Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Diabetes mellitus - das "zuckersüße" Leiden

Unter dem Begriff "Diabetes mellitus" versteht man eine Störung des Kohlenhydrat- d.h. Zucker-Stoffwechsels, die mit einer übermäßigen Erhöhung des Blutzuckerspiegels im nüchternen Zustand einhergeht oder bei der nach den Mahlzeiten zu hohe Blutzuckerwerte gemessen werden.

Unser Organismus deckt einen großen Teil seines Energiebedarfs aus Kohlenhydraten, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen. Im Magen-Darm-Trakt werden diese in kleinste Bestandteile sogenannte Monosaccaride (= Einfachzucker) gespalten und schließlich in das Blut aufgenommen. Über den Blutweg gelangen diese Energieträger zu den Zielzellen, wo sie vom Körper verstoffwechselt werden. Insulin, ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse, ermöglicht dabei die Aufnahme der Monosaccaride in die Zellen. Stellt der Körper dieses Hormon nicht oder in nicht ausreichender Menge zu Verfügung, kann die Glucose (= Monosaccarid) nicht in die Zellen gelangen d.h. sie verbleibt im Blut, was dazu führt, daß der Blutzuckerspiegel zu hoch ist.

Kohlenhydrate / Zucker sind jedoch nicht nur in den süß schmeckenden Lebensmittel wie z.B. Kuchen, Torten, Marmelade u.ä. enthalten. Das in Brot oder Nudeln vorhandene Mehl wird im Körper in Zucker umgewandelt und beeinflußt somit auch den Blutzuckerspiegel. Nahezu alle mit der Nahrung zugeführten Stoffe können im Körper in Zucker umgewandelt werden oder beeinflussen den Zuckerstoffwechsel.

Ca. 3 - 5 % der Bevölkerung sind zuckerkrank.

Je nach Ursache unterscheidet man Typ I und Typ II Diabetiker.

Der Typ I Diabetiker ist der insulinabhängige Diabetiker. Sein Körper ist nicht in der Lage Insulin zu produzieren, d.h. er ist darauf angewiesen, daß ihm Insulin zuführt wird. Insulin muß um wirken zu können unter die Haut gespritzt werden.

Typ II  Diabetiker sind in der Lage Insulin zu produzieren. Entweder kommt es zu Störungen der Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse oder das in das Blut abgegebene Insulin hat eine verminderte Wirkung. Dadurch kann die Glucose schlechter aus dem Blut in die Zellen transportiert werden. Ein erhöhter Blutglucosespiegel ist die Folge.

 

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Glucose im Blut braucht jeder - nur wieviel ist die Frage

Beim Gesunden liegen die Blutzuckernüchternwerte (d.h. die Werte für Glucose im Blut noch bevor man etwas zu Essen zu sich genommen hat) zwischen 70 und 110 mg pro 100 ml Blut. Nach dem Essen steigen diese Werte auch beim Gesunden bis auf ca. 160 mg / 100 ml an.

Beim Diabetiker weichen die Blutzuckerkonzentrationen erheblich von diesen "Normalwerten" ab.

Typ I Diabetiker machen ca. 10 % aller Zuckerkranken aus. Meistens sind jüngere normalgewichtige Patienten im Alter zwischen 15 - 25 Jahren betroffen.

Normalerweise wird das Insulin in den B - Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert. Sowohl eine erblichen Komponente als auch die Zerstörung der B-Zellen kann Ursache für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ I sein. Die Folge davon ist eine unzureichende bzw. fehlende Insulinproduktion. Bedingt durch den Insulinmangel kommt es zum übermäßigen Anstieg der Blutglucosekonzentration.

Im Gegensatz dazu ist bei den Typ II Diabetikern die Insulinproduktion normal. Lediglich die Freisetzung des Insulins aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse ist gestört. Zusätzlich kann das abgegebene Insulin eine zu schwache Wirkung haben.

Etwa 90 % der Diabetespatienten sind Typ II Diabetiker. Typisch für die Erkrankung ist daß sie oft erst nach dem 40. Lebensjahr auftritt. Diese Form des Diabetes entwickelt sich meistens bei Patienten mit Übergewicht, hohen Blutfettwerten, Bluthochdruck und hohen Harnsäurewerten. Die vom Körper produzierte Insulinmenge ist beim Typ II Diabetiker oft deutlich erhöht. Die Wirksamkeit jedoch vermindert.

 

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Was passiert bei Diabetes mellitus Typ II ?

