| Von Ihrem Arzt haben Sie schon ausführliche Informationen zu der
Hauptform der Demenz - Erkrankungen, nämlich der Alzheimer-Erkrankung, erhalten; Sie
haben sich über Ursachen, Verlauf und Therapie der Alzheimer-Erkrankung ausführlich
informieren können. Aber der
persönliche, emotionale Umgang mit der Erkrankung eines nahen Angehörigen -vielleicht
des Ehepartners oder des Vaters oder der Mutter- wird Sie sicherlich in Ihrem
"tiefsten Inneren" sehr beschäftigen, Sie traurig, manchmal verzweifelt
stimmen.
Damit Ihnen in der Bewältigung
dieser psychischen Situation ein wenig Hilfestellung geboten wird, möchten wir einige
Probleme und Gedanken intensiver ansprechen: es ist im allgemeinen nicht die mit
der Erkrankung des nahen Angehörigen verbundene Arbeit, die den Angehörigen "zu
schaffen" macht, sondern es sind die Gedanken, eine zuvor eigenständige
Persönlichkeit, die das eigene Leben mehr oder weniger geprägt hat, in einen Zustand
zunehmender Hilflosigkeit zu sehen und recht wenig daran ändern zu können.
Die Gedanken und Ängste, die mit dieser
Problematik unausweichlich verbunden sind, beeinflussen die Angehörigen zuweilen mehr,
als die körperlichen Arbeiten, die ja auch noch anfallen.
Daher sind Sie als Angehöriger
eines an einer senilen Demenz erkrankten Patienten einer mehrfachen Belastung ausgesetzt;
wir möchten Ihnen durch eine Diskussion der immer wieder gleichen Problematik ein wenig
Hilfestellung leisten, die sicherlich entstehenden seelischen Belastungen leichter zu
meistern. |
| Eigenständigkeit und Selbstbestimmung des
Menschen: Sie ist für jeden Menschen ein
äußerst wichtiges Gut. Zwar werden im Alter gewisse Arbeiten (schwerere körperliche
Arbeiten, diffizile ......) gerne an die jüngere Generation oder einen hilfsbereiten
Menschen übergeben, aber über so persönliche Dinge wie die Körperpflege,
Nahrungsaufnahme .... und Toilettengang nicht mehr in Eigenverantwortung ausführen zu
können, machen erfahrungsgemäß erhebliche Probleme. Ein wichtiger Grundsatz ist daher,
dem Patienten bei der Bewältigung von Aufgaben zu erleichtern, ihm diese Aufgaben aber
nicht abzunehmen. Dadurch bleibt seine Eigenständigkeit im wesentlichen erhalten. Im
fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann der Anschein entstehen, daß sich die Patienten
immer mehr wie Kinder verhalten. Denken Sie aber bitte daran, daß die Patienten im
Unterschied zu Kindern das Selbstgefühl eines erwachsenen Menschen und - wegen des
relativ gut erhaltenen Altgedächtnisses - den reichen Hintergrund einer ganzen
Lebenserfahrung besitzen. Werden diese Punkte im täglichen Zusammenleben nicht beachtet,
wird der Stolz des Patienten allzu leicht tief verletzt. Körperpflege: Ermuntern Sie den
Patienten, sich -wie gewohnt- zu waschen und zu pflegen, auch wenn es wesentlich länger
dauert. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann es geschehen, daß sich der Patient
nicht mehr alleine wäscht oder die körperliche Pflege völlig vernachlässigt.. Ihr
Hilfe beim Baden oder Duschen kann auf ganz beträchtliche Abwehr stoßen und inadäquate
Überreaktionen auslösen, die Sie selbst verletzen können. Aber versuchen sie daran zu
denken, daß ihr gutgemeinte Hilfestellung das Schamgefühl und den Stolz des Patienten
verletzen können. Diese emotionalen Reaktionen sind bei den meisten Patienten besser
erhalten als die geistigen Leistungen. Sie überwiegen gegenüber der Wahrnehmung des
eigenen Krankseins.
- Sorgen Sie dafür, daß das Baden für den Patienten
möglichst entspannend und angenehm ist. Setzen Sie ihn nicht unter Zeitdruck.
