| Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit | |
![]() |
|
für |
|
| Sie wissen, daß zu hohe Blutzuckerwerte bzw.
starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels Gefäßwandveränderungen
verursachen können, was zur Arteriosklerose führt. Dadurch kommt es zu
einer schlechteren Durchblutung des Gewebes. Besonders betroffen sind die Netzhaut des
Auges, die Nieren, die Herzkranzgefäße und das Gehirns. Aber auch die Nerven werden durch die hohen Blutzuckerspiegel geschädigt. Insbesondere an den Extremitäten führt dies zu Störungen der Empfindung mit einer verminderten bzw. gänzlich aufgehobenen Wahrnehmung von Schmerz und Temperatur (diabetische Polyneuropathie). Diese Aufzählung der allgemeinen Veränderungen ist Ihnen schon bekannt. Wenn Ihre Füße brennen, und das auch oft schon in Ruhe, wenn Sie ein Kribbeln, etwa wie Ameisenlaufen an Ihren Unterschenkeln, eventuell auch an Ihren Händen verspüren und wenn Mißempfindungen auftreten, bei denen Sie kaum zwischen heiß und kalt unterscheiden können, sind dies bei einem Diabetiker typische Anzeichen für das Vorliegen einer diabetischen Polyneuropathie.
|
|
| Wie Sie
wissen, spielen bei der Entstehung der diabetischen Polyneuropathie stoffwechselbedingte
Veränderungen auf Grund des zu hohen Zuckers (Hyperglycämie) eine bedeutende Rolle.
Neueste Erkenntnisse lassen vermuten, daß in den Nerven von Diabetikern die
Konzentration von bestimmten Endprodukten des Zuckerstoffwechsels -wie zum Beispiel
Sorbit- erhöht, die von alpha-Linolensäure hingegen vermindert ist. Auch konnte für die Entstehung eine genetische Disposition nachgewiesen werden und es mehren sich Hinweise für eine Beteiligung immunologischer Faktoren. Die Symptome der Polyneuropathie entwickeln sich langsam, häufig über Monate oder Jahre, und beginnen oft mit Empfindungsstörungen in den unteren Extremitäten. Kribbeln, Taubheitsgefühle, brennender Schmerz oder Verminderung der Vibrationsempfindungen stehen im Vordergrund. Der Schmerz ist nachts häufig stärker und nimmt bei Berührung des betroffenen Bereichs oder bei Temperaturänderungen zu. In schweren Fällen können die oberflächliche Haut betreffende Sensibilitätsausfälle objektiviert werden, typischerweise mit einer strumpf- oder handschuhförmigen Verteilung. Der Achillessehnenreflex oder andere Eigenreflexe sind vermindert oder fehlen. Schmerzlose Geschwüre können auftreten, wenn der Sensibilitätsverlust tiefgreifend ist. Sensible oder reflektorische Ausfälle können zu Gangstörungen führen, Schwäche und Atrophie der Muskeln der distalen Gliedmaßen sind Ausdruck der Beteiligung motorischer Fasern. Autonome Nerven können zusätzlich, aber auch ausschließlich erkrankt sein. Zeichen sind: nächtliche Diarrhoe, Blasen- und Darminkontinenz, Impotenz oder orthostatische kreislaufbedingte) Hypotonie. Vasomotorische (gefäßbedingte) Symptome variieren: die
Haut kann blasser und trockener als normal sein, andererseits können übermäßiges
Schwitzen und/oder eine dunkle Verfärbung bestehen. Trophische Veränderungen sind
häufig bei schweren und langdauernden Erkrankungen; sie äußern sich in glatter,
durchscheinender Haut, eingefallenen oder zerfurchten Nägeln und Osteoporose. |
|
Die
klinische Manifestation der diabetischen Neuropathie, die wie erwähnt die
arterielle Verschlußkrankheit komplizieren kann, umfaßt:
Bei Infektionen kommt es häufig zu einem gleichzeitigen Auftreten von pyogenen Keimen und Pilzbefall. Häufig liegt primär eine mykotische Infektion vor, die zu feuchten Interdigitalläsionen, Rissen, Spalten und Ulzerationen führt, die dann eine sekundäre bakterielle Invasion begünstigen. Häufig kommt es auch durch Manipulation an einem eingewachsenen Zehennagel, einer Fußsohlenverhornung oder einem Hühnerauge zur Infektion. Daraus kann sich eine Gewebsentzündung, eine Lymphangiitis und ein Übergreifen auf tieferes Weichteilgewebe mit Abszeßbildung, Osteomyelitis und Gangrän entwickeln. Beim Diabetiker sind Infektionen und Gangrän infolge der Neuropathie relativ schmerzlos. Eine Osteomyelitis (Knochenhautentzündung) der kleinen Knochen heilt oft nicht mehr aus.
