Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Heuschnupfen – Die alljährliche Qual mit den Pollen

Wenn im Frühjahr die Natur wieder zum Leben erwacht, beginnt für viele Menschen wieder ein alljährlicher Alptraum. Etwa 15 – 20% der Bevölkerung kämpfen wochenlang mit Atemwegsproblemen, geröteten Augen, laufender Nase und Juckreiz. Diese Patienten leiden an allergischer Rhinitis oder Heuschnupfen. Die Erkrankung zählt zum Formenkreis der allergischen Krankheitsbilder, d.h. sie wird durch eine Überempfindlichkeitsreaktion unseres Abwehrsystems ausgelöst.

Bei Heuschnupfenpatienten liegt eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Pflanzenpollen z.B. Birkenpollen vor. Kommen die betroffenen Personen mit derartigen Pollen in Kontakt, wird die Erkrankung ausgelöst, d.h. es kommt zur Reizung der Haut und Schleimhäute insbesondere an den Augen und der Nase. Die Folgen davon sind juckende, rote Augen, eine laufende Nase sowie Probleme beim Atmen.

Die Ursache für diese überschießende Reaktion des Abwehrsystems ist nicht bekannt. Man vermutet, daß verschiedene Faktoren wie erbliche Anlagen, Streß und Umweltfaktoren die Entstehung einer allergischen Rhinitis fördern. Von der Erkrankung können alle Altersstufen betroffen sein, jedoch überwiegen Jugendliche und junge Erwachsene. Je älter jemand ist, desto weniger wahrscheinlich ist das Neuauftreten einer allergischen Rhinitis.

 

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Unser Abwehrsystem hat die Aufgabe unseren Körper vor "fremden", d.h. möglicherweise krankheitsverursachenden, Stoffen zu schützen. Diesen sind wir durch Nahrung, Atemluft u.a. ausgesetzt.
Das Immunsystem muß also in der Lage sein, körpereigene Zellen und nützliche Stoffe von körperfremden zu unterscheiden, sowie die Fähigkeit besitzen, bei Kontakt mit fremden, schädlichen Stoffen diese unschädlich zu machen.
Dies geschieht entweder durch ganz spezielle Zellen, die in der Lage sind, die Fremdstoffe (Antigene) zu erkennen und aufzunehmen, oder durch von unserem Körper produzierte Stoffe (Antikörper), die sich mit den Antigenen verbinden und sie somit unschädlich machen.

Diese Zellen oder Stoffe sind Bestandteile des Blutes, so daß sie mit dem Blutkreislauf an jede beliebige Stelle des Körpers transportiert werden können. Darüber hinaus sind sie in sehr hoher Konzentration in Bereichen die mögliche Eintrittspforten für Krankheitserreger darstellen, nämlich Nasen-, Mund und Rachenraum zu finden. Kommt es an diesen "Eintrittsstellen" zum Kontakt mit Fremdstoffen wird eine Abwehrreaktion ausgelöst.
Diese Abwehrreaktionen müssen in ihrer Stärke genau dosiert werden. Eine überschießende, d.h. zu starke Abwehrreaktion, verursacht eine Allergie.

Bei Patienten mit Heuschnupfen hat beim ersten Kontakt mit den fremden Stoffen eine sogenannte Sensibilisierung stattgefunden. Dadurch wird der Körper in die Lage versetzt, diese Stoffe als körperfremd zu erkennen. Bei jedem weiteren Kontakt mit den Pollen findet aber eine zu heftige Abwehrreaktion statt, die zur Beeinträchtigung unserer "normalen", körpereigenen Zellen führt.
Da sich diese Reaktion an den möglichen Eintrittspforten der Fremdstoffe (Nase, obere Atemwege, Augen) abspielt, kommt es auch in diesem Bereich zu erkennbaren Hautreaktionen. Die Folgen sind Juckreiz, Rötung, Hautausschlag mit Quaddelbildung, vermehrter Schleim und Tränensekretion sowie Luftnot.

 

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Heuschnupfen ist eine Erkrankung, bei der die Beschwerden jedes Jahr aufs neue auftreten. Schwere und Ausmaß der Symptome können dabei erheblich variieren. Die Pollen verschiedener Gräser, Blumen oder Bäume sind Ursache für die Reizung der Schleimhäute an Nase, Augen, und Rachen.

  • Es kommt zu einer Rötung und Schwellung der Bindehaut am Auge mit starker Tränensekretion und brennendem Juckreiz.

  • Die Augen des Patienten sind rot geschwollen und erscheinen glasig.

  • Die Nasenschleimhäute werden durch die Inhalation von Pollen mit der Atemluft ebenfalls stark gereizt. Sie ist wie die Bindehaut am Auge entzündet.

  • Dies geht einher mit einer vermehrten Produktion von wässrigem Sekret und einer Einschränkung der Nasenatmung. Vergleichbar mit den Beschwerden beim "banalen" Schnupfen kommt es zum "Laufen" der Nase.