- Hilfsmittel zum "Einsteigen" in die Badewanne
können über die Pflegeversicherung beantragt werden; allerdings ist die Dusche in vielen
Fällen besser für den Erkrankten geeignet.
- Lassen Sie den Erkrankten sich selbst waschen oder
erleichtern Sie es Ihm, sich selbst zu waschen.
- Helfen Sie dem Patienten, sich hübsch zu machen. Jeder
Mensch fühlt sich besser, wenn er gepflegt ist.
Beweglichkeit: Im mittleren
Krankheitsstadium können erste Veränderungen der Bewegungsabläufe zutage treten. Oft
bestehen sie in einem kleinschnittigen und unsicheren Gang, der an die Parkinson-Krankheit
erinnert. Die Gangunsicherheit kann zusammen mit der Fehleinschätzung von Entfernungen
und räumlichen Verhältnissen sowie mit verlangsamten Reaktionszeiten zu schweren
Stürzen führen. Im fortgeschrittenen Stadium verlieren die Patienten allmählich die
Fähigkeit, ihre Körperhaltung zu kontrollieren. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten,
die Sicherheit des Patienten in der Wohnung zu erhöhen und einer Sturzgefahr vorzubeugen.
Überprüfen Sie die Räumlichkeiten auf ein der Krankheit angepaßtes Umfeld indem Sie:
- auf Treppen rutschsichere Auflagen anbringen lassen und für
ein sicheres Geländer sorgen
- lose Teppiche und Brücken, aber auch Möbelstücke, die
einen Sturz provozieren können, entfernen
- stabile Haltegriffe überall da anbringen lassen, wo der
Patient erfahrungsgemäß mit Unsicherheiten zu kämpfen hat, vor allem jedoch im Bad und
auf der Toilette
- Sorgen Sie überall für gute Beleuchtung
Auch wenn der Patient Schwierigkeiten damit bekommt, ohne
fremde Hilfe aus dem Bett heraus oder ins Bett hineinzugelangen, gibt es hilfreiche
Maßnahmen.
- Beschaffen Sie ein Bett, das für die Krankenpflege geeignet
ist. Es erleichtert Ihnen, dem Patienten Hilfestellungen beim Aufstehen und beim
Zubettgehen zu geben.
- Stellen Sie einen bequemen, ausreichend hohen Sessel mit
stabilen Armlehnen neben das Bett
Selbst bei ausgeprägten Störungen des Gleichgewichts
können Sie durch entsprechende Hilfen die selbständige Bewegungsfähigkeit des Patienten
aufrechterhalten.
- Richten Sie die Wohnung so ein, daß der Patient immer etwas
zum Festhalten findet, wenn er sich von einem Zimmer in ein anderes bewegt
- Besorgen Sie für den Patienten einen Dreipunktstock oder
einen Gehwagen anstatt eines einfachen Gehstockes
- Seien Sie geduldig. Wenn Sie mit dem Patienten gemeinsam
gehen, schlagen Sie ein langsames Tempo ein, so daß er leicht folgen kann.
Ernährung: Die
Alzheimer-Krankheit kann dazu führen, daß die Patienten entweder zuviel oder zuwenig
essen. Im Falle einer starken Gewichtszunahme, sollten Sie fettreiche und
kohlehydrathaltige Speisen einschränken. Denken Sie aber daran, daß das Essen eine der
wenigen verbleibenden Freuden des Patienten sein kann. Im fortgeschrittenen Stadium der
Krankheit brauchen viele Patienten Hilfe beim Essen, weil sie mit der Handhabung des
Eßbestecks nicht mehr zurecht kommen. Maximale Eigenständigkeit ist auch beim Essen
wichtig. Deswegen ist es besser, den Patienten kleingeschnittene Speisen selbständig mit
dem Löffel oder mit den Fingern essen zu lassen, als ihn zu füttern. Manche Patienten
sind durch ein übermäßiges und unübersichtliches Angebot an verschiedenen Speisen
irritiert und essen deswegen zu wenig. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist bei
vielen Patienten der Vorgang des Schluckens gestört. Das kann zu häufigem Verschlucken,
zu einer Lungenentzündung und zur Gefahr des Erstickens führen.
