung der Gallenflüssigkeit oder in den Gallengängen nach einer Gallenblasen-Operation.
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| Welcher
Umstand verursacht nun eine akute Gallenkolik? Die meisten Patienten bleiben über lange Zeiten, häufig ein Leben lang, ohne jegliche Beschwerden. Denn etliche Steine können den Gallenblasengang mit oder ohne Verschlußsymptomatik passieren. Ein plötzlich auftretender -jedoch vorübergehender- Verschluß des Ductus cysticus führt zu kolikartigen Schmerzen, während ein dauernder Verschluß meist die Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) verursacht. Die meisten Verschlüsse sind vorübergehend, wobei sie jedoch eine Gallenkolik bis zu mehreren Stunden Dauer verursachen können. Diese Beschwerden treten oft nach einer allzu üppigen Mahlzeit auf, die vielleicht auch zu fettreich oder zu "schwer" war. Meist konstante, stechende (kolikartige) im rechten Oberbauch lokalisierte Schmerzen, zum Teil mit Austrahlung in den gesamten Bauch, gelegentlich auch in den Rücken, sind feststellbar. Übelkeit und Brechreiz sind zumeist vorhanden, Fieber nicht selten. Der gesamte rechte Oberbauch ist meist mehr oder minder stark druckempfindlich. Oftmals verursachen Steine, die aus der Gallenblase in den großen Gallengang (Ductus choledochus) gelangen, und den Gallen- oder Pankreasgang verschließen, ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild: Schmerzen, Gelbsucht (Verschluß-Ikterus), eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder eine Infektion der Gallenwege (Cholangitis) sind dann die möglichen Folgen. In sehr seltenen Fällen können große Steine, die durch die Gallenblasenwand penetrieren, einen Dünndarmverschluß hervorrufen (Gallensteinileus). Eine akute Gallenblasenentzündung sowie die selteneren Komplikationen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenwegsentzündung treten selten als Erstmanifestationen einer Gallensteinerkrankung auf; ihnen gehen meist Koliken voraus. Die Häufigkeit von Komplikationen - als Folge der Erkrankung selbst oder als Folge notfallsmäßiger Eingriffe - nimmt zu bei Patienten, die akut erkranken, eine schwere Erkrankung in anderen Organsystemen haben oder bei denen weitere diagnostische Maßnahmen (z.B. Untersuchung des Ductus choledochus) vorgenommen werden. Diese Risikofaktoren erfordern eine sorgfältige individuelle Bewertung der Schwere der Erkrankung und des richtigen Zeitpunkts der Behandlung bei jedem Patienten. Aufstoßen, Völlegefühl oder Erbrechen kommen gleichermaßen bei Gallensteinen, Magen- und Zwölffinderdarmgeschwüren und funktionellen Streßsymptomen vor. Symptome einer Verdauungsstörung und eine Unverträglichkeit fettreicher Nahrung werden oft fälschlicherweise einer Gallenblasenerkrankung zugeschrieben. Deshalb ist die genaue Diagnostik auch der anderen Verdauungsorgane für eine gesicherte Diagnostik von entscheidender Bedeutung.
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| Die Ultraschall-Untersuchung ist heute
die diagnostische Methode der Wahl bei der Suche nach eventuellen Gallensteinen. Die
Sensivität (ist der Anteil der Kranken mit positivem Test bezogen auf alle getesteten
Personen) beträgt 98%. Zur Differenzierung der Steine wird die röntgenologische Darstellung der Gallenblase (sogenannte Gallenblasen-Leer-Aufnahme) erforderlich, um zu erkennen, ob bei vorhandenen Steinen Kalkeinlagerungen eine vielleicht mögliche medikamentöse Steinauflösung verhindern. Die radiologisch darstellbare Füllung der Gallenblase ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Patienten, bei denen eine medikamentöse Gallensteinauflösung oder Lithotripsie (Stoßwellentherapie) versucht werden soll.
Die invasiveren radiographischen Verfahren (z.B. endoskopische retrograde Cholangiographie) erlauben einen verfeinerten Instrumenteneinsatz, der auch auf die chirurgische Therapie Auswirkungen hat.
Welche Therapie-Möglichkeiten gibt es? Es gilt zuerst einmal zu unterscheiden, ob die Gallensteine immer wieder Beschwerden verursachen oder ob bei zufällig entdeckten Gallensteinen oder nach einmaliger Beschwerdesymptomatik praktisch keine Symptome trotz Vorhandensein der Gallensteine auftreten:
Unter "aktiven" Vorgehen sind die Möglichkeiten zu verstehen, die Verursacher der Probleme -nämlich die Gallensteine- zu entfernen.
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| Ihre Erfahrungen
haben Ihnen gezeigt, daß bestimmte Speisen -selbst wenn sie nicht so schwer oder zu fett
sind- Ihnen Verdauungsprobleme verursachen; auch eine sehr späte Mahlzeit unmittelbar vor
dem Zubettgehen reicht in vielen Fällen aus, die Gallenblase zu reizen und sie akut zu
entzünden. Selbst wenn die Steine auf die eine oder andere Weise entfernt sind, ist es sinnvoll, durch die eine Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten die Verdauungsorgane zu entlasten: Bevorzugen Sie:
Verzichten Sie auf:
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| Bei einer akuten
Gallenkolik bewirkt eine "Feuchte Wärme" (lauwarm gefüllte
Wärmflasche mit einem feuchten Tuch umwickelt, die in einem trockenen Tuch eingeschlagen
ist) oft eine schnelle Linderung der akuten Beschwerden; entfernen Sie beengende
Kleidungsstücke; versuchen Sie sich hinzulegen, damit Ihr Bauch nicht gedrückt wird. Sollten die Beschwerden nicht aufhören bzw. sogar schlimmer werden, verständigen Sie Ihren Arzt. |
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