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Zerrungen und Verstauchungen

Verstauchungen -medizinisch als Distorsionen bezeichnet- sind Gelenkverletzungen, die durch eine Überschreitung der normalen Bewegungsgrenzen eines Gelenkes, etwa beim Umknicken) entstehen.

Die Begriffe Verdrehung, Verzerrung oder Zerrung sind synonym zu gebrauchen.

Es kommt hierbei zu einer Überdehnung und/oder Zerrung der Muskulatur, der das gelenk umgebenden Bänder, Gelenkkapseln und/oder Sehnen. Zumeist führt das traumatisierende Ereignis nur zu einer vorübergehenden Überdehnung, es kann infolge stärkerer Distorsion aber auch zu Kapsel- und Bänderrissen kommen.

Die häufigsten Ursachen für Distorsionen sind: 

  • Sportverletzungen aller Art, 
  • Stürze, 
  • Umknicken und 
  • Ausrutschen 
  • sowie "ausgeleierte" oder nicht regelhaft verlaufende Bänder.

 


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Die Körpergelenke, die dem Menschen Beweglichkeit verleihen, sind komplex im Aufbau und noch komplexer in der Funktion: man unterscheidet große und kleine Gelenke (zum Beispiel Hüftgelenk und Fingergelenk) und je nach Aufbau Kugelgelenke (Hüfte) und Scharniergelenke (Ellenbogen).

Die Gelenke werden umgeben von einer bindegewebigen Gelenkkapsel und an der Außenseite verstärkenden Gelenkbändern (etwa Innen- und Außenband des Kniegelenkes).

Andere Bänder ziehen durch mehrere Knochen, und verbinden diese auf dies Weise zu einer funktionellen Einheit (zum Beispiel Kahn- und Fersenbein).

 

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Die Erkrankungen, die sich aus den vielfältigen Möglichkeiten der Verletzungen ergeben, sind geprägt durch die Art und Weise der Funktion des betreffenden Gelenkes:

So ist eine Kniegelenks-Distorsion mit Abriß eines Außenbandes anders zu bewerten als eine Distorsion im oberen Sprunggelenk.

Allen gemeinsam sind die folgebedingten Schmerzen, oft verbunden mit Schwellungen und Blutergußbildungen. Zuweilen kann man den Fuß oder den Finger nicht mehr richtig bewegen oder strecken, wenn eine Sehne oder ein Muskel gerissen ist.

 

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Das Ausmaß der Verletzung wird bei der eigentlichen Untersuchung, ggf. ergänzt durch Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke, zumeist schon genau erkannt; zuweilen sind Spezialuntersuchungen wie Schichtaufnahmen (Tomographien) oder Computertomographien erforderlich, um das Ausmaß der Verletzung exakt einzuschätzen.

Sogenannte „gehaltene Aufnahmen", bei denen durch „Handarbeit" das verletzte Gelenk sich „aufklappen läßt", weißen einen Riss des Bandapparates nach.

Anlegen von Verbänden (Stützverband, Tape-Verband, .....) wird zuweilen erforderlich sein, ggf. auch ein Gipsverband bei Bänderruptur; je nach Art und Schwere der Verletzung ist auch eine chirurgische Versorgung erforderlich. Eine Luxation ist immer schnellstmöglichst zu beseitigen, damit keine ernährungsbedingte Schädigung der Gelenkfläche eintritt.

 

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Schonung, Hochlagern des betreffendes Gelenkes, Kühlen (mit Kältekompressen, Eiswürfels oder Kältespray) ist die erste Maßnahme, die Sie direkt nach der Distorsion ergreifen sollten.

Abschwellende Heparin- oder Salicylat-Salben können diese Maßnahmen ergänzen und sollten über mehrere Tage hinweg angewandt werden.

Zögern Sie bitte jedoch nicht Ihren Arzt aufzusuchen, wenn das Gelenk stärker anschwillt bzw. schmerzt und/oder die Gelenkbeweglichkeit eingeschränkt ist: knöcherne Ausrisse oder Muskel- bzw. Sehnenabrisse können die Ursache sein und sollten baldmöglichst entsprechend versorgt werden.

Nach der Schonung müssen die Gelenke erst langsam wieder in ihrer Funktion trainiert werden; also versuchen Sie nicht, nach einem zwar gut ausgeheilten Bänderriß, einen 5000 Meter Lauf zur Einstimmung.

 

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Stand: 13. August 1999