Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit

für

AZU-FE17.jpg (2276 Byte)

Allzu gutes und allzu reichliches Essen und ein Zuviel an Alkohol bei gleichzeitigem Rückgang der körperlichen Tätigkeiten haben in den letzten Jahren dazu geführt, daß die Fettleber zu der häufigsten Lebererkrankung geworden ist.

Von einer Fettleber spricht man, wenn die Leberzellen in über 50 % verfettet sind. Geringgradigere Fetteinlagerungen werden als Leberverfettung bezeichnet.

Neben der schon besprochenen hyperkalorischen Ernährung und dem Alkoholabusus können

Ursache einer Fettleber sein. In einer Fettleber wird Fett meist in Form von Triglyzeriden abgelagert.

AZU-FE18.jpg (2128 Byte)
Welch herausragende Bedeutung die Leber für den Stoffwechsel spielt, sei kurz zusammengefaßt durch einige prägnante Stichworte -allein für den Fettstoffwechsel- dargestellt::
  • mit einem Gewicht von etwa 2,5 % unseres Körpergewichtes ist die Leber unsere größte Drüse
  • die Leber baut das in der Leber speicherbare Kohlenhydrat "Glykogen"  entweder aus Aminosäuren auf oder durch den Abbau von Kohlenhydraten
  • die Leber ist als zentrales Organ am Aufbau und am Abbau der Lipoproteine beteiligt
  • die Leber synthetisiert Cholesterol und die daraus abgeleitete Gallensäuren, die zur Verdauung benötigt werden.......

Die Anhäufung der Triglyzeride in der Leber ist die Folge einer erhöhten Bildung oder einer verminderten Elimination der Triglyzeride durch die Leberzellen. 
Die verschiedenen Mechanismen, die bei der Entstehung der Fettleber eine Rolle spielen, können allein oder zusammen wirksam sein.

Bei beträchtlicher Fettablagerung neigt die Leber dazu, stark vergrößert, weich und blaß zu werden. Die allgemeine Leberstruktur kann dabei -unter dem Mikroskop betrachtet- normal sein. Das Fett tendiert dazu, in Triglyzeridform als große Tropfen zusammenzuschmelzen und den Zellkern in die äußeren Bereiche der Zellen zu drängen. 

 

AZU-FE14.jpg (4127 Byte)
Macht die Fettleber Beschwerden?

Die Fettleber macht zumeist -zumindest zum Beginn der Erkrankung- keine Beschwerden.

Die Fettleber stellt sich meist bei der körperlichen Untersuchung als druckunempfindliche, meist asymptomatische Lebervergrößerung dar. Die Patienten sind gewöhnlich beschwerdefrei. 

Es können jedoch auch Schmerzen im rechten oberen Quadranten des Bauches, eine leichte Abwehrspannung und zuweilen eine Gelbverfärbung der Haut und der Schleimhäute auftreten, oder die Fettleber kann als einziger pathologischer Befund nach einem plötzlichen, unerwarteten und vermutlich  metabolisch (stoffwechselbedingt) bedingten Tod gefunden werden.

 

AZU-FE22.jpg (8654 Byte)

Wie kann man eine Fettleber diagnostizieren?

Es besteht nur eine geringe Verbindung zwischen Fettleber und den Störungen der normalerweise durchgeführten biochemischen Tests für Lebererkrankungen. 

Dennoch läßt sich die genaue Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese: ernährungsbedingte Erkrankungen wie Diabetes mellitus..., Alkoholkonsum, andere Grunderkrankungen), eine Erhöhung der yGT- Werte und anderer leberspezifischer Werte sowie Laborveränderungen durch die Grunderkrankung und durch die Ultraschalluntersuchung der Leber [diese zeigt ein verdichtetes Binnenreflexmuster der Leber] die Diagnose "Fettleber" verdichten.

Die zweifelsfreie Diagnose der Fettleber kann nur auf histologischer Grundlage (z.B. einer Leberbiopsie) gestellt werden, jedoch ist dies nur in besonderen Fällen erforderlich.

 


Prognose und Therapie

Die Fettleber ist zwar meist reversibel, aber nicht an sich harmlos. So kann auch bei der alkoholbedingten Fettleber plötzlich der Tod eintreten. 
Abgesehen von der Beseitigung der Ursache oder der Behandlung der Grunderkrankung ist keine spezifische Therapie bekannt. 

Die folgenden Aussagen bildeten bisher die Grundlage der medizinischen Erfahrungen:

  • "In den meisten Fällen führt eine Fettleber nicht zur Zirrhose; das klinische Bild ist sogar in scheinbar aussichtslosen Fällen (wie Fettleber in der Schwangerschaft oder Lebervergiftung durch Tetrazykline) oft reversibel". 

  • "Sogar eine Fettleber bei Fettsucht bei Diabetes mellitus führt nicht zwangsläufig - wie man bisher angenommen hat - zur Leberzirrhose". 

  • "Wenngleich Leberzellgifte wie Alkohol oder Tetrachlorkohlenstoff (letzterer bewirkt auch eine Leberzellnekrose) unter Umständen eine Leberzirrhose bewirken können, fehlt immer noch der schlüssige Beweis, daß jede Fettleber per se zur Leberzirrhose führt. Einige weitere klinische Umstände müssen zudem wahrscheinlich vorhanden sein".

Allerdings belegen die Ergebnisse einer britischen Forschergruppe -die in der sehr renommierten medizinischen Zeitschrift "LANCET" 1995 veröffentlicht wurden, daß die Fettleber ein Risiko für die Entstehung einer Leberfibrose oder einer Leberzirrhose darstellt.

 

AZU-FE15.jpg (3380 Byte)
Zuallererst einmal die möglichen Noxen (schädigende Stoffe) meiden:
  • verzichten Sie auf Alkohol
  • ernähren Sie sich kalorienbewußt, denn
  • eine richtige Ernährung ist wesentliche Voraussetzung für eine dauerhafte und gesunde Senkung der erhöhten Blutfette:

    • mageres Fleisch, viel Gemüse, fettarme Wurst und Käse

    • mit pflanzlichen Fetten zubereitete Speisen

    • weniger tierische Fette

    • mehr Vollkornprodukte und dunkle Brotsorten

    • Gemüse- u. Fruchtsäfte, Mineralwasser, Tee und Kaffee ohne Zucker

    • der Speiseplan sollte viel frisches Gemüse und Obst enthalten

Die eventuell bestehenden Grunderkrankungen -wie zum Beispiel der Diabetes mellitus- sollten Sie sorgfältig bei Ihrem Arzt kontrollieren lassen.

 

AZU-FE16.jpg (2269 Byte)

Senken Sie ggf. Ihr erhöhtes Körpergewicht!

Körperliche Bewegung jeder Art, die die meisten von uns nicht in der erforderlichen Regelmäßigkeit betreiben, ist da „A" und „O" einer sinnvollen ergänzenden Therapie.

Denken Sie daran, daß nur vernünftige Ernährung und körperliche Bewegung das mit der Erkrankung einhergehende erhöhte Risiko senken kann.

 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                Ihr

© ddf8c.jpg (6740 Byte)
Stand: 15. August 1999