Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben
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Warum den Blutdruck selbst messen?

Hochdruck tut nicht weh.

Der Bluthochdruck ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbehandelt zu Folgeschäden wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann, zumindest jedoch bei dauerhaftem Bestehen Herzen und Gefäße schädigt. Ist der Blutdruck zu hoch, warnt er den Betroffenen jedoch in der Regel nicht durch Beschwerden.
Sie können Ihren Hochdruck nicht spüren! Kopfschmerzen und Schwindel können allerdings Symptome eines erhöhten Blutdruckes sein. Nur Blutdruckmessungen -und nicht nur eine einzige- können Aufschluß darüber geben, ob Ihr Blutdruck die Normwerte übersteigt - auch wenn Sie sich gut fühlen.

Die Blutdruckmessung gibt nur eine Momentaufnahme wieder. Haben Sie einen längeren Fußmarsch hinter sich und messen dann ohne Wartezeit den Blutdruck, ist er vielleicht 180/90 mmHg und trotzdem nicht krankhaft verändert. Wenn Sie den Wert 155/100 mmHg messen -wobei Sie schon mindestens eine halbe Stunde sich im Sessel sitzend ausgeruht haben- ist dieser Wert zu hoch. Die Messung in der Arzt-Praxis ist durch die Aufregung und Anspannung in der Untersuchungssituation oftmals erhöht, man spricht von dem sogenannten Praxis-Hochdruck.

Doch damit Sie wirkungsvoll gegen Ihren Hochdruck vorgehen können, ist es wichtig, daß Sie Ihre Blutdruckwerte auch im Alltag genau kennen und einschätzen können, wie Sie auf äußere und von innen auf Sie einwirkenden Einflüsse reagieren.


Mit Selbstmessung haben Sie Ihren Blutdruck immer im Blick

Nur wenn Sie täglich Ihren Blutdruck selbst zu Hause messen, können Sie Ihren Körper kennenlernen und verfolgen, wie sich Ihre Lebensführung auf Ihre Blutdruckwerte auswirkt. Dieses Wissen wird Ihnen den Umgang mit Ihrer Krankheit erleichtern.

Sie lernen, wie nichtmedikamentöse Maßnahmen, z. B. gesunde, salzarme Ernährung, und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion positiv auf Ihren Blutdruck wirken. Umgekehrt sehen Sie, wie z. B. Streß und anhaltende Konfliktsituationen Ihren Blutdruck steigern und daß Sie daher besser vermieden werden sollten. Falls Sie Beschwerden haben, können Sie durch zusätzliche Messungen leicht feststellen, ob diese blutdruckabhängig sind oder nicht.

Mit der Selbstmessung können Sie auch die Wirkung Ihrer vom Arzt verordneten Medikamente verfolgen. Wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig nach der Anweisung Ihres Arztes nehmen, wird sich der Erfolg bei Ihren Blutdruckwerten rasch bemerkbar machen. Umgekehrt werden Sie beobachten können, daß Ihr Blutdruck wieder ansteigt, wenn Sie Ihre Medikamente eigenmächtig absetzen oder nicht konsequent einnehmen..


Unterstützen Sie Ihren Arzt! Sie helfen sich damit selbst.

Ihre Meßwerte sollten Sie sorgfältig in Ihrem Blutdruck-Paß protokollieren. Bei Ihrem nächsten Untersuchungstermin können Sie Ihr Protokoll mit Ihrem Arzt besprechen. Anhand Ihrer Aufzeichnungen können Sie beide gemeinsam den Behandlungserfolg kontrollieren. Ihr Arzt kann die medikamentöse Therapie optimieren und gegebenenfalls die Dosierung Ihres Medikamentes auf Ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen.

 

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So funktioniert die Blutdruckmessung:

Wird die Manschette am Oberarm aufgepumpt, so überträgt sich der steigende Druck in der Manschette auf die Oberarmmuskulatur und schließlich auf die Schlagader im Arm, bis die Arterie zusammengedrückt wird und kein Blut mehr hindurchfließt.

Wird anschließend langsam die Luft aus der Manschette abgelassen, fängt das Blut in der Schlagader in dem Moment wieder an zu strömen, in dem der Druck in der Arm-Arterie genauso hoch ist wie in der Manschette. Bei jedem Herzschlag wird das Blut jetzt durch die eben noch zusammengedrückte Arterie gepreßt. Diesen stoßartigen Blutfluß kann man mit dem Stethoskop als Klopfton hören. Bei Beginn des Klopftons entspricht der Druck in der Manschette dem höheren, systolischen Blutdruck.

Beim weiteren Druckablassen wird der hörbare Pulston langsam leiser. Sobald die Arterie nicht mehr durch den Gegendruck der Armmanschette komprimiert wird, kann das Blut wieder ungehindert durch die Arterie fließen; damit verschwindet das hörbare Geräusch vollends. In diesem Moment ist der Manschettendruck gleich dem Blutdruck, den man diastolischen Blutdruck bezeichnet; es ist der Druck, der im Gefäßsystem während der Erschlaffungsphase der Herzens herrscht, also eigentlich der Dauerdruck, der immer wieder in den Phasen des Herzschlages auf Spitenwerte gesteigert wird.