|
|
| Die
Neuropathie ist eher ein Symptomenkomplex als eine einheitliche Krankheit; ihre Ursache
muß gefunden werden und dies oft oftmals mit einigen Schwierigkeiten verbunden: Hinweise auf eine systemische Erkrankung können sich aus der Anamnese oder der klinischen Untersuchung ergeben. Zu ihnen gehören arterielle Hypertonie, Hautausschlag, Hautulzerationen, Raynaud-Phänomen, Gewichtsverlust, Fieber oder Lymphknotenveränderungen. Die Durchführung ergänzender Laboruntersuchungen wird in vielen Fällen die Verdachtsdiagnose bestätigen; weitere neurologische Untersuchungsverfahren (zum Beispiel die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit....] können im Zusammenhang mit der Kenntnis von Vorgeschichte und Verlauf der Erkrankung die Diagnose sichern.
Kausale Behandlungsmaßnahmen sind z.B. Infusions-Behandlungen, die den Energiestoffwechsel der Nervenzellen anregen können. Meist sind jedoch ergänzende symptomatische Maßnahmen wie die Gabe von schmerzlindernden Medikamenten erst in höherer Dosierung erfolgreich, so daß zur Begleittherapie auch die Nerven beruhigende Medikamente -wie zum Beispiel, Carbamazepin, das man auch bei der Erkrankung des Trigeminus-[Gesichts]-Nervens einsetzt. Nächtliche Wadenkrämpfe sprechen gut auf Magnesium, Kalzium oder auf muskelrelaxierende Medikamente an.
|
|
| Beobachten
Sie Ihren Körper! Vor allem sollten Sie auf kleinste Veränderungen an Ihren Füßen
achten, aber auch eventuellen Mißempfindungen Ihre Aufmerksamkeit schenken. Denn diese
können wichtige Warnsignale sein. Im übrigen gelten für Sie die gleichen Grundsätzlichkeiten wie für den Diabetiker im allgemeinen: um die Folgeschäden eines Diabetes mellitus möglichst gering zu halten oder besser ganz zu vermeiden, ist eine sorgfältige Blutzuckereinstellung unbedingt erforderlich. Sollten Sie die schon beschriebenen Symptome wie Kribbeln oder Mißempfindungen an Füßen und Händen feststellen, sprechen Sie Ihren Arzt frühzeitig darauf an: denn auch hier gilt: je früher die Erkrankung festgestellt wird, um so größer ist die Chance sie günstig zu beeinflussen. Die tägliche Fußkontrolle sollten Sie vor allem dann machen, wenn Sie Nervenstörungen haben und deshalb nicht mehr sicher fühlen können, ob eine Verletzung oder andere Störungen am Fuß vorliegen.
|
|
| Kaufen
Sie passende Schuhe; wählen Sie die Schuhe am Nachmittag aus, denn dann sind die Füße
meist dicker. Die Schuhe sollen dann passen, ohne zu eng oder zu weit zu sein. Tragen Sie
nie Schuhe aus Kunststoff, denn darin schwitzen Ihre Füße zu stark. Kontrollieren Sie Ihre Füße jeden Tag, denn auch kleinste Verletzungen können schwerwiegende Folgen haben:
Und noch etwas zum Schluß: Denken Sie daran, daß Sie sich jeden Tag viel an der frischen Luft bewegen. |
|
|
|
|
![]()