- Mahlzeiten sollten möglichst immer in demselben Raum und
zur selben Zeit eingenommen werden.
- Setzen Sie sich bei den Mahlzeiten dem Patienten gegenüber,
so daß er Ihre Bewegungen sehen und nachahmen kann.
- Schneiden Sie die Speisen klein und beschränken Sie die
Auswahl auf dem Tisch.
- Der Speisezettel soll Ballaststoffe, Gemüse und Obst
enthalten
- Bieten Sie kleine Portionen an und beachten Sie, daß das
Auge mitißt
- Lassen Sie ihn gegebenenfalls die Finger anstatt des
Bestecks benutzen
- Wenn Schluckstörungen auftreten, pürieren Sie das Essen
oder verwenden Sie flüssige Nahrung ("Astronautenkost").
- Denken Sie daran, daß die Empfindung für heiß und kalt
herabgesetzt sein kann, so daß sich der Patient leicht verbrennt
- Wenn beim Kauen und Schlucken deutliche Probleme auftreten,
sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Kleidung: Im mittleren Stadium der
Alzheimer-Krankheit treten bei vielen Patienten Schwierigkeiten auf, sich selbständig
anzukleiden und auszuziehen. Es kann auch sein, daß sie nicht mehr daran denken, ihre
Wäsche regelmäßig zu wechseln. Grundsätzlich ist auch in diesem Bereich die
Eigenständigkeit des Patienten wichtiger als das perfekte Aussehen. Bemühen Sie sich
deshalb vor allem darum, daß der Patient so lange wie möglich alleine mit der Kleidung
zurechtkommt. Vereinfachen Sie die Kleidung und erleichtern Sie den Umgang damit, bevor
Sie beginnen, das An- und Auskleiden selbst zu übernehmen.
- Legen Sie dem Patienten die Kleidungsstücke in der
Reihenfolge zurecht, in der er sie anziehen soll.
- Wählen Sie Kleidungsstücke mit einfach zu öffnenden
Verschlüssen. Reißverschlüsse oder Klettverschlüsse sind besser als Knöpfe.
- Die Schuhe des Patienten sollten bequem, haltgebend,
rutschfest und einfach an- und auszuziehen sein.
- es gibt etliche sinnvolle Hilfsmittel, die das Anziehen
erleichtern - fragen Sie ihren Arzt.
Wenn die Krankheit das Stadium erreicht, wo sich der
Patient trotz aller gutgemeinter Hilfestellungen nicht mehr selbständig an- und
auskleiden kann und Sie diese Aufgaben übernehmen müssen, treten nicht selten
unerwartete Schwierigkeiten auf. Viele Patienten sind gerade über diese Art der
Hilfestellung äußerst empört und wehren sich heftig dagegen. Denken Sie bitte wieder
daran: das Selbstgefühl und der Stolz eines Erwachsenen sind nicht mit der Erfahrung
vereinbar, von einem anderen Menschen an- oder ausgezogen zu werden. Ein großes Maß an
Einfühlungsvermögen und Erfindungsreichtum sind erforderlich, um mit diesem Problem
zurechtzukommen.
Toilette:
Die Alzheimer-Krankheit kann auf mehrfache Weise zu Schwierigkeiten mit den
Körperausscheidungen führen. Im mittleren Stadium haben viele Patienten Probleme, die
Toilette rechtzeitig aufzusuchen, die Toilette im Haus zu finden, die erforderlichen
mechanischen Vorgänge wie das Anheben des Toilettendeckels oder die Betätigung der
Spülung auszuführen, oder mit ihrer Kleidung zurechtzukommen. Andererseits können
Harnwegsinfekte, die bei älteren Menschen häufig sind, zu einem verstärkten und
häufigen Harndrang führen. Zu einer Störung der Kontrolle von Blase und Darm kommt es
meist erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
- Achten Sie darauf, daß der Patient genügend Ballaststoffe
und Flüssigkeit zu sich nimmt. Eine Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern am Tag sollte
eingehalten werden; ist eine Herzerkrankung oder eine Nierenerkrankung bei dem Patienten
bekannt und der deswegen auch in Behandlung, so fragen Sie den behandelnden Arzt nach
Besonderheiten in der Flüssigkeitszuführ.
