Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
AZU-HEPATITIS.jpg (3250 Byte)

für

AZU-FE17.jpg (2276 Byte)

Hepatitis – banale oder lebensgefährliche Leberentzündung?

Die akute Hepatitis stellt eine nicht eitrige Entzündung der Leber dar. Ursache dafür ist der Befall der Leber durch Viren. Bisher konnten sechs unterschiedliche Virustypen unterschieden werden.
Das gemeinsame Merkmal dieser Hepatitisviren ist der isolierte Befall der Leber, ansonsten unterscheiden sie sich bezüglich des möglichen Übertragungsweges, der Schwere der Symptome, der Länge des Krankheitsverlaufs und der Aggressivität. Dies ist auch der Grund warum es nicht die Hepatitis schlechthin gibt. Bedingt durch die unterschiedlichen Virustypen (A bis G) spricht man je nach verursachendem Erreger von Hepatitis A, Hepatitis B... Hepatitis G.

Die Virushepatitiden machen 95% aller Leberentzündungen aus. Seltene Formen der entzündlichen Leberveränderung sind die toxische Hepatitis und die Begleithepatitis bei anderen Grunderkrankungen. Bei diesen sind nicht Viren Ursache für die Entzündung, sondern bei der toxischen Form giftige Substanzen, wie z.B. Alkohol oder chemische Substanzen, bei der Begleithepatitis wird die Leberentzündung durch andere Erkrankungen wie z.B. Pfeiffer´sches Drüsenfieber oder Gallenwegserkrankungen hervorgerufen.

 

AZU-FE18.jpg (2128 Byte)

Hepatitisviren kommen überall vor. Die Übertragung erfolgt im wesentlichen auf zwei unterschiedliche Wegen. Zum einen ist ein fäkal - oraler Übertragungsweg möglich. Dabei werden die Viren mit dem Stuhlgang ausgeschieden, über verseuchtes Trinkwasser oder die Nahrung gelangen sie schließlich zur nächsten Person und werden von ihr aufgenommen. Ursache für diesen Übertragungsweg ist entweder die mangelnde Hygiene bei Menschen die Viren ausscheiden, insbesondere nach der Toilette und anschließendem Umgang mit Lebensmitteln oder aber das Bewässern landwirtschaftlicher Flächen mit durch Fäkalien verunreinigtem Wasser. Je geringer der Hygienestandard eines Landes, desto höher ist das Risiko einer fäkal – oralen Infektion mit Hepatitisviren. Im Mittelmeerraum liegt die Durchseuchung bei etwa 80 %, das bedeutet, daß 8 von 10 Menschen schon einmal Kontakt mit Hepatitisviren hatten. Als typische Nahrungsmittel, die besonders häufig mit Hepatitisviren belastet sind gelten Meeresfrüchte (infolge der Einleitung von ungeklärtem Abwasser ins Meer), Speiseeis, nicht abgekochtes Wasser, Salat und ungewaschenes Obst. Hepatitisviren A und E werden fäkal – oral übertragen.

Die Hepatitis A ist mit fast der Hälfte aller Hepatitisfälle die häufigste Form der Leberentzündung. Sie verläuft in 2/3 der Fälle unbemerkt, kann nicht in ein chronisches Stadium übergehen, heilt also folgenlos aus und hinterläßt eine lebenslange Immunität. Eine Wiederansteckung ist also nicht möglich. Die Hepatitis A ist meistens ein unangenehmes Reisemitbringsel, kommt aber auch öfters in Heimen oder Kindergärten vor. Die Zeit zwischen Infektion mit dem Erreger und Ausbruch der Erkrankung liegt zwischen 2 und 4 Wochen.

Die ebenfalls fäkal – oral übertragbare Hepatitis E kommt fast nur im Außereuropäischen Ausland z.B. Südamerika, Asien und Afrika vor. Daher sollten insbesondere Fernreisende auf entsprechende Hygienestandards bei der Auswahl von Hotels und Restaurants achten. Im Gegensatz zur Hepatitis A kommt es bei der Hepatitis E in 10 % der Fälle zu schwersten Verläufen die auch tödlich enden können.

Neben dem fäkal – oralen Übertragungsweg gibt es noch die Möglichkeit der Übertragung von Hepatitis Viren durch Blut, Sperma oder Vaginalsekret. Dieser Übertragungsweg gilt für Viren der Spezies Hepatitis B, C und D. 

