| Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit | |||||
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| Die Lebenserwartung der Bevölkerung in den westlichen
Industrienationen ist im letzten Jahrhundert zunehmend angestiegen, wobei auch das Risiko,
im Alter krankheitsbedingt pflegebedürftig zu werden, immer größer wurde. Es gibt immer
mehr alte Menschen, die einer regelmäßigen Unterstützung und Pflege bedürfen, wobei
nicht nur körperliche, sondern auch zunehmend psychische Erkrankungen ursächlich eine
Pflegebedürftigkeit bedingen. Hirnleistungsstörungen sind zumeist altersbedingte Erkrankungen; die häufigste Form der mit Hirnleistungsstörungen verbundenen Erkrankungen ist die senile Demenz vom Typ Alzheimer. Die Alzheimer-Krankheit, nach dem Neuropathologen Alois Alzheimer benannt, ist eine schwere unaufhaltsam fortschreitende Hirnleistungsschwäche, die besonders oft im vorgerückten Alter auftritt, aber auch schon Menschen in der Mitte der Lebensjahre treffen kann. Für Betroffene wird es dadurch schwer, neue Erfahrungen aufzunehmen, Erinnerungen abzurufen, sich räumlich und zeitlich zu orientieren oder selbständig zu handeln. Bisher gibt es noch keine ursächlich wirksame Behandlung. |
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| Welche Veränderungen treten auf? Vergeßlichkeit, Orientierungsstörungen, plötzlich
auftretende, nicht zielgerichtete Aggessivität, Störungen der Mobilität und der Sprache
sind in den meisten Erkrankungsfällen beobachtbar. Veränderungen der Lebensführung und
der Lebensqualität sind die Folge und machen die Erkrankten mit zunehmender
Erkrankungsdauer abhängig von der Betreuung und Pflege anderer. Häufigkeit: Untersuchungen in vielen Ländern haben übereinstimmend ergeben, daß rund 3% der Bevölkerung über 60 Jahren an der Alzheimer-Krankheit leiden. Frauen erkranken häufiger als Männer, die Alzheimer Krankheit ist mit 60 % häufigste Demenzursache: in Deutschland gehen Schätzungen von 800.000 bis 1.200.000 Erkrankten aus. Die Häufigkeit des Auftretens der Alzheimer Krankheit nimmt mit steigendem Alter rasch zu:
Die Alzheimer-Krankheit tritt bevorzugt bei Personen im Alter von über 70 Jahren auf. Sie kann aber auch Menschen um das 50. Lebensjahr betreffen. Die Alzheimer-Krankheit ist also nicht ausschließlich ein Gesundheitsproblem des höheren Alters.
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| Abgrenzung der Alzheimer-Erkrankung von anderen Krankheiten: Die Symptome der Alzheimer-Krankheit können in ähnlicher
Form auch durch viele andere Krankheiten des Gehirns hervorgerufen werden. An zweiter
Stelle der Häufigkeit stehen Durchblutungsstörungen, die sich auch als
Schlaganfall äußern. Die Parkinson-Krankheit ist durch zähflüssige
Bewegungsabläufe, Steifigkeit, manchmal auch durch ein auffälliges Zittern
charakterisiert. Störungen von Gedächtnis, Konzentration und Denkvermögen treten nicht
selten auch im Rahmen von Depressionen auf. Es ist ganz besonders
wichtig, diese Gemütserkrankung zu erkennen, weil sie sehr gut behandelbar sind.
Außerdem der können die Pick'schen Krankheit, das Down
Syndrom sowie der Morbus Chorea ähnliche Symptome aufweisen. Was weiß man von der Alzheimer-Erkrankung: Man weiß, daß sie vorwiegend den Schläfenlappen und den Scheitellappen befällt und infolge eines degenerativen Prozesses mit deutlichem Zellschwund zu Störungen des Gedächtnisses, der Sprache, des Denkvermögens, des Erkennens und der Handhabung von Gegenständen, sowie der örtlichen Orientierung führt. Diese Störungen äußern sich im täglichen Leben durch eine verminderte Leistungsfähigkeit sowie durch eine Veränderung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Krankheitsbeginn ist schleichend. Die Veränderungen fallen den Patienten im Vergleich heute/früher zuerst auf, werden aber meist kaschiert: die Fassade bleibt lange erhalten. Die durchschnittliche Krankheitsdauer liegt zwischen 6 und 8 Jahren in Ausnahmefällen zwischen 1 und 15 Jahren. Im Verlauf kann es zu z. T. Jahre anhaltenden Plateauphasen kommen, während derer sich der Patient stabil auf dem erreichten Niveau hält. Abrupte Verschlechterungen im Verlauf sind untypisch und müssen an andere Erkrankungen denken lassen Welche Ursachen für die Entstehung der Alzheimer-Erkrankung sind bekannt: Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind bisher nur in ersten Ansätzen bekannt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, daß an ihrer Entstehung mehrere Faktoren beteiligt sind, es also keine einheitliche Ursache gibt, sondern eine Vielzahl von Faktoren, die die Krankheitsentstehung begünstigen (wie etwa bei der Hypertonie). Dazu gehören:
Woran erkennt man die
Alzheimer-Krankheit? Die Symptome der
Alzheimer-Krankheit sind nicht bei jedem Patienten völlig gleich. Sie hängen in gewissen
Grenzen vom Ausmaß und von der Ausbreitung der Veränderungen im Gehirn ab, werden aber
auch durch Persönlichkeit, Ausbildungsniveau, Lebensumstände und körperliche Verfassung
beeinflußt. Dennoch zeigt die Alzheimer-Krankheit einige typische Erkennungsmerkmale. Der
Arzt verwendet bei der Untersuchung bestimmte Testverfahren und Untersuchungen, um die
Diagnose zu sichern.