So messen Sie zu Hause selbst.

Mit den modernen Meßgeräten ist die Blutdruckselbstmessung gar kein Problem. Hier die wichtigsten Regeln:

  • Sie werden feststellen, daß es durchaus Unterschiede bei der Blutdruckmessung an beiden Armen gibt - wenn Sie dies festgestellt haben, messen Sie grundsätzlich an dem Arm, an dem Sie den höheren Wert gemessen haben.
  • Messen Sie stets im Sitzen, nachdem Sie sich einige Minuten ausgeruht haben (bei jüngeren Menschen genügen schon 5 Minuten Ruhe, während bei einem älteren Menschen nach einem anstrengenden Spaziergang 10 Minuten noch nicht ausreichend sind).
  • Messen Sie immer am selben Arm. Legen Sie ihn bequem, leicht angewinkelt auf einen Tisch, so daß die Manschette in Herzhöhe zu liegen kommt.
  • Legen Sie die Manschette luftleer an. Das integrierte Stethoskop oder der elektronische Meßfühler sollte an der Arminnenseite 2,5 cm über der Ellenbeuge plaziert werden. Die Manschette soll direkt auf der Haut und mit leichtem Druck überall am Oberarm anliegen.
  • Pumpen Sie die Manschettelangsam und kontinuierlich auf, bis der Puls am Handgelenk verschwindet und anschließend noch um weitere 20 mm Hg. Lassen Sie dann den Manschettendruck langsam um 2-3 mm Hg pro Sekunde ab.

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Wenn Sie ein Gerät mit Stethoskop besitzen, merken Sie sich bei Beginn des Klopftons den systolischen Wert und bei Verschwinden des Klopftons den diastolischen Wert

Wichtige Regeln:

  • Elektronische Geräte registrieren diese Meßwerte automatisch.
  • Lassen Sie sich von den scheinbar genauen Werten (z.B. 138/93 mmHg) bitte nicht täuschen - alle Geräte messen nur Annäherungswerte und sind nicht genauer wie Manschette und Stetoskop und ein gut hörendes Ohr.
  • Vollautomatische Geräte steuern außerdem den Pump- und Ablaßvorgang selbsttätig und brauchen nur durch einen Knopfdruck gestartet zu werden.
  • Wiederholen Sie die Messung erst nach 3-4 Minuten.
  • Für die Messung am Handgelenk gibt es vollautomatische Geräte.

Wichtig ist, daß das Meßfeld auf der Innenseite des Handgelenks liegt, wo die Schlagader verläuft. Auch hier muß die Manschette in Herzhöhe liegen. Dazu wird das Handgelenk auf die Brust gelegt oder auf einer Unterlage entspannt auf dem Tisch gelagert.

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Mögliche Fehlerquellen

  • Sie sind nicht genügend entspannt.
  • Der Arm liegt nicht in Herzhöhe.
  • Die Manschette ist nicht über der Schlagader positioniert.
  • Der Arm wird nicht ruhig gehalten.
  • Zu langsames Aufpumpen.
  • Zu schnelles Ablassen.
  • Zu häufiges und zu schnell nacheinander durchgeführtes Aufpumpen der Manschette.

Wichtige Regeln:

  • Damit Sie Ihre täglichen Meßwerte auch gut miteinander vergleichen können, sollten Sie stets zur gleichen Uhrzeit messen, da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt. Wenn Sie früher oder später als gewohnt messen, ist Ihr Blutdruck auf einmal viel höher oder niedriger als sonst.
  • Der Blutdruck kann außerdem je nach aktueller Belastungssituation sehr unterschiedlich sein. Um vergleichbare Informationen zu erhalten, sollten Sie stets in Ruhe und im Sitzen messen oder bei einer anderen Situation besonders vermerken.

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Zielwerte:
  • Sofern Ihnen Ihr Arzt keine anderen Anweisungen gegeben hat, messen Sie Ihren Blutdruck einmal pro Tag, am besten morgens.
  • Sie sollten nicht nach dem Essen messen, weil sich große Mengen des Bluts dann im Bauchraum befinden, wo sie zur Verdauung benötigt werden, und man zu niedrige Werte erhält.
  • Vergessen Sie nicht, vor jeder Messung Datum und Uhrzeit in Ihrem Blutdruck-Paß zu notieren und Ihre gemessenen Werte sorgfältig in die Tabelle oder Grafik einzutragen.
Normalwerte       unter 140/90 mm Hg
Grenzwerte zwischen 140/90 und 160/95 mm Hg
Bluthochdruck ab 160/95 mm Hg

   Bei Unklarheiten sollten Sie sich mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung setzen.

 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                        Ihr  

 

 

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Stand: 30. Mai 1999