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| Hepatitis
banale oder lebensgefährliche Leberentzündung?
Die akute Hepatitis stellt
eine nicht eitrige Entzündung der Leber dar. Ursache dafür ist der Befall der Leber
durch Viren. Bisher konnten sechs unterschiedliche Virustypen unterschieden
werden. Die Virushepatitiden machen 95% aller Leberentzündungen aus. Seltene Formen der entzündlichen Leberveränderung sind die toxische Hepatitis und die Begleithepatitis bei anderen Grunderkrankungen. Bei diesen sind nicht Viren Ursache für die Entzündung, sondern bei der toxischen Form giftige Substanzen, wie z.B. Alkohol oder chemische Substanzen, bei der Begleithepatitis wird die Leberentzündung durch andere Erkrankungen wie z.B. Pfeiffer´sches Drüsenfieber oder Gallenwegserkrankungen hervorgerufen.
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Hepatitisviren kommen überall vor. Die Übertragung erfolgt im wesentlichen auf zwei unterschiedliche Wegen. Zum einen ist ein fäkal - oraler Übertragungsweg möglich. Dabei werden die Viren mit dem Stuhlgang ausgeschieden, über verseuchtes Trinkwasser oder die Nahrung gelangen sie schließlich zur nächsten Person und werden von ihr aufgenommen. Ursache für diesen Übertragungsweg ist entweder die mangelnde Hygiene bei Menschen die Viren ausscheiden, insbesondere nach der Toilette und anschließendem Umgang mit Lebensmitteln oder aber das Bewässern landwirtschaftlicher Flächen mit durch Fäkalien verunreinigtem Wasser. Je geringer der Hygienestandard eines Landes, desto höher ist das Risiko einer fäkal oralen Infektion mit Hepatitisviren. Im Mittelmeerraum liegt die Durchseuchung bei etwa 80 %, das bedeutet, daß 8 von 10 Menschen schon einmal Kontakt mit Hepatitisviren hatten. Als typische Nahrungsmittel, die besonders häufig mit Hepatitisviren belastet sind gelten Meeresfrüchte (infolge der Einleitung von ungeklärtem Abwasser ins Meer), Speiseeis, nicht abgekochtes Wasser, Salat und ungewaschenes Obst. Hepatitisviren A und E werden fäkal oral übertragen. Die Hepatitis A ist mit fast der Hälfte aller Hepatitisfälle die häufigste Form der Leberentzündung. Sie verläuft in 2/3 der Fälle unbemerkt, kann nicht in ein chronisches Stadium übergehen, heilt also folgenlos aus und hinterläßt eine lebenslange Immunität. Eine Wiederansteckung ist also nicht möglich. Die Hepatitis A ist meistens ein unangenehmes Reisemitbringsel, kommt aber auch öfters in Heimen oder Kindergärten vor. Die Zeit zwischen Infektion mit dem Erreger und Ausbruch der Erkrankung liegt zwischen 2 und 4 Wochen. Die ebenfalls fäkal oral übertragbare Hepatitis E kommt fast nur im Außereuropäischen Ausland z.B. Südamerika, Asien und Afrika vor. Daher sollten insbesondere Fernreisende auf entsprechende Hygienestandards bei der Auswahl von Hotels und Restaurants achten. Im Gegensatz zur Hepatitis A kommt es bei der Hepatitis E in 10 % der Fälle zu schwersten Verläufen die auch tödlich enden können. Neben dem fäkal oralen Übertragungsweg gibt es noch die Möglichkeit der Übertragung von Hepatitis Viren durch Blut, Sperma oder Vaginalsekret. Dieser Übertragungsweg gilt für Viren der Spezies Hepatitis B, C und D. Die Hepatitis B macht davon den größten Anteil aus. Besonders gefährdet sind Personen, die im medizinischen Bereich beschäftigt sind, Dialysepatienten aber auch Drogenabhängige und Personen die sich tätowieren oder piercen lassen sowie Sextouristen. Bei der Hepatitis B kann es zu unterschiedlichsten Verläufen kommen. Zum einen kann die Infektion unbemerkt d.h. ohne erkennbare Krankheitszeichen verlaufen. In einem Viertel der Fälle kommt es zu einer Leberentzündung die komplett ausheilt. Die große Gefahr einer Hepatitis B besteht aber in einem sehr schweren und schnellen Verlauf mit häufig tödlichem Ausgang. Des weiteren kann die Entzündung vom akuten Stadium in einen chronischen Verlauf übergehen, so daß eine langsame Zerstörung der Leber über Jahre hinweg die Folge ist. Hepatitis C gefährdet sind hauptsächlich Personen, die regelmäßig Kontakt mit Blut oder Blutprodukten haben, ganz besonders Dialyse-, Transplantations- und Tumorpatienten. Nachdem aber die Testung von Blut und Blutprodukten in den vergangenen 10 Jahren wesentlich zuverlässiger geworden ist, konnte dadurch das Infektionsrisiko deutlich gesenkt werden. Für die Hepatitis D gilt, daß diese Infektion nur dann erfolgen kann, wenn bereits eine Infektion mit Hepatitis B durchgemacht wurde. Entsprechend selten ist diese Erkrankung in der BRD ganz im Gegensatz zu Mittelmeerländern, dem Balkan, Afrika oder dem Orient. Deshalb ist gerade bei Urlauben in diesen Gebieten entsprechende Vorsicht geboten. Die wesentlich seltenere toxische Hepatitis wird durch eine jahrelange Schädigung der Leber mit Alkohol oder Mißbrauch von Medikamenten verursacht. Dabei kommt es zur langsamen nicht wieder rückgängig zu machenden Zerstörung der Leberzellen. Die entzündeten Leberzellen werden durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt. Anders verhält es sich bei der Begleithepatitis. Bei Tumorerkrankungen oder Erkrankungen der Gallenwege kann es zur Mitbeteiligung der Leber kommen. Diese Form der Leberentzündung ist reversibel d.h. sie bildet sich nach Beseitigung der Grunderkrankung vollständig zurück.