  • Häufiges Niesen, stark geschwollene Augenlider und Atemwegsprobleme treten besonders bei starkem Pollenkontakt oder bei Patienten mit sehr ausgeprägtem Heuschnupfen auf.

  • Neben diesen lokalen Symptomen können in Einzelfällen auch Allgemeinsymptome auftreten: diese reichen von Müdigkeit und allgemeinem Unwohlsein bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Diese Maximalausprägung einer allergischen Reaktion stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar, bei dem es zu plötzlichem Blutdruckabfall, Herzrasen, Atemnot und Quaddelbildung mit starkem Juckreiz am gesamten Körper kommt. Dieser Zustand erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Der anaphylaktische Schock ist zwar nicht gerade häufig, dennoch sollte jeder Allergiker darüber informiert sein und bei den entsprechenden "Frühsymptomen" wie plötzliches Kribbelgefühl in den Händen und Füßen, zunehmende Atemprobleme sowie beginnende Quaddelbildung umgehend einen Arzt aufsuchen.

 

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Die Diagnose Heuschnupfen kann aufgrund der "typischen" Symptome die auftreten und der Beschwerden, welche die Patienten ihrem Arzt schildern häufig direkt gestellt werden. Nach Diagnosestellung muß geklärt werden, gegen welches Allergen der Patient reagiert.

Um dies herauszufinden werden verschiedene Allergietests angewendet. Der Arzt bringt hierbei verschiedene Testsubstanzen mit genau definierten bekannten Inhaltsstoffen auf die Haut des Patienten auf. Die Konzentration der jeweiligen Inhaltsstoffe liegt dabei unterhalb des gefährlichen Bereiches. Trotzdem kommt es bei den für die allergische Reaktion verantwortlichen Stoffen zu einer Hautveränderung anhand derer der Arzt erkennen kann, ob bzw. gegen welchen Stoff eine Allergie vorliegt.

Bei den Allergien gibt es keine kausale d.h. die Ursachen bekämpfende Therapie. Ziel der von Ihrem Arzt eingeleiteten Behandlung wird die Linderung Ihrer Beschwerden sein. Dafür stehen verschiedene Medikamente mit unterschiedlichem Wirkungsspektrum zur Verfügung. Es gibt einerseits Präparate, die zu einer Verminderung der Erregbarkeit des Abwehrsystems führen, andererseits stehen Mittel zur Verfügung, welche die lokalen Reaktionen an Haut und Schleimhäuten reduzieren. Die große Gefahr einer zu starken Blockierung des Abwehrsystems liegt in einer erhöhten Infektionsanfälligkeit.

Neben diesen Möglichkeiten der konventionellen Medizin wurden in der vergangenen Zeit auch häufig alternative Therapiekonzepte in Erwägung gezogen. Als Beispiel sei hier nur die Möglichkeit der Akupunktur erwähnt.

Des weiteren kann man durch eine Hyposensibilisierung versuchen die überschießende Abwehrreaktion abzuschwächen. Diese Therapie kann nur dann angewendet werden, wenn kein Kontakt zu den Allergenen besteht, also nicht im akuten Stadium im Frühjahr oder Sommer, sondern in den Wintermonaten. Dabei injiziert der Arzt dem Patienten die allergisierende Substanz in ansteigender Dosierung unter die Haut. Damit wird versucht die überschießende Abwehrreaktion des Körpers bei Allergenkontakt "abzutrainieren". Da diese Therapieform langwierig ist, erfordert sie auch vom Patienten eine entsprechende Bereitschaft zur Mitarbeit. Nur eine konsequent durchgeführte Hyposensibilisierung hat eine Chance auf Erfolg.

 

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Allergie-Testung
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Beim Vorliegen einer allergischen Rhinitis ist darauf zu achten, daß die Stoffe, die eine allergische Reaktion auslösen können, strikt gemieden werden. Darüber hinaus ist es wichtig, alle zusätzlichen, die Lunge und die Atemwege schädigenden Einflüsse zu reduzieren oder noch besser ganz zu unterlassen.

An erster Stelle steht dabei der Verzicht auf Nikotin. Da Patienten mit Heuschnupfen auch für das Auftreten anderer Allergien z.B. Hausstaub, Nahrungsmittel u.a. eine erhöhte Anfälligkeit haben, sollten sie Ihre gesamte Lebensweise darauf abstimmen.

Informationen über die jeweils in der Luft befindlichen Pollen können Sie entweder dem Pollenflugkalender entnehmen oder bei Ihrem Arzt erfragen. Um das Ausbrechen einer allergischen Rhinitis zu verhindern, kann es notwendig sein, daß sie bei entsprechendem Pollenflug Ihre Wohnung nicht verlassen und die Fenster geschlossen halten. Die Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat, sollten Allergiker immer griffbereit mit sich führen. Dies gilt insbesondere auch bei Reisen.

 

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Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                   Ihr

 

 

 

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Stand: 14. August 1999