Diese Veränderungen können erste Hinweise auf die Alzheimer-Krankheit sein. Sie können auch viele andere Ursachen haben. Ob und wie diese ursächlichen Faktoren bei der Entstehung
der Krankheit zusammenwirken, ist noch nicht genau erforscht. Besser bekannt ist, welche
Schäden die ursächlichen Faktoren im Gehirn anrichten. Sie bewirken, daß sich innerhalb
sowie in der Umgebung von zahlreichen Nervenzellen krankhafte Substanzen ablagern, die
nach und nach wichtige Lebensvorgänge der Zellen lahmlegen. Eine wichtige Folge davon
ist, daß die betroffenen Nervenzellen weniger von den Botenstoffen erzeugen können, mit
denen sie sich untereinander verständigen. Am stärksten betroffen ist der
Signalüberträgerstoff Acetylcholin, der für die Gedächtnisfunktion besonders wichtig
ist. Durch den Mangel an Acetylcholin wird die Speicherung und der Abruf von Information
erheblich beeinträchtigt. Schließlich geht in bestimmten Abschnitten des Gehirns sogar
ein großer Teil der Nervenzellen und der Nervenzellverbindungen völlig verloren. Die
Folge sind tiefgreifende Störungen der Sprache, des Denkens, der räumlichen
Orientierungsfähigkeit und des praktischen Handelns. |
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| Die
Alzheimersche Krankheit beginnt bei mehr als der Hälfte der Patienten mit einem langsam
progredienten Ausfall aller Gedächtnis-Leistungen. Die Symptome der
Alzheimer-Krankheit setzen schleichend ein und schreiten allmählich fort. Die
Geschwindigkeit dieses Fortschreitens ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Man kann
sie nur sehr schwer vorhersagen. Als Faustregel kann gelten, daß die Krankheit um so
langsamer fortschreitet, je später sie beginnt. Früh
und schwer betroffen sind hierbei das Kurzzeitgedächtnis und die räumliche Orientierung,
ohne Beeinträchtigung des Bewußtseins. Drei Stadien: Gewöhnlich unterscheidet man drei Stadien der Alzheimer-Krankheit. In jedem dieser Stadien treten bestimmte Probleme auf. Die Übergänge zwischen den Stadien sind jedoch fließend. |
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| Erstes
Stadium Es bestehen leichtgradige, oft kaum bemerkte Symptome. Sie führen im täglichen Leben zu einer Beeinträchtigung komplexer Tätigkeiten und können folgende Bereiche betreffen:
Viele Patienten reagieren auf diese ersten
krankheitsbedingten Veränderungen mit Beschämung, Angst oder Niedergeschlagenheit,
andere mit Aggression.
Drittes Stadium
Im Endstadium der Alzheimer-Krankheit kommt es zu einem Verfall der körperlichen Kräfte. Die Patienten werden bettlägerig, die Gefahr von Infektionen nimmt zu. Die häufigste Todesursache ist eine Lungenentzündung.
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Diagnose: An den gerade
beschriebenen Symptomen und an ihrer Aufeinanderfolge läßt sich die Alzheimer-Krankheit
erkennen. Die Krankheitszeichen setzen schleichend ein und verschlechtern sich
allmählich. Zur Sicherung der Diagnose müssen einige Untersuchungen durchgeführt
werden, die ausschließen, daß eine andere Erkrankung mit ähnlichen Symptomen vorliegt.
