| Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit | |
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| HELICOBACTER
PYLORI Die Besiedlung des Magens durch
Bakterien ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Erst 1983 gelang es jedoch, Helicobacter
pylorii, ein säureresistentes Bakterium, zu kultivieren. Hierdurch gelang es in den
letzten Jahren, die Bedeutung dieses Keimes für die Entstehung von Geschwüren des Magens
und Zwölffingerdarms zu erforschen. Galt früher die Merkregel "ohne Säure kein
Ulcus", hat sich das medizinische Verständnis nunmehr gewandelt in "ohne
Helicobacter kein Ulcus".
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| Der
spiralförmige Keim ist sehr verbreitet. Weltweit leiden ungefähr 3,5 Milliarden Menschen
an einer Infektion. Er ist Ursache für viele Magenleiden, besonders aber für die
hartnäckigen und bislang oft therapieresistenten Geschwürleiden, bei denen früher
häufiger als heute Operationen notwendig wurden. Fast jedes Säugetier hat einen Helicobacterstamm in seinem Magen, der aber nicht übertragbar ist. Der Keim wird im Stuhl ausgeschieden, kann aber auch in Zahnplaques nachgewiesen werden. Man infiziert sich meist schon im Kindesalter, hat allerdings bis zum Endes des 2. Lebensjahres noch Schutz durch die Antikörper der Mutter. Durch Schmierinfektion wird der Keim übertragen, im Erwachsenenalter sind Infektionen durch Küssen etc. offensichtlich ganz selten. Der Keim schützt sich in unserem Magen durch eine Ammoniakwolke vor dem Abbau und kann auch so der aggressiven Magensäure trotzen. Der Körper versucht, wie bei anderen Infektionen auch, Abwehrkräfte zu entwickeln, dies gelingt aber nur in 5-7% der Fälle. Das erklärt, warum es nach einer Infektion meist zur Ausbildung einer chronischen Schleimhautentzündung kommt, die sich dann, wie beschrieben, verschlimmern kann. Die lokale Entzündung im Magen ist Ausdruck der Körperabwehr gegen
den Keim. Folge sind meist bei langer Entzündung ein Abbau der Magenschleimhaut und der
Magenfalten. Mit neueren Verfahren kann man Antikörper gegen den Keim im Blutserum oder im Speichel nachweisen. In einem noch nicht überall verbreiteten Atemtest kann ebenfalls eine H.p.- Infektion festgestellt werden, nachdem man eine Testflüssigkeit getrunken hat. Diese Methode wird jedoch nicht bei der Erstdiagnostik der H.p.- Infektion eingesetzt. Durch eine gezielte antibiotische Therapie ist eine Abtötung des Keimes möglich. Seit ca. 5 Jahren etabliert sich im Rahmen der Ulkusbehandlung eine Kombinationstherapie aus Antibiotika und säurehemmenden bzw. die Säureproduktion des Magens unterbindenden Medikamenten. Durch die moderne sog. Dreifach- oder Tripeltherapie kann der Keim nach neueren Studien in ca. 90% innerhalb von sieben Tagen abgetötet werden. Die Heilungschancen des früher oft hartnäckigen Geschwürleidens haben sich deutlich verbessert. Eine routinemäßige antibiotische Therapie zur Vorbeugung ist jedoch nicht sinnvoll, weil die Bakterien resistent würden, d.h. nicht mehr auf die Medikamente ansprechen würden. Eine solche Behandlung wird nur durchgeführt, wenn Krankheitserscheinungen und Beschwerden bestehen. An einem Impfstoff wird in Tübingen am Max-Planck-Institut und an der Universität Lausanne eifrig gearbeitet. Mit der Einführung einer Impfung wird jedoch erst in ca.10 Jahren zu rechnen sein.
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| Die HAUPTURSACHE
der Ulkuskrankheit (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür) liegt -wie schon
gesagt- in einer Infektion mit dem 1983 von Marshall und Warren beschriebenen
spiralförmigen kleinen Bakterium, das als Helicobacter pylori Einzug in
die Medizinliteratur hielt und bisherige Forschungen und Therapieschemata korrigierte. Die
Wissenschaftler haben für ihre Entdeckung höchste medizinische Ehrungen erhalten und
wurden wohl auch für den Nobelpreis vorgeschlagen. Bei etwa 95 Prozent der Patienten mit Zwölffingerdarmgeschwüren und bei ca. 70-80 % derer mit Magengeschwüren zeigt sich eine durch dieses Bakterium hervorgerufene chronische Schleimhautentzündung als Boden, auf dem sich dann das Geschwür entwickelt hat. Hat eine Person eine durch Helicobacter pylori ausgelöste Schleimhautentzündung, so findet man 6-8 mal häufiger ein Magenkarzinom als bei solchen, die keine Gastritis haben. Auch bei selteneren Erkrankungen wie der Riesenfaltenbildung des Magens oder Magenlymphomen ist der H.p. nicht unbeteiligt. Deshalb ist die Erkennung und konsequente Therapie so wichtig.
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Die Diagnose einer Helicobacter pylorii-Infektion ist
einfach. Während einer Gastroskopie
werden für den Patienten nicht wahrnehmbar winzige Magenschleimhautproben mit einer
kleinen Biopsiezange entnommen. Durch mikroskopische Begutachtung durch einen Pathologen
oder eine Farbstoffreaktion der Probe in einem Röhrchen im Endoskopielabor kann
zweifelsfrei ein Helicobacter pylorii-Befall festgestellt werden. In den letzten Jahren mehren sich auch Veröffentlichungen, die Heliobacter pylorii als Ursache des Magenkarzinoms sehen. Dies ist noch nicht gesichert, jedoch kann man davon ausgehen, daß es sich um einen begünstigenden Faktor bei der Magen-Krebsentstehung handelt. Das Wichtigste bleibt die Wahrnehmung von ersten Beschwerdezeichen und die konsequente Therapie bei Diagnose eines krankhaften Befundes bei der ärztlichen Untersuchung. Nach erfolgter Therapie besteht neuerdings die Möglichkeit, durch einen Atemtest ohne Endoskopie einen Heliobacter pylorii-Befall nach erfolgter medikamenteöser Therapie zu kontrollieren. Dabei muß der Patient eine harmlose Menge (1 mg) gelösten 13C-Harnstoff trinken. Bei Helicobacter pylorii-Befall ist 13C als Kohlendioxid in der Ausatemluft des Patienten meßbar. An einer Schluckimpfung wird bereits intensiv gearbeitet, die ersten Erfolge sind vielversprechend. Allerdings wird die breite Anwendung erst in fünf bis zehn Jahren möglich sein.
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| Risiko
der Übertragung der H. pylori-Infektion Nur sehr wenige Forschungs-Studien haben das Risiko einer Infektion
bei Ehepartnern von H. pylori-positiven Patienten untersucht, und die Ergebnisse sind
widersprüchlich.
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