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Typische Symptome im Anfangsstadiums einer akuten Hepatitis sind vergleichbar mit denen bei einem grippalen Infekt.
Erst nach einem Zeitraum von 2 7 Tagen können zusätzlich Appetitverlust, Übelkeit, Durchfälle und Bauchschmerzen auftreten. Infolge der Entzündung der Leberzellen und der Gallengänge kann es zur Gelbfärbung der Haut kommen. Dies ist insbesondere an den Bindehäuten der Augen erkennbar. Mit der Gelbfärbung der Haut ist häufig ein starker Juckreiz verbunden.
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Erste Hinweise für das vorliegen einer Hepatitis geben die Symptome die ein Patient seinem Arzt schildert. Wenn innerhalb der vergangenen 4 Monate ein Auslandsaufenthalt erfolgt ist sollte dies dem Arzt mitgeteilt werden. Die gestellte Verdachtsdiagnose muß durch genaue Blutuntersuchungen bestätigt werden. Liegt eine aktive Virushepatitis vor, so können die Erreger bzw. die vom Körper produzierten Abwehrstoffe gegen die Viren im Blut nachgewiesen werden. Da diese Abwehrstoffe lebenslang nachweisbar sind, kann genau differenziert werden ob es sich um eine frische, aktive Infektion handelt, oder ob die Erkrankung bereits zu einem früheren Zeitpunkt durchgemacht wurde und mittlerweile schon ausgeheilt ist. Nicht durch Erreger bedingte Leberentzündungen diagnostiziert der Arzt anhand der Beschwerden des Patienten und mittels Ultraschalluntersuchung. Ist die Diagnose hierdurch nicht sicher zu stellen muß gegebenenfalls eine Probenentnahme aus der Leber erfolgen. Ist eine Hepatitis zu heilen? Die Therapie der Virushepatitiden gestaltet sich schwierig. Da es bisher noch nicht gelungen ist Medikamente zu finden mit denen die Viren bekämpft werden können, ist eine kausale Therapie zur Zeit noch nicht möglich.
Die einzige Möglichkeit der Therapie ist eine Unterstützung der körpereigenen Abwehr
sowie die Behandlung der Symptome. Körperliche Schonung ist sehr wichtig, da der
Organismus soweit wie möglich entlastet werden soll. Der komplette Verzicht auf alle die
Leber schädigenden Stoffe, insbesondere Alkohol aber auch Medikamente ist erforderlich.
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Eine Hepatitis kann
sich als eine langwierige oder sogar chronische Erkrankung darstellen. Deshalb ist es ganz
wichtig, daß die Patienten im akuten Stadium sich körperlich schonen
und auf eine gesunde, leichte Ernährung achten.
Gegen Hepatitis B und D steht ebenfalls eine Impfprophylaxe zur Verfügung. Auch hier sollte medizinisches Personal sowie spezielle Risikogruppen insbesondere Dialysepatienten geimpft werden. Seit einigen Jahren ist diese Impfung auch für Säuglinge empfohlen. Die Hepatitis B und D Impfung bietet wie die Hepatitis A Impfung einen Schutz für 10 Jahre. Das Impfserum wird dreimal verabreicht. Nach der Grundimpfung erfolgt die zweite Injektion einen Monat später, eine Wiederholungsimpfung muß nach 6 Monaten durchgeführt werden. Impfzwischenfälle sind sowohl bei der Hepatitis A - als auch bei der Hepatitis B - Impfung äußerst selten.
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Bei Reisen in entsprechende Risikogebiete sollten Sie neben
der Impfprophylaxe als Vorbeugung gegen eine Hepatitis A mögliche Infektionsquellen
meiden.
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