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Glomerulonephritis eine besondere Form der entzündlichen Nierenerkrankungen
Die Ursachen für diese Form der Nierenentzündungen sind bisher weitgehend unbekannt, so daß eine kausale Therapie d.h. eine die Ursache bekämpfende Behandlung oft nicht möglich ist. Bei einigen Formen weiß man daß eine bestehende Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) oder eine Bindegewebserkrankung Auslöser der Entzündung ist.
Die Chancen auf Heilung sind häufig schlechter als bei den akuten Formen. Im Vordergrund der Behandlung steht daher der Versuch die Nierenfunktion zu stabilisieren und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Abakterielle Glomerulonephritiden sind weder ansteckend noch können sie vererbt werden.
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Die Nieren haben die Aufgabe den Wasserhaushalt sowie die Konzentration der Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, u.a. konstant zu halten. Darüber hinaus erfüllen sie eine entscheidende Funktion bei der Ausscheidung von Abfallstoffen, die im Körper anfallen. Je nachdem wieviel Wasser und Mineralstoffe dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden wird stärker oder schwächer konzentrierter Urin produziert und ausgeschieden. Mit dem Urin müssen auch die im Körper anfallenden "Abfallstoffe" ausgeschieden werden. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden
arbeitet die Niere nach einem komplizierten Filterprinzip. In der menschlichen Niere
liegen kleinste Nierenkörperchen (= Glomeruli), die man sich stark vereinfacht wie kleine
Filter vorstellen kann. Dabei kann es durch einen Immundefekt, aber auch durch eine überschießende Abwehrreaktion des Körpers dazu kommen, daß Nierengewebe fälschlicherweise als körperfremd erkannt werden. Es kommt zur Bildung von körpereigenen Abwehrstoffen durch die eine Glomerulonephritis ausgelöst wird. Spezielle Eiweißstoffe, die der Körper gegen die eigenen Glomeruli produziert, können zum Verstopfen der Nierenkörperchen führen, wodurch deren Funktion erheblich beeinträchtigt wird. Eine derartige überschießende Abwehrreaktion stellt z.B. die Situation nach einer bereits abgeheilten, bakteriellen Entzündung der Rachenmandeln = "Seitenstrangangina" dar. Ein bis vier Wochen nach Gesundung können bei den Patienten schlagartig Nierenprobleme auftreten. Der Mediziner spricht dann von einer akuten Post - Streptokokken Glomerulonephritis. Eine akute Glomerulonephritis kann in eine chronische übergehen. Es kann aber auch durch einen bestehenden Immundefekt zu einer primär d.h. von Beginn an chronischen Glomerulonephritis kommen.
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Bei Patienten mit akuter Glomerulonephritis kommt es aus völliger Gesundheit heraus zum plötzlichen Auftreten der Beschwerden. Dabei stehen Blutbeimengungen im Urin, stark reduzierte Urinmenge bei normaler Trinkmenge und Durstgefühl sowie Ödeme (Wasseransammlungen in den Geweben) im Vordergrund. Typische Lokalisation der Ödeme sind die Augenlider, Gesicht, Hände und Unterschenkel.
Die Symptome bei der chronischen Glomerulonephritis
sind ähnlich, treten jedoch sehr viel langsamer in Erscheinung. Aus diesem Grund werden
sie von den Patienten erst wesentlich später bemerkt. Mit dem Urin kommt es zum Verlust
von Eiweiß und kleinsten, mit dem bloßen Auge nicht erkennbaren Blutmengen, die häufig
über Monate hinweg unerkannt bleiben. Als indirekte Anzeichen für den bestehenden
Eiweißmangel treten die Ödeme auf.
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Wird aufgrund von Urin- und Blutuntersuchungen die Diagnose akute Glomerulonephritis gestellt, ist das oberste Ziel eine normale Nierenfunktion wiederherzustellen. Im Urin findet man Eiweiß, Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Erythrozytenzylinder. Kreatinin und Harnstoff als ausscheidungspflichtige Substanzen sind erhöht, die Blutsenkung oft beschleunigt und der Antistreptolysin-Titer (AST) zumeist deutlich erhöht.
Das therapeutische Vorgehen bei Patienten mit chronischer Glomerulonephritis ist um ein vielfaches aufwendiger. Im Vordergrund der Behandlung steht der Versuch ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
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Nach Abklingen der Akut-Symptome und nach Stabilisierung Ihres körperlichen Befindens ist eine kontinuierliche Überwachung mit konsequenten Kontrollen unbedingt erforderlich - und das über Jahre hinweg.
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