Zu den notwendigen Untersuchungen gehören:
Mit endgültiger Sicherheit läßt sich die
Alzheimer-Krankheit nur durch eine Gewebeprobe aus dem Gehirn oder durch die Untersuchung
des Gehirns nach dem Tod feststellen. Die klinische Diagnose erreicht aber einen
Sicherheitsgrad von 80 bis über 90%. Medikamente zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit: Eine wichtige Folge des Untergangs von Nervenzellen in bestimmten Abschnitten des Gehirns ist, daß ein hochgradiger Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin entsteht. Eine Gruppe von neuen Arzneimitteln - die Cholinesterase-Blocker - kann diesen Mangel zumindest teilweise ausgleichen. Dadurch wird die Informationsverarbeitung im Gehirn in gewissen Grenzen wiederhergestellt. Es kommt zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Konzentrationsfähigkeit.
Medikamente zur Behebung von Begleitsymptomen: Begleitsymptome wie niedergeschlagene Stimmung, Ängstlichkeit, Aggressivität, Unruhe, Schlaflosigkeit, Wahngedanken oder Sinnestäuschungen können durch bewährte Medikamente wesentlich gemildert oder sogar völlig behoben werden. Zur Behandlung von unspezifischen Begleitsymptomen werden in erster Linie folgende Arzneimittel eingesetzt:
Ergänzende psychologische Behandlungsverfahren: Die
Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit, das Auftreten der erwähnten
Begleitsymptome sowie die zunehmende Unselbständigkeit und Hilfsbedürftigkeit der
Patienten machen das Zusammenleben in der Familie sehr kompliziert. Es wird oftmals zu
vielen Mißverständnissen, zu unfruchtbaren Auseinandersetzungen und zu wenig hilfreichen
Gefühlsreaktionen kommen, die man eigentlich vermeiden möchte.
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| Die
Alzheimer-Krankheit bedeutet für den Betroffenen einen allmählichen Verlust der
Eigenständigkeit und führt sie in zunehmende Abhängigkeit von Ihnen, den Angehörigen.
Durch Ihr Verhalten können Sie dem Patienten ein Höchstmaß von geistiger und
körperlicher Leistungsfähigkeit ermöglichen. Damit bringen Sie seine Lebensqualität
auf ein optimales Niveau. Die zunehmende Hilfsbedürftigkeit der Patienten auch bei
einfachen Verrichtungen des täglichen Lebens führen dazu, daß die üblichen Schwellen
des Schamgefühls überschritten werden müssen. Damit umzugehen erfordert ein hohes Maß
an Einfühlungsvermögen und Takt. Wenn bereits einer Ihrer Familienangehörigen von Alzheimer betroffen ist, dann wissen Sie, wie schwierig es ist, mit dieser Erkrankung umzugehen. Vielleicht wissen Sie auch schon, daß Sie die Kraft für das Leben mit der Krankheit in sich finden müssen, weil Ihnen niemand wirklich die Hilfe geben kann, die Sie sich wünschen. Sie haben sicher auch schon erfahren, daß nur Leute, die selbst betroffen sind, verstehen können, was es bedeutet, mit Alzheimer zu leben. Auf Dauer wird
jeder, der mit einem an Alzheimer erkrankten Menschen betraut ist -vor allem wenn es im
familiären Bereich geschieht- früher oder später mit seinen eigenen Kräften mehr oder
weniger überfordert sein; man muß vieles lernen und vieles fällt doch so schwer. Für weitere detaillierte Informationen zu dieser Thematik (Eigenständigkeit, Körperpflege, Mahlzeiten, Ernährung....) sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Er wird Ihnen gerne weitere Hilfestellungen an die Hand geben. |
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| Die
Alzheimer-Krankheit Ihres Angehörigen verändert auch Ihr eigenes Leben ganz entscheidet.
Sie verlangt von Ihnen, mit völlig ungewohnten Verhaltensweisen zurechtzukommen. Sie legt
Ihnen die Bürde der körperlichen Pflege auf. Darüber hinaus nimmt sie Ihnen Tag für
Tag ein kleines Stück mehr von einem geliebten Menschen weg. Sie raubt Ihnen auch die
gemeinsame Zukunft. Auf diese vielfältigen Probleme ist niemand vorbereitet und niemand
kann diese Last alleine tragen. Aber Sie stehen mit diesen Schwierigkeiten nicht ohne
Hilfe da. In Ihrer Nähe gibt es Menschen, die Ihr Schicksal teilen oder mit der
Alzheimer-Krankheit früher gekämpft haben. Suchen Sie das Gespräch mit ihnen. Sie
werden darin viele Anregungen empfangen, aber auch Ermutigung und Rückhalt finden. Die Thematik "Empfindungen des Angehörigen" spielt eine emminent wichtige Rolle im Umgang mit dem Erkrankten; zögern Sie nicht, Ihren Arzt darauf anzusprechen.
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