Die Hepatitis B macht davon den größten Anteil aus. Besonders gefährdet sind Personen, die im medizinischen Bereich beschäftigt sind, Dialysepatienten aber auch Drogenabhängige und Personen die sich tätowieren oder piercen lassen sowie Sextouristen. Bei der Hepatitis B kann es zu unterschiedlichsten Verläufen kommen. Zum einen kann die Infektion unbemerkt d.h. ohne erkennbare Krankheitszeichen verlaufen. In einem Viertel der Fälle kommt es zu einer Leberentzündung die komplett ausheilt. Die große Gefahr einer Hepatitis B besteht aber in einem sehr schweren und schnellen Verlauf mit häufig tödlichem Ausgang. Des weiteren kann die Entzündung vom akuten Stadium in einen chronischen Verlauf übergehen, so daß eine langsame Zerstörung der Leber über Jahre hinweg die Folge ist.

Hepatitis C gefährdet sind hauptsächlich Personen, die regelmäßig Kontakt mit Blut oder Blutprodukten haben, ganz besonders Dialyse-, Transplantations- und Tumorpatienten. Nachdem aber die Testung von Blut und Blutprodukten in den vergangenen 10 Jahren wesentlich zuverlässiger geworden ist, konnte dadurch das Infektionsrisiko deutlich gesenkt werden.

Für die Hepatitis D gilt, daß diese Infektion nur dann erfolgen kann, wenn bereits eine Infektion mit Hepatitis B durchgemacht wurde. Entsprechend selten ist diese Erkrankung in der BRD ganz im Gegensatz zu Mittelmeerländern, dem Balkan, Afrika oder dem Orient. Deshalb ist gerade bei Urlauben in diesen Gebieten entsprechende Vorsicht geboten.

Die wesentlich seltenere toxische Hepatitis wird durch eine jahrelange Schädigung der Leber mit Alkohol oder Mißbrauch von Medikamenten verursacht. Dabei kommt es zur langsamen nicht wieder rückgängig zu machenden Zerstörung der Leberzellen. Die entzündeten Leberzellen werden durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt. Anders verhält es sich bei der Begleithepatitis. Bei Tumorerkrankungen oder Erkrankungen der Gallenwege kann es zur Mitbeteiligung der Leber kommen. Diese Form der Leberentzündung ist reversibel d.h. sie bildet sich nach Beseitigung der Grunderkrankung vollständig zurück.

 

 

 

 

 

 

AZU-FE14.jpg (4127 Byte)

Typische Symptome im Anfangsstadiums einer akuten Hepatitis sind vergleichbar mit denen bei einem grippalen Infekt.

  • Müdigkeit

  • Abgeschlagenheit und

  • Einschränkung der Leistungsfähigkeit treten auf.

  • Hinzu kommen oft leicht erhöhte Temperaturen.

Erst nach einem Zeitraum von 2 – 7 Tagen können zusätzlich Appetitverlust, Übelkeit, Durchfälle und Bauchschmerzen auftreten. Infolge der Entzündung der Leberzellen und der Gallengänge kann es zur Gelbfärbung der Haut kommen. Dies ist insbesondere an den Bindehäuten der Augen erkennbar. Mit der Gelbfärbung der Haut ist häufig ein starker Juckreiz verbunden.

 

AZU-FE22.jpg (8654 Byte)

Erste Hinweise für das vorliegen einer Hepatitis geben die Symptome die ein Patient seinem Arzt schildert. Wenn innerhalb der vergangenen 4 Monate ein Auslandsaufenthalt erfolgt ist sollte dies dem Arzt mitgeteilt werden. Die gestellte Verdachtsdiagnose muß durch genaue Blutuntersuchungen bestätigt werden. Liegt eine aktive Virushepatitis vor, so können die Erreger bzw. die vom Körper produzierten Abwehrstoffe gegen die Viren im Blut nachgewiesen werden. Da diese Abwehrstoffe lebenslang nachweisbar sind, kann genau differenziert werden ob es sich um eine frische, aktive Infektion handelt, oder ob die Erkrankung bereits zu einem früheren Zeitpunkt durchgemacht wurde und mittlerweile schon ausgeheilt ist.

Nicht durch Erreger bedingte Leberentzündungen diagnostiziert der Arzt anhand der Beschwerden des Patienten und mittels Ultraschalluntersuchung. Ist die Diagnose hierdurch nicht sicher zu stellen muß gegebenenfalls eine Probenentnahme aus der Leber erfolgen.


