Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben
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für

Bei Ihnen bzw. Ihrem Kind wurde eine Erkrankung der Gallenblase festgestellt; es handelt sich dabei um:

einen Gallenstein / mehrere Gallensteine
eine Gallenblasen-Entzündung
einen Gallengangsstein/mehrere Gallengangssteine

                  
die einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen.


In der Kenntnis Ihrer besonderen Befunde empfehlen wir Ihnen die chirurgische Entfernung der Gallenblase.

Damit Sie jedoch die Gründe zu der in unseren Augen erforderlichen Operation kennen, aber auch um die möglichen Risiken und gegebenenfalls auftretenden Komplikationen wissen, möchten wir Ihnen die bestmöglichen Informationen gegeben, um Ihnen Ihre Entscheidung zu erleichtern.

Diese Informationen sollen Ihnen helfen, Ihnen systematisch alles Wesentliche zu erklären und die besonderen Punkte in unseren Unterlagen zu dokumentieren.

 

die Erkrankung und die möglichen Folgen

 

Sie wissen und haben es an sich selbst erfahren, daß oftmals Steine, die aus der Gallenblase in den großen Gallengang (Ductus choledochus) gelangen, und den Gallen- oder Pankreasgang verschließen, ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild mit Schmerzen, Gelbsucht (Verschluß-Ikterus) verursache können.
Eine akute Bauchspeicheldrüsen-Entzündung (Pankreatitis) oder eine Infektion der Gallenwege (Cholangitis) sind dann die möglichen Folgen.
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Abb. 1: Übersichts-Darstellung der Oberbauchorgane des Menschen

Die Gallenblasen - Entzündung (Cholecystitis) kann akut auftreten oder chronisch verlaufen. Im Gefolge der Erkrankung können auch etliche Komplikationen auftreten:

  • die Gallenwege können sich ebenfalls entzünden
  • von den Gallenwegen kann sich die Entzündung bis in die Leber ausbreiten
  • eine sekundäre Pancreas - Entzündung (Übergriff auf die Bauchspeicheldrüse) ist gar nicht selten
  • die Gallenblase kann rupturieren und eine
    • Bauchfellentzündung verursachen
    • Abzeßbildung hervorrufen

In sehr seltenen Fällen können große Steine, die durch die Gallenblasenwand penetrieren, einen Dünndarmverschluß hervorrufen (Gallensteinileus). Eine akute Gallenblasenentzündung sowie die selteneren Komplikationen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenwegsentzündung treten selten als Erstmanifestationen einer Gallensteinerkrankung auf; ihnen gehen meist Koliken voraus.

Die Häufigkeit von Komplikationen - als Folge der Erkrankung selbst oder als Folge notfallsmäßiger Eingriffe - nimmt zu bei Patienten, die akut erkranken, eine schwere Erkrankung in anderen Organsystemen haben oder bei denen weitere diagnostische Maßnahmen (z.B. Untersuchung des Ductus choledochus) vorgenommen werden. Diese Risikofaktoren erfordern eine sorgfältige individuelle Bewertung der Schwere der Erkrankung und des richtigen Zeitpunkts der Behandlung bei jedem Patienten.

 

Gibt es außer der Operation eine andere Behandlungsmöglichkeit?
 

Es gilt zuerst einmal zu unterscheiden, ob die Gallensteine immer wieder Beschwerden verursachen oder ob bei zufällig entdeckten Gallensteinen oder nach einmaliger Beschwerdesymptomatik praktisch keine Symptome trotz Vorhandensein der Gallensteine auftreten:

  • bei symptomlosen Gallensteinen: eine Therapie braucht nur dann zu erfolgen, wenn wirklich Symptome auftreten sollten; dies geschieht bei etwa 1 - 2 % der Patienten.
  • bei Gallensteinen mit Symptomen: Koliken und andere Beschwerdebilder haben sich mehrfach wiederholt; es besteht daher die Möglichkeit, daß mit jedem Neuauftreten von Beschwerden auch die Komplikations-Möglichkeiten steigen;
    daher ist es vernünftig, in diesen Fällen ein "aktives" Vorgehen zu beschreiten.

Unter "aktiven" Vorgehen sind die Möglichkeiten zu verstehen, die Verursacher der Probleme -nämlich die Gallensteine- zu entfernen.

  • eine nicht-operative Möglichkeit der Entfernung der Gallensteine besteht darin, mir Hilfe von Medikamenten die Steine aufzulösen: dies ist jedoch normalerweise nur dann möglich, wenn die Steine eine Größe von 2 cm nicht überschritten haben, sie auch nicht kalkhaltig sind und die Gallenblase noch funktionstüchtig ist. Dieses Verfahren bezeichnet man als medikamentöse Litholyse und dauert normalerweise 6 Monate bis zu 2 Jahren; in dieser Zeit müssen Sie Medikamente einnehmen, die Erfolgsaussichten die Steine "loszuwerden", liegen bei diesem Verfahren um 80 %.
  • ähnlich der Behandlung der Nierensteine ist es in besonderen Fällen möglich, die Steine mit Ultraschallwellen (Stoßwellen-Therapie) zu zertrümmern.

In Ihrem ganz speziellen Fall sind die genannten Verfahren aber nicht sinnvoll oder aus besonderen Gründen nicht möglich, so daß wir Ihnen zu einer operativen Behandlung raten.

 

Es gibt verschiedene Operationsverfahren - welches ist das günstigste für mich?
 

