Wissenswertes zum gesundheitsbewußten Leben für Patienten mit
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Infolge des Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) ist das Auge und hierbei die Netzhau (Retina), das bevorzugte Organ für die Manifestation diabetischer Veränderungen; die Netzhaut ist -wie Sie ja wissen- das Sinnnesorgan, das die Lichtreize der Umwelt durch die in der Netzhaut eingelagerten Sinneszellen an das Gehirn weiterleitet. Das Gehirn setzt diese Impulse schließlich in Bilder um, die wir dann wahrnehmen.

Die die Netzhaut versorgenden Blutgefäße werden im Verlaufe der Blutzuckererkrankung geschädigt, die das Sehen beeinträchtigt und bei langem und/oder unbehandeltem Verlauf der Erkrankung zur Erblindung führen kann.

Die sogenannte diabetische Retinopathia entwickelt sich zwar sehr langsam, aber man muß damit rechnen, daß nach 10 bis 15 jähriger Erkrankung an etwa zwei Drittel aller Diabetiker von Durchblutungsstörungen der Netzhaut betroffen sind.

Tritt die Erkrankung schon in jüngeren Jahren (Diabetes mellitus Typ I) auf, verläuft die Entwicklung schneller; bei Erkrankungen im höheren Lebensalter (Diabetes mellitus Typ II) verläuft sie zumeist langsamer und schleichend.

 

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Im wesentlichen unterscheidet der Mediziner drei Arten von diabetischer Retinopathie:
  • zum einen die Augenhintergrundretinopathie, bei der man kleine, herdförmige Gefäßveränderungen, kleine Blutungen in die Netzhaut und vermehrte Ablagerungen von Fettsubstanzen erkennen kann.
  • zum zweiten die schwerere und fortschreitende proliferative Retinopathie, bei der es zur Bildung neuer Blutgefäße kommt, die in den Glaskörper des Auges hineinwachsen und schließlich zu Einblutungen in den Glaskörper führen kann
  • und schließlich die sogenannte diabetische Makulopathie, bei der die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte.

Auf der nebenstehenden Abbildung eines Augenhintergrundes eines Diabetikers sieht man punkt- und fleckförmige Blutungen und Lipoid(=Fett)-Einlagerungen sowie Mikroaneurysmen (Gefäßaussackungen).

 

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Augenhintergrund
eines Diabetikers
(fortgeschrittenes Stadium)
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Zu hohe Blutzuckerwerte bzw. starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels verursachen Gefäßwandveränderungen, was zur Arteriosklerose führt. Dadurch kommt es zu einer schlechteren Durchblutung des Gewebes. Besonders betroffen sind die Netzhaut des Auges, die Nieren, die Herzkranzgefäße und das Gehirns. Aber auch die Nerven werden durch die hohen Blutzuckerspiegel geschädigt. Insbesondere an den Extremitäten führt dies zu Störungen der Empfindung mit einer verminderten bzw. gänzlich aufgehobenen Wahrnehmung von Schmerz und Temperatur. Diese Aufzählung der allgemeinen Veränderungen ist Ihnen bekannt.

An den Augen gibt es jedoch eine ganze Reihe von Besonderheiten:
beim Diabetiker Typ I -also bei insulinabhängigen Diabetiker- können bei nicht gut eingestelltem Diabetes schon in frühen Jahren sackförmige Wandausweitungen (Mikroaneurysmen) von Venenästen der Netzhaut, Kapillaraneurysmen (sogenannte Blutpunkte) und eine Verdickung (Hypertrophie) der Netzhautvenolen auftreten. Nach 5-jähriger Diabetes-Dauer entwickelt sich in ca. 20 - 25 %, nach 15 - 20-jähriger Diabetesdauer in ca. 95 % eine
Augenhintergrundretinopathie. 5 -7 % der Typ-I Diabetiker haben bereits nach 5 - 8 Jahren eine proliferative Retinopathie, während von der schwersten Verlaufsform nach mehr als 15 jähriger Diabetesdauer bei bis zu 15 % aller Patienten sich eine diabetische Makulopathie findet.


Beim Diabetiker Typ II -also bei insulinunabhängigen Diabetiker- kommt es zu fortschreitenden punkt- und/oder strichförmigen Blutungen, zu Fetteinlagerungen und zu sog. Kaliberschwankungen der wandverdickten Gefäße. Bei dieser Typisierung des Diabetes findet sich schon nach 5- jähriger Diabetes- Dauer bei ca. 30 %, nach 15-20 Jahren bei ca. 50 % eine
Augenhintergrundretinopathie und nach 15 - 20 Jahren in etwa 80 % der Fälle eine proliferative Retinopathie.

 

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Um die Folgeschäden eines Diabetes mellitus möglichst gering zu halten oder besser ganz zu vermeiden, ist eine sorgfältige Blutzuckereinstellung unbedingt notwendig.

