Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
AZU-DIABETES GEFÄSSERKRANKUNGEN.jpg (9235 Byte)

für

AZU-FE17.jpg (2276 Byte)
Zu hohe Blutzuckerwerte bzw. starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels verursachen Gefäßwandveränderungen, was zur Arteriosklerose führt. Dadurch kommt es zu einer schlechteren Durchblutung des Gewebes. Besonders betroffen sind die Netzhaut des Auges, die Nieren, die Herzkranzgefäße und das Gehirns.

Aber auch die Nerven werden durch die hohen Blutzuckerspiegel geschädigt. Insbesondere an den Extremitäten führt dies zu Störungen der Empfindung mit einer verminderten bzw. gänzlich aufgehobenen Wahrnehmung von Schmerz und Temperatur (diabetische Polyneuropathie). Diese Aufzählung der allgemeinen Veränderungen ist Ihnen schon bekannt.

 

AZU-FE18.jpg (2128 Byte)
Beim Diabetes mellitus werden drei verschiedene Formen von Gefäßerkrankungen beobachtet:
  • die sogenannte diabetische Mikroangiopathie, bei der sich die krankhaften Veränderungen auf die Basalmembran (Grenzschicht   zwischen Bindegewebe u. nicht-bindegewebigen Bestandteilen, z.B.   Muskelfasern) im Bereich der Kapillargefäße (die feinsten Körpergefäße) finden
  • die Erkrankung der Arteriolen (das sind kleinste, sich in Kapillaren aufspaltende, aus Endothel [Innenhaut], Gitterfaserhäutchen und glatten Muskelzellen aufgebaute arterielle Blutgefäße)
  • die Artherosklerose (Verkalkung), die hauptsächlich die großen Arterien betrifft.

Sie wissen, daß der Diabetes mellitus eine Stoffwechselerkrankung ist. Jedoch bleibt er dabei auf die Dauer nicht hierauf beschränkt, sondern schädigt vor allem auch die Blutgefäße: kleinste Risse oder Verletzungen schädigen die Gefäßwände, es lagern sich Lipide ab, und infolge des häufig "verdickten" Blutes des Diabetikers kann dies zum Auftreten von gefährlichen Blutgerinnseln führen.

Gibt es Unterschiede zwischen den arteriosklerotischen Veränderungen des Diabetikers im Vergleich zur "normalen" Arteriosklerose?
Zwischen diabetischen und nichtdiabetischen atherosklerotischen Veränderungen lassen sich histologisch keine Unterschiede feststellen; jedoch findet sich die Atherosklerose bei Diabetikern häufiger (zwischen 2- und 6fach) und kommt bei Männern und Frauen gleichermaßen vor.

Man schätzt, daß bei Diabetikern periphere Gefäßkrankheiten 10 mal häufiger und 10 Jahre früher auftreten als bei Nichtdiabetikern. Zu einer Gangrän kommt es etwa 50mal häufiger bei diabetischen Männern über 40 Jahre im Vergleich zu Nichtdiabetikern und 70mal häufiger bei den Frauen in dieser Altersgruppe.

Insulinpflichtiger und nichtinsulinpflichtiger Diabetes mellitus zeigt ein erhöhtes Risiko von arteriosklerotischen und kardiovaskulären Krankheiten. Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollends aufgeschlüsselt.

AZU-FE14.jpg (4127 Byte)
Die periphere arterielle Verschlußkrankheit des Diabetikers manifestiert sich normalerweise durch die Minderdurchblutung, die oft durch eine Neuropathie (nervliche Veränderung) und eine Infektion kompliziert ist.

Vor allem der Fuß des Diabetikers ist für jede Art von Traumatisierung anfällig, dabei sind die Ferse und die knöchernen Vorsprünge ganz besonders empfindlich und verletzbar.

Häufig sind Infektion und Gangrän die Folge. Die spezifischen Symptome entsprechen denen der arteriellen Verschlußkrankheit mit dem Unterschied jedoch, daß häufig der Schmerz fehlt (bedingt durch die oft gleichzeitig vorhandene diabetische Polyneuropathie).