- Die erforderliche tägliche Trinkmenge sollte bis 18.00 oder
19.00 Uhr eingenommen sein, um dem Patienten nächtliche zusätzliche Toilettengänge zu
ersparen und das Herzen nicht übermäßig zu belasten.
- Die Toilette muß leicht zu finden und für den Patienten
ohne große Umstände schnell erreichbar sein. Sorgen Sie für nächtliche Beleuchtung:
sie erhöht die Sicherheit beim Toilettengang oder stellen Sie einen Toilettenstuhl neben
das Bett.
- Erinnern Sie den Patienten daran, die Toilette in
regelmäßigen Abständen aufzusuchen.
- Inkontinenzeinlagen können die Reinlichkeit wesentlich
verbessern helfen.
Störungen der
Kontrolle von Blase und Darm: Ein
"Nicht-mehr-halten-können" (Inkontinenz) von Urin und Stuhl tritt
typischerweise im mittleren und fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf. Zu einer
Harninkontinenz kommt es erfahrungsgemäß häufiger und diese geht in der Regel der
Stuhlinkontinenz voraus. Der Arzt Ihres Patienten wird behandelbare Ursachen einer
Harninkontinenz -wie eine Prostataerkrankung, immer wiederkehrende Harnwegsinfekte oder
starke cerebrale Durchblutungsstörungen feststellen und diese versuchen, therapeutisch
anzugehen. Vor allem beim Vorliegen einer chronischen Verstopfung kann man eine Menge tun,
um dem Patienten zu helfen.
- Weisen Sie den Patienten auf einen regelmäßigen
Toilettengang hin
- Achten Sie auf die erforderliche tägliche Trinkmenge
- achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung
- Verabreichen Sie regelmäßig (z. B. zweimal pro Woche)
einen Darmeinlauf oder geben Sie stuhlerweichende Mittel
- Verwenden Sie keine Abführmittel, da diese zu weiterer
Darmträgheit führen.
- Selbst wenn die Harninkontinenz sich nicht zufriedenstellend
beherrschen läßt, sollte eine Katheteranlage so lange wie möglich hinausgezögert
werden, da Komplikationen eines Dauerkatheters (immer wieder auftretende Blasen- oder auch
Nierenentzündungen) oftmals andere Komplikationen (Magenprobleme bei erforderlicher
Antibiotikagabe....) zusätzlich auftreten.
- Bei einem inkontinenzbedingten Dekubitus (Wundwerden) trotz
Inkontinenzeinlagen oder Inkontinenzhöschen ist jedoch in den meisten Fällen die Anlage
eines Blasenkatheters medizinisch notwendig.
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| Trauer und Aggression: Sicherlich wird es Sie traurig machen, wenn Sie an an frühere
Zeiten zurückdenken und Sie jetzt gemeinsam mit dem Erkrankten den allmählichen Verlust
der Eigenständigkeit feststellen und die zunehmende Abhängigkeit von anderen erfahren zu
müssen. Bei der permanent vorhandenen
seelischen Anspannung -die auf Dauer oftmals stärker als die körperlicher Belastung
Einfluß auf Sie nehmen wird- sind Emotionen wie Wut und Enttäuschung und Aggression ganz
natürliche und verständliche Empfindungen.
- Versuchen Sie die Gedanken und Empfindungen der Trauer nicht
zu unterdrücken. Sind Sie ehrlich in Ihrem Empfindungen zu sich selbst. denn nur so wird
es für Sie einfacher, Ihre Gefühle zu stabilisieren und nicht selbst krank dabei zu
werden.
- Sprechen Sie mit anderen Menschen über Ihre Gefühle, über
Trauer und über die Unsicherheit im Umgang mit dem Erkrankten.
- das Aussprechen Ihrer Unsicherheit wird Ihnen helfen,
Sicherheit im Umgang mit dem Erkrankten zu gewinnen.
- Niemand kann alles richtig machen.