Der erforderliche Eingriff wird durchgeführt in:   Allgemeinnarkose       Lokalanästhesie       Spinalanästhesie.
Der Sie während der Operation betreuende Anästhesist wird Ihnen weitere Einzelheiten zu der für Sie anzuwendenen Anästhesie erläutern und Ihnen spezielle Risiken in einem getrennten Gespräch erläutern.

Der Eingriff wird in üblicherweise in Allgemeinnarkose durchgeführt. Die Methode, die bei Ihnen/Ihrem Kind angewandt werden soll, ist unten im Kästchen angekreuzt.


Es gibt verschiedene Operationsverfahren; welche ist das günstigste für mich?

Bei der geplanten Gallenblasen - Operation (Cholecystektomie) gibt es grundsätzlich zwei Verfahren: die herkömmliche Methode mit dem bekannten Oberbauchschnitt und die sogenannten endoskopische (laparasokopische) Methode, die wir Ihnen erläutern möchten:

Herkömmliche Methode

Die Gallenblase wird meist durch einen Schnitt im rechten Oberbauch freigelegt, von der Leber abgelöst und nach Durchtrennung des Gallenblasenganges und der Blutgefäße entfernt.

Während des Eingriffes erfolgt eine Röntgenkontrast-Darstellung der Gallenwege. Stellt der Arzt dabei eine Abflußbehinderung fest, wird der Eingriff wie folgt erweitert:

Eröffnung des Hauptgallenganges (Choledochusrevision), wenn Steine oder Engstellen den Galleabfluß behindern. Nach der Beseitigung der Hindernisse wird ein T-förmiger Kunststoffschlauch (T-Drainage) in den Gallengang eingelegt, um die vorübergehende Ableitung der Galle zu gewährleisten. Nach 1-2 Wochen kann die T-Drainage schmerzlos entfernt werden.

Spaltung der Gallengangmündung (Papillotomie). Durchtrennen des Schließmuskels (Sphinkterotomie), wenn die Mündungsstelle des Hauptgallengangs verengt ist. Dazu wird der Zwölffingerdarm eröffnet und die Engstelle an der Mündung des Hauptgallengangs erweitert. Die Papillotomie kann auch nachträglich endo-skopisch, d.h. bei einer Magen-Darm-Spiegelung, erfolgen. Auf diesem Weg lassen sich auch Steine aus den Gallengängen entfernen.


Laparoskopische Methode (Bauchspiegelung)

Die Bauchhöhle wird über eine Spezialnadel mit Kohlensäuregas gefüllt. Durch einen kleinen Schnitt (z.B. am Nabelrand) wird ein optisches Gerät (Laparoskop) in die Bauchhöhle eingebracht. Weitere kleine Schnitte dienen zum Einführen von Operationsinstrumenten. So kann die Gallenblase abgelöst und nach Durchtrennung ihrer Verbindungen (Blutgefäße und Gallenblasengang) aus der Bauchhöhle entfernt werden.

Bei überraschenden Befunden oder technischen Schwierigkeiten ist es meist erforderlich, auf die herkömmliche Methode „umzusteigen".

Eröffnung der Gallenblase: In Ausnahmefällen genügt es, Steine oder Polypen aus der Gallenblase zu entfernen. Dazu wird das Organ auf dem herkömmlichen oder laparoskopischen Weg durch einen Schnitt (Cholezystotomie) eröffnet und nach Beseitigung der Krankheitsursache wieder verschlossen. Über die besonderen Vor- und Nachteile dieser Methode wird Sie die Ärztin/der Arzt gegebenenfalls gesondert aufklären.

 

Welche Vor- und Nachteile hat die laparoskopischen Operation?
 

Die laparoskopische Methode hat im Vergleich zur herkömmlichen Technik meist den Vorteil einer schnelleren Erholung und Wundheilung und eines kürzeren Klinikaufenthaltes; die entstehenden Narben sind sehr klein und kosmetisch fast unauffällig.

Zu den Nachteilen gehört der größere technische und organisatorische Aufwand. Eingriffe an den großen Gallengängen sind laparoskopisch in der Regel nicht möglich. Es besteht ferner ein leicht erhöhtes Risiko für Nebenverletzungen (z.B. des Darmes) durch Instrumente und/oder elektrischen Strom. Somit ist häufiger mit der Ausweitung der geplanten Maßnahmen zu rechnen als bei der herkömmlichen Methode.

 

Wie sind die Erfolgsaussichten bei beiden Operationsarten?
 

In der Regel führt sowohl die herkömmliche als auch die laparoskopische Entfernung von Gallensteinen zu sehr guten Ergebnissen. Langzeitbeschwerden und bleibende nachteilige Folgen sind nur sehr selten zu erwarten.

Selbst wenn die Steine auf die eine oder andere Weise entfernt sind, ist es sinnvoll, durch die eine Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten die Verdauungsorgane zu entlasten:

Bevorzugen Sie:

  • fettarme und leicht verdauliche Speisen
  • essen Sie mageres Fleisch von Rind, Kalb oder Schwein bzw. Geflügel
  • bevorzugen Sie mageren Fisch (wie Rotbarsch, Seelachs, Kabeljau, Zander, Steinbutt....).

Verzichten Sie auf:

  • allzu spätes üppiges und schweres Essen
  • schränken Sie schwere Saucen ein
  • verwenden Sie mehr pflanzliche Fette -statt tierische-, aber auch davon weniger.
 

Sie können weitere Informationen mit einem Click abfragen:

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Stand: 05. Juni 1999