Bei Infektionen kommt es häufig zu einem gleichzeitigen Auftreten von eiterbildenden Keimen und Pilzbefall. Häufig liegt schon zu Abfang eine mykotische (pilzbedingte) Infektion vor, die zu Rissen, Spalten und Ulzerationen führt, die dann eine zusätzliche bakterielle Keimbesiedelung begünstigen. Häufig kommt es auch durch Manipulation an einem eingewachsenen Zehennagel, einer Fußsohlenverhornung oder einem Hühnerauge zu einer schweren und lang andauernden Infektion.

Daraus kann sich eine Gewebsentzündung, eine Lymphangiitis (Blutvergiftung) und ein Übergreifen auf tieferes Weichteilgewebe mit Abszeßbildung, Osteomyelitis (Knochenentzündung) und Gangrän (Absterben des Gewebes) entwickeln.

Beim Diabetiker sind Infektionen und Gangrän infolge der Neuropathie relativ schmerzlos. Eine Osteomyelitis der kleinen Knochen heilt jedoch meist nicht mehr, so daß schließlich die Amputation als letztes Mittel bleibt.

 

AZU-FE22.jpg (8654 Byte)
Die Diagnostik und die Therapie entspricht der des Diabetes mellitus und der generalisierten arteriellen  Durchblutungsstörung.

 

AZU-FE15.jpg (3380 Byte)
Behandeln Sie Ihre Füße wie Ihren besten Freund

Die tägliche Fußkontrolle sollten Sie vor allem dann machen, wenn Sie Nervenstörungen haben und deshalb nicht mehr sicher fühlen können, ob eine Verletzung oder andere Störungen am Fuß vorliegen.

Achten Sie dabei sorgfältig auf Hautverfärbungen, kleine Verletzungen mit Entzündungen, Hornhautbildung, Schwielenbildung, Hühneraugen, rissige Haut, Blasen, Fußpilz, eingewachsene Nägel und andere Auffälligkeiten.

Nicht jeder kann seine Füße selbst gut kontrollieren, denn nicht jeder ist beweglich genug. Man kann sich dann einen Spiegel auf den Boden stellen und darin die Füße von allen Seiten betrachten.

Kaufen Sie passende Schuhe; wählen Sie die Schuhe am Nachmittag aus, denn dann sind die Füße meist dicker. Die Schuhe sollen dann passen, ohne zu eng oder zu weit zu sein. Tragen Sie nie Schuhe aus Kunststoff, denn darin schwitzen Ihre Füße zu stark.

 

AZU-FE16.jpg (2269 Byte)
Kontrollieren Sie Ihre Füße jeden Tag:
  • Waschen Sie Ihre Füße täglich in warmem Wasser von etwa 37 Grad.
  • Verwenden Sie neutrale Seife.
  • Trocknen Sie die Füße immer gut ab, vor allem auch zwischen den Zehen.
  • Verwenden Sie keine Wärmflaschen
  • Tragen Sie zum Wärmen Wollsocken.
  • Schneiden Sie Ihre Nägel nach dem Baden - aber nicht zu kurz. Am besten Sie benutzen regelmäßig eine Pfeile, die Verletzungsgefahr ist deutlich geringer.
  • Verwenden Sie keine Hornhaut-Pflaster.
  • Lassen Sie übermäßige Hornhaut oder Hühneraugen von einer medizinischen Fußpflegerin entfernen.
  • Vermeiden Sie spitze Scheren, Nagelhautscheren, Nagelzwicker, Hautmesser oder Rasierklingen
  • VORSICHT: Verletzungsgefahr !!!!!
  • Vermeiden Sie das Rauchen. Rauchen reduziert die Blutversorgung und gefährdet so Ihre Füße.

Und noch etwas zum Schluß: Denken Sie daran, daß Sie sich jeden Tag viel an der frischen Luft bewegen.

 

Ein Patienten - Service von wpeD.jpg (3319 Byte)                                                   Ihr

 

 

 

© ddf8c.jpg (6740 Byte)
Stand: 06. Mai 1999