Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Mit dem Begriff „Akne" werden an sich mehrere Krankheitsbilder mit völlig unterschiedlicher Ursache und verschiedenem Verlauf bezeichnet:

Grundsätzlich handelt es sich um eine Erkrankung der Talgdrüsen, die im Gesicht, Schultergürtelbereich und im V-förmigen Bereich der Brust und des Rückens besonders zahlreich sind.

Das Auffällig ist der Mitesser (Komedo) im Gesicht und an den anderen bevorzugten Körperstellen. Es kommen dann eitrige Pusteln bzw. knotige Veränderungen der Haut in zweiter Linie hinzu.

Beginn, Schwergrad und Verlauf der Akne-Erkrankung werden von mehreren Einzel-Faktoren bestimmt: fehlt einer oder mehrere dieser Einzelfaktoren, tritt die Akne nicht bzw. nur in deutlich abgeschwächter Form auf.

 


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Die Akne beginnt gewöhnlich mit dem Eintreten in die Pubertät, kann aber auch in späteren Jahren noch zur Ausprägung kommen.

Wichtige Faktoren bei der Entstehung der Akne sind:

  • Vererbung

  • erhöhte Talgproduktion

  • Hormone

  • Bakterien

  • Verhornungsstörung der Haut und erhöhte Reaktionsbereitschaft der Talgdrüsenfollikel auf aknererzeugende Reize.


Man teilt der Akne auf Grund der Ursache in drei verschiedene Formen ein:

  • Endogene Akne

  • Exogene Akne

  • Medikamentöse bedingte Akne

A. Endogene Akne: (eigentliche bekannte Akne):

Hierbei ist die genetische Disposition und die physiologischen hormonellen Umstellung der Körpers in der Pubertätsphase ursächlich für die Entstehung. Je nach Überwiegen des Erscheinungsbildes unterscheidet man verschiedene Formen, wobei die acne conglobata die schwerste -vorwiegend bei Männern anzutreffende Verlaufsform darstellt, die sich bis in die Leistenregionen ausdehnen kann.

Um eine wenig bekannte, jedoch nicht seltene Form der Akne wird als acne excoriée bezeichnet: diese tritt fast nur bei jungen Mädchen bzw. jungen Frauen auf. Ursache ist ein selbst erzeugtes Krankheitsbild (im Sinne einer fast neurotischen Verhaltensstörung), bei dem durch eine fast zwanghafte Manipulation ein einen noch so kleinen Mitesser, der aufgedrückt oder weggekratzt wird, eine Schädigung der Haut zustande kommt.

B. Exogene Akne: sie entsteht durch äußere chemische oder physikalischen Schädigungen(Noxen), die bei entsprechender Veranlagung an der Talgdrüse eine Aknereaktion auslösen. Beispiele hierfür sind die Kosmetikakne (Kontakte mit Lanolin, Paraffinölen, Sonnenschutzmitteln, Rasierschaum, Körper- und Haarwaschmitteln...). Die bekannte Chlorakne oder Teerakne gehört zu dieser Form

C. Medikamentöse bedingte Akne: Die nachfolgenden Medikamente können eine Akne provozieren:

  • Jod- oder Bromverbindungen

  • Vitamin B6 - B12

  • Cortikosteroide (Steroidakne)

  • oder Phenobarbiturate

Dabei handelt es sich um keineswegs seltene Medikamentennebenwirkungen.

 


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Akneveränderungen finden sich überwiegend im Gesicht, aber häufig auch im Nacken, auf der Brust, am oberen Rücken und auf den Schultern. Gelegentlich zeigen sich große Knoten und Zysten am Rücken und auf den Schultern und nur wenige Akneveränderungen im Gesicht. Diese Form wird als Acne tropicalis bezeichnet, obwohl ihr Auftreten nicht auf warmes und feuchtes Klima beschränkt ist.

Für die Einschätzung der Therapie und Prognose wird die Akne am besten gemäß den vorherrschenden Hautveränderungen als oberflächliche Akne oder als tiefe Akne eingestuft. Oftmals kommt es zu einer spontanen Besserung der Akne, die sich jedoch leider nicht vorhersagen oder zeitlich näher bestimmen läßt.

  • Eine oberflächliche Akne ist gekennzeichnet durch entweder offene (schwarze) oder geschlossene (weiße) Komedonen, entzündete Papeln, oberflächliche Zysten und Pusteln. Gelegentlich kommen große Cysten vor, manchmal als Folge einer Manipulation oder eines Traumas an einem sonst nicht entzündeten offenen Komedo.
  • Eine tiefe Akne ruft darüber hinaus tiefe entzündete Knoten und vereiterte Zysten hervor; manche von ihnen öffnen und entleeren sich an der Hautoberfläche. Häufig bilden sich Narben.

Die Prognose für eine narbenlose Heilung ist bei oberflächlicher Akne gut; ungeschickte Versuche, offene Komedonen oder oberflächliche Zysten auszudrücken, und Kratzen an rupturierten Herden führen häufig zu verstärkter Narbenbildung.

 


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Die Diagnose der Akne ist im allgemeinen einfach und nicht das Problem. Komedonen sind fast immer vorhanden, und gleichzeitig sind Effloreszenzen in verschiedenen Entwicklungsstadien nebeneinander zu sehen.