- Ihnen muß bewußt werden, daß Sie dem Patienten am besten
helfen können, gerade weil Sie Gefühle haben.
- Halten Sie das Bild des Patienten, wie Sie ihn in gesunden
Tagen gekannt haben, in Ihrem Herzen lebendig.
- Denken Sie daran, daß der Patient eine Streitigkeit oder
eine Enttäuschung wahrscheinlich schneller vergessen wird als Sie.
Angst und Schmerz:
Es wird Ihnen in der Seele wehtun, die eigene Mutter oder den Vater, im Zustand der
Hilflosigkeit und Abhängigkeit und im zunehmenden geistigen Verfall erleben zu müssen.
Sie werden sich verlassen und überfordert fühlen, wenn Sie plötzlich alle Aufgaben und
Verpflichtungen übernehmen müssen, die früher Ihr Ehepartner erledigt hat.
- Vieles wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie sich
vergegenwärtigen, daß im umgekehrten Falle die Bewältigung der
krankheitsbedingten Probleme eine gemeinsame Aufgabe ist.
- Versuchen Sie keine Angst zu haben, wenn der Erkrankte nicht
mehr so selbständig wie früher sein kann; denken Sie daran, doch er trotz zunehmender
Abhängigkeit nicht in jeder Hinsicht abhängig und hilfsbedürftig ist.
- Versuchen Sie, die erhaltenen Fähigkeiten des Patienten zu
erkennen und zu unterstützen.
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Peinlichkeit und Selbstunsicherheit: Die Beanspruchung durch die Betreuung und das daraus entstehende
emotionale Gefühl läßt zuweilen das Gefühl der Selbstunsicherheit entstehen; sind Sie
mit Bekannten und Freuden zusammen, wird Ihnen das zuweilen inadäquate Verhalten des
Patienten Sie peinlich berühren. Dennoch:
- Isolieren Sie sich nicht.
- Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten über die
Erkrankung Ihres Angehörigen.
- Helfen Sie dem Erkrankten, daß er sich nicht von
liebgewonnenen Menschen isoliert.
Schuldgefühle
und Ängste: Jeder wird bei einer emotionalen und körperlichen
Dauerbeanspruchung, unter Zeitdruck und zuweilen bei der Erkenntnis der zunehmenden
Hilflosigkeit einmal die Beherrschung verlieren;
Es gibt viele Gründe, als Angehöriger eines
Alzheimer-Patienten Schuldgefühle zu haben. Vielleicht überlegen Sie, ob Sie das
Ausbrechen der Krankheit hätten verhindern können. Möglicherweise machen Sie sich
Vorwürfe, weil Sie manchmal die Beherrschung verlieren oder weil Sie schon daran gedacht
haben, den Patienten in ein Pflegeheim zu geben. Wahrscheinlich quält sie der Gedanke,
daß Sie nicht genügend für den Patienten tun. All diese Schuldgefühle sind
unbegründet.
- Sie können für den Patienten nicht mehr tun, als in Ihren
Kräften steht.
- Sprechen Sie mit anderen Menschen über Ihre Gefühle.
Denken Sie an sich selbst: Auf die Dauer
können Sie den Patienten nur versorgen, wenn Sie mit Ihren Kräften haushalten. Sie
müssen ausreichend Schlaf bekommen und Sie müssen sich körperlich leistungsfähig
erhalten. Sie brauchen einen Freiraum, um Ihren eigenen Interessen nachzugehen. Deswegen
ist es wichtig, daß Sie von Zeit zu Zeit eine Entlastung bekommen. Die Alzheimer
Gesellschaft oder der Sozialdienst Ihrer Gemeinde helfen Ihnen dabei, eine geeignete
Entlastung zu finden.
- Nutzen Sie die Möglichkeit, durch ambulante Hilfe (z.B.
Sozialstationen) einen Freiraum zu bekommen.
- Organisieren die eine abwechselnde Betreuung.
- Beziehen Sie andere Familienmitglieder in die Pflege ein.
- Nutzen Sie die Möglichkeit der Kurzzeitpflege in einem
Heim.
- Verdrängen Sie ggf. nicht die Notwendigkeit einer
Heimbetreuung.
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