Nicht nur zu hohe Blutzuckerspiegel (Hyperglycämie), sondern auch ein Absinken des Blutzuckerspiegels unter die vom Körper benötigte Menge (Hypoglycämie) ist für Diabetiker gefährlich. Auslöser hierfür können z.B. unzureichende Nahrungszufuhr, Alkoholkonsum, ungewohnte körperliche Aktivitäten, Insulinüberdosierung und andere Medikamente sein. Anzeichen für eine Unterzuckerung sind Schweißausbruch, Unruhe, Zittern, Blässe und sogar Bewußtlosigkeit. Bei derartigen Symptomen sollten Sie Zucker (am besten Traubenzucker) zu sich nehmen und informieren Sie Ihren Arzt.

Das Spritzen von Insulin stellt beim Typ I Diabetiker die einzige Möglichkeit der Therapie dar. Beim Typ II Diabetiker gibt es verschiedene Therapiekonzepte. Hierzu zählen insbesondere die Normalisierung des Körpergewichtes (Gewichtsabnahme) und eine entsprechende Ernährung. Sollte durch diese Maßnahmen keine ausreichende Blutzuckereinstellung gelingen wird Ihr Arzt versuchen Ihnen durch Medikamente zu helfen. Sie sollten auf eine regelmäßige Einnahme der Medikamente achten und insbesondere nach zuviel oder vergessener Einnahme ihren Arzt informieren.

An eingreifenden Verfahren ist die sogenannte Laserkoagulation, das ist die Laserbehandlung der veränderten Bereiche der Netzhaut, zu erwähnen: unabhängig vom Stadium und dem Ausgangsbefund der Erkrankung kann die Laserkoagulation in etwa 50 % der für die in Frage kommenden Fälle die noch bestehende Sehschärfe noch erhalten.

Sind sehr schwere Spätkomplikationen der sog. proliferativen Retinopathie (wie Netzhautablösung, Glaskörperblutungen) vorhanden und erbrachte die Lasertherapie keinen hinreichenden Erfolg, kann in einigen Fällen noch eine Vitrektomie mit Entfernung der Glaskörperblutungen und einer Anheftung der abgelösten Netzhaut versucht werden.

 

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Überprüfen Sie Ihre LEBENSWEISE:

GENÜSSE, die Ihnen schaden: Diabetes bedeutet: Die Patienten müssen Ihr Leben auf den erkrankten Stoffwechsel einstellen und aktive Maßnahmen zu dessen Normalisierung ergreifen. Die Zusammensetzung und das Maß der Ernährung spielen eine zentrale Rolle: das „Zuviel" schadet: Fette in der Nahrung, zuviel Alkohol (Kalorienbombe!) und mangelnde Bewegung führen zu Übergewicht - dem wichtigsten Diabetes-2-Auslöser: Alkohol kann dazu bei Diabetikern mit Insulinbehandlung eine schwere Unterzuckerung verursachen. Rauchen schadet den gefährdeten Blutgefäßen eines Diabetikers noch mehr als denen eines Gesunden. Trägheit und Bewegungsarmut führen dazu. daß der Traubenzucker in der Muskulatur nicht verbrannt wird -der gesamte Blutzuckerspiegel steigt.

GENÜSSE, die Ihnen nutzen: Je mehr Sie über Ihre Erkrankung wissen. um so leichter lernen Sie, Ihren Korper-so. wie er ist - richtig und mit Liebe zu behandeln. Die Zuckerkrankheit erfordert große Erfahrung, damit Insulin und Zuckerstoffwechsel optimal zusammenarbeiten können. Der gut eingestellte Diabetiker lebt uns vor. was wir eigentlich alle tun sollten: sich gesund ernähren, mit ausreichend Kohlehydraten und Ballaststoffen, reichlich frischem Obst und Gemüse, ausgewähltem Eiweiß und pflanzlichen Feiten. Die Lebensdevise verschiebt sich von ..zuviel und wahllos" zu ..ausgewählt und gut". Der Typ-2-Diabetiker kann oft allein durch diese Maßnahmen, ausreichende Bewegung und sanfte Gewichtsabnahme seine Stoffwechselentgleisung wieder ins Lot bringen.

 

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Eventuell wird Ihr Arzt Sie auffordern regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen durchzuführen.

Notieren Sie diese von Ihnen gemessenen Werte genau mit Tag und Uhrzeit und bringen das entsprechende Protokoll zu jeder Untersuchung mit. Ihr Arzt kann dadurch eine bessere Einstellung Ihrer Zuckerkrankheit ermöglichen.

Eine konsequente Überprüfung Ihrer Augen in von Ihrem Arzt festgelegten zeitlichem Abstand sollte zur selbstverständlichen Kontrolluntersuchung Ihres Diabetes selbstverständlich sein.

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Ein Patienten - Service von ratiopharm                                                   Ihr

 

 

 

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Stand: 20. April 1999