Die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ II erfolgt sehr langsam und schleichend, ohne daß die Patienten etwas davon merken. Oftmals wird diese Stoffwechselstörung zufällig bei einer Routineuntersuchung erkannt. Mögliche Anzeichen für das Vorliegen eines Diabetes können Symptome wie Leistungsminderung, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sein. Später können Heißhunger, Schwitzen und Kopfschmerzen hinzukommen.

Durch einen erhöhten Blutzuckerspiegels wird ein gesteigertes Durstempfinden ausgelöst. Folge hiervon ist ein vermehrtes Wasserlassen. Dadurch kann es zu Störungen des Mineralstoffwechsels mit Sehstörungen und Wadenkrämpfen kommen. Ist zuviel Glucose im Blut kommt es zur Ausscheidung von Zucker mit dem Urin. Da der Zucker auch als Nährstoff für Bakterien dient kommt es häufig zu Harnwegsinfektionen. Potenzstörungen beim Mann bzw. ein Ausbleiben der Monatsblutung bei der Frau können ebenso Symptome eines Diabetes mellitus sein.

Diabetiker haben im Vergleich zu einem Nicht-Diabetiker ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko an einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) zu erkranken.

 

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Warum und wie sollte ein Diabetes mellitus behandelt werden ? 

Zu hohe Blutzuckerwerte bzw. starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels verursachen Gefäßwandveränderungen, was zur Arteriosklerose führt. Dadurch kommt es zu einer schlechteren Durchblutung des Gewebes. Besonders betroffen sind die Netzhaut des Auges, die Nieren, die Herzkranzgefäße und das Gehirns. Aber auch die Nerven werden durch die hohen Blutzuckerspiegel geschädigt. Insbesondere an den Extremitäten führt dies zu Störungen der Empfindung mit einer verminderten bzw. gänzlich aufgehobenen Wahrnehmung von Schmerz und Temperatur. Wenn diese Schutzmechanismen ausfallen kann sich der Patient schwerste Verletzungen zufügen ohne daß er es bemerkt.

Um die Folgeschäden eines Diabetes mellitus möglichst gering zu halten oder besser ganz zu vermeiden, ist eine sorgfältige Blutzuckereinstellung unbedingt notwendig.

Bereits nach 2 Jahren können Veränderungen an den Nieren nachweisbar sein.

Nicht nur zu hohe Blutzuckerspiegel (Hyperglycämie), sondern auch ein Absinken des Blutzuckerspiegels unter die vom Körper benötigte Menge (Hypoglycämie) ist für Diabetiker gefährlich. Auslöser hierfür können z.B. unzureichende Nahrungszufuhr, Alkoholkonsum, ungewohnte körperliche Aktivitäten, Insulinüberdosierung und andere Medikamente sein. Anzeichen für eine Unterzuckerung sind Schweißausbruch, Unruhe, Zittern, Blässe und sogar Bewußtlosigkeit. Bei derartigen Symptomen sollten Sie Zucker (am besten Traubenzucker) zu sich nehmen und informieren Sie Ihren Arzt.

Das Spritzen von Insulin stellt beim Typ I Diabetiker die einzige Möglichkeit der Therapie dar. Beim Typ II Diabetiker gibt es verschiedene Therapiekonzepte. Hierzu zählen insbesondere die Normalisierung des Körpergewichtes (Gewichtsabnahme) und eine entsprechende Ernährung. Sollte durch diese Maßnahmen keine ausreichende Blutzuckereinstellung gelingen wird Ihr Arzt versuchen Ihnen durch Medikamente zu helfen. Sie sollten auf eine regelmäßige Einnahme der Medikamente achten und insbesondere nach zuviel oder vergessener Einnahme ihren Arzt informieren.

Eventuell wird Ihr Arzt Sie auffordern, regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen durchzuführen. Notieren Sie diese von Ihnen gemessenen Werte genau mit Tag und Uhrzeit und bringen das entsprechende Protokoll zu jeder Untersuchung mit. Ihr Arzt kann dadurch eine bessere Einstellung Ihrer Zuckerkrankheit ermöglichen.

 

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Sie haben sich untersuchen lassen; aber wie stets mit Ihrem Ehepartner, Sohn oder Tochter?


Selbst wenn keine Symptome vorliegen, sollte man sich ärztlich regelmäßig untersuchen lassen; die Untersuchung auf Blutzucker wird zumeist bei jeder Routine-Laboruntersuchung durchgeführt, vor allem wenn Ihr Arzt weiß, daß in Ihrer Familie schon Erkrankungen mit Diabetes mellitus vorgekommen sind.

 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                Ihr

 

 

 

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Stand: 15. August 1999