Ist eine Hepatitis zu heilen?

Die Therapie der Virushepatitiden gestaltet sich schwierig. Da es bisher noch nicht gelungen ist Medikamente zu finden mit denen die Viren bekämpft werden können, ist eine kausale Therapie zur Zeit noch nicht möglich

Die einzige Möglichkeit der Therapie ist eine Unterstützung der körpereigenen Abwehr sowie die Behandlung der Symptome. Körperliche Schonung ist sehr wichtig, da der Organismus soweit wie möglich entlastet werden soll. Der komplette Verzicht auf alle die Leber schädigenden Stoffe, insbesondere Alkohol aber auch Medikamente ist erforderlich. 
Bei Patienten mit Hepatitis A und E ist wegen der bestehenden Ausscheidung von Viren mit dem Stuhl auf entsprechende Hygiene zu achten. Eine Isolierung von erkrankten Patienten ist jedoch nur bei Kleinkindern und inkontinenten Patienten notwendig. Personen die in den vergangenen 6 – 8 Wochen mit den Erkrankten engen körperlichen Kontakt hatten sollten ebenfalls einem Arzt vorgestellt werden.

 

AZU-FE15.jpg (3380 Byte)
Eine Hepatitis kann sich als eine langwierige oder sogar chronische Erkrankung darstellen. Deshalb ist es ganz wichtig, daß die Patienten im akuten Stadium sich körperlich schonen und auf eine gesunde, leichte Ernährung achten.
  • Der Speiseplan sollte viel frisches Gemüse und Obst enthalten,
  • Fett sollte dagegen weitestgehend gemieden werden.
  • Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern pro Tag ist zu beachten.
  • Damit es aber erst gar nicht zur Infektion mit Hepatitisviren kommt, sollten Sie die Möglichkeit der Impfung gegen die Viren nutzen. Um eine fäkal – orale Infektion mit Hepatitis A zu vermeiden wird Personen in Reisen mit hoher Durchseuchung, medizinischem Personal, Beschäftigten in Kindertagesstätten oder Pflegeheimen sowie Abwasseranlagen die Impfung empfohlen. Diese aktive Impfung verleiht einen sicheren Schutz vor der Erkrankung für ca. 10 Jahre. Das Impfserum wird 2 x im Abstand von 6 Monaten verabreicht. Wird ein schnellerer Impfschutz benötigt, besteht die Möglichkeit der passiven Immunisierung mit einer einmaligen Impfung. Diese Methode bietet jedoch nur für einen Zeitraum von längstens 12 Wochen Schutz vor der Erkrankung. Die anfallenden Kosten werden bei Personen mit beruflich erhöhtem Risiko von den Krankenkassen übernommen. Touristen hingegen müssen die Impfungen selbst bezahlen.

Gegen Hepatitis B und D steht ebenfalls eine Impfprophylaxe zur Verfügung. Auch hier sollte medizinisches Personal sowie spezielle Risikogruppen insbesondere Dialysepatienten geimpft werden. Seit einigen Jahren ist diese Impfung auch für Säuglinge empfohlen. Die Hepatitis B und D Impfung bietet wie die Hepatitis A Impfung einen Schutz für 10 Jahre. Das Impfserum wird dreimal verabreicht. Nach der Grundimpfung erfolgt die zweite Injektion einen Monat später, eine Wiederholungsimpfung muß nach 6 Monaten durchgeführt werden. Impfzwischenfälle sind sowohl bei der Hepatitis A - als auch bei der Hepatitis B - Impfung äußerst selten.

 

AZU-FE16.jpg (2269 Byte)
Bei Reisen in entsprechende Risikogebiete sollten Sie neben der Impfprophylaxe als Vorbeugung gegen eine Hepatitis A mögliche Infektionsquellen meiden. 
  • Waschen sie daher Obst gründlich ab, bzw. schälen es vor dem Verzehr. 
  • Meiden Sie rohen Fisch und rohes Fleisch, immer nur durchgebratenes Fleisch und gekochte Speisen essen. Die Krankheitserreger werden dadurch abgetötet. 
  • An Getränken sollten Sie nur Mineralwasser oder abgekochtes Wasser trinken sowie auf Eiswürfel verzichten. 
  • Salate, Rohkost und Speiseeis sollten nicht konsumiert werden.
 

Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                   Ihr

 

 

 

© ddf8c.jpg (6740 Byte)
Stand: 12. August 1999