Doch wie behandelt man eine Akne?

Man unterscheidet eine systemische Therapie (Gabe von Medikamenten) von einer topischen Therapie (lokale Anwendung von Salben).

Bei der systemischen Therapie werden verschiedenen Antibiotika verabreicht, die die Freisetzung von aknegener Fettsäuren hemmen sowie Antiandrogene, die bei Frauen zur Hemmung der Talgsekretion gegeben werden, die ohnehin die „Pille" einnehmen; in diesem fall ist dies auch eine sehr sinnvolle Kombination mit den lokal aufzutragenden Salben/Lösungen.

  • Bei besonders schwer verlaufenden Akneformen wird man Retinsäure (Roaccutan) einsetzen, das jedoch bei Frauen im gebärfähigen Alter nur unter dem „Pillenschutz" während und bis zu drei Monate nach der Therapie erfordert.

Die topische (lokale) Therapie: hierbei ist das derzeit wohl effektivste Medikament die Vitamin-A-Säure, die anfangs einmal, später zweimal auf den betroffenen Stellen dünn aufgetragen wird.

  • Das Benzoylperoxid ist weniger wirksam als die Vitamin A-Säure, jedoch den anderen „Schälmitteln" überlegen. Lokal als Salben oder Lösungen aufgetragen Antibiotika lassen sich vor allem bei entzündlicher Akne anwenden. Die alten klassische Methode der „Austrocknung" (mit Schwefel- und zinksulfathaltigen Präparaten hat heute praktisch keine wesentliche Bedeutung mehr.

Eines darf man jedoch nicht vergessen: oftmals sind die Betroffenen -gleich ob junge Mädchen oder Jungen- in ihrem Selbstwertgefühl empfindlich gestört: viele ziehen sich zurück, andere benutzen ihre Akne als Entschuldigung dafür, schwierigen persönlichen Entwicklungsprozessen aus dem Wege zu gehen.

Hier sollte auch eine ergänzende psychologische Beratung der Betroffenen ansetzen, die auch die Eltern mit einbezieht. Mit Verständnis und Hilfestellung wird die für viele doch recht schwierige Zeit leichter zu meistern sein.

 

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Was können Sie selbst tun:

Zur Reinigung Ihrer Haut sollten Sie milchartige Emulsionen, alkoholarme Lösungen verwenden, die eine oberflächliche entzündungshemmende (antimikrobielle) Wirkung haben. Allerdings muß man sich darüber klar werden, die die Akne nicht auf Grund nicht ausreichend Reinlichkeit beruht und daher nicht durch übereifrige und ausgedehnte Reinigungsprozeduren unterdrücken kann.

Unter dem Einfluß von ultraviolettem Licht (im Sommer) bessert die häufig die Aknereaktion, vor allem die entzündlichen Veränderungen. Die Talgdrüsen Aktivität und die Entstehung der Komedonen wird durch Sonnenlicht jedoch nicht beeinflußt.

Eine langfristige und übertriebene UV-Bestrahlung (sowohl im Urlaub als auch unter der dem Solarium) ist wegen der entstehenden Spätschäden der Haut sicherlich nicht von Vorteil.

 


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Es ist allgemein bekannt, daß die Akne sich häufig im Winter verschlimmert und sich im Sommer bessert, wahrscheinlich aufgrund der heilenden Wirkung der Sonne.

Akne kann bei Frauen im gleichen Zyklus wie die Regelblutungen auftreten. Akne kann sich während einer Schwangerschaft bessern oder verschlimmern. Bei einer Vielzahl von Frauen, die erstmals zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr Akneerscheinungen haben, scheinen bestimmte Kosmetika (speziell   Feuchtigkeitsspender), die komedogenes Öl enthalten, die Akne zumindest zu begünstigen, wenn nicht gar hervorzurufen..

Häufig bestehen auch recht falsche Ansichten über den Zusammenhang zwischen Akne und Diät, Sport und Sex. während einer Schwangerschaft   Diätetische Maßnahmen zeigen erfahrungsgemäß keine entscheidende Wirkung. Denn die meisten derartigen Versuche zeigen, daß Akne nicht ernährungsbedingt ist.


Andere therapeutische Maßnahmen richten sich nach der Schwere der Erkrankung.

Oberflächliche Akne: Fettige Gesichtshaut sollte mehrmals täglich gewaschen werden (obwohl dadurch die Effloreszenzen nur wenig beeinflußt werden). Jede gute, parfümfreie Toilettenseife ist geeignet. Antibakterielle Seifen zeigen keine bessere Wirkung.
Große Komedonen können ein- bis zweimal wöchentlich vorsichtig entfernt werden, möglichst nach Auflegen von Heißwasserkompressen.

Die Eröffnung der entzündeten Hautveränderungen sollte erst dann durchgeführt werden, wenn sie sich zu einer Pustel entwickelt haben. Das Abkratzen der Kruste von einer offenen Läsion kann die Heilung um mehrere Wochen verzögern und Narben hervorrufen.

 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                   Ihr

 

 

 

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Stand: